KREIS ROTTWEIL (him) – Zu einem Kreis­be­such war Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann am Frei­tag in den Kreis Rott­weil gekom­men. In Beglei­tung von Regie­rungs­prä­si­den­tin Bär­bel Schä­fer und Land­rat Wolf-Rüdi­ger Michel besuch­te der Grü­nen-Poli­ti­ker die Fir­ma hans­gro­he, die Stadt­wer­ke Schram­berg und war am Abend noch bei einem Bür­ger­ge­spräch in der Rott­wei­ler Stadt­hal­le (sie­he auch Bil­der­ga­le­rie).

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Bil­der­ga­le­rie. Kli­cken Sie hier. Fotos: Tho­mas Decker, Team Ralf Gra­ner Pho­to­de­sign

In Schiltach hat­te sich Kret­sch­mann das Unter­neh­men hans­gro­he zei­gen las­sen und war anschlie­ßend sehr beein­druckt von der Inno­va­ti­ons­kraft des Arma­tu­ren­her­stel­lers: „Auf sol­chen Fir­men wie hans­gro­he beruht die Pro­spe­ri­tät unse­res Lan­des.“

Anschlie­ßend traf er sich mit Bür­ger­meis­tern und Kom­mu­nal­po­li­ti­kern, die ordent­lich ihren Kropf leer­ten, das sei auch rich­tig so, denn „ich bin ja nicht der König von Würt­tem­berg, der erst Lobesa­ri­en erwar­tet.” Er sei­ner­seits lob­te die Gemein­de­rä­te, die schließ­lich ehren­amt­lich und kon­ti­nu­ier­lich viel Zeit in ihre Arbeit steck­ten und dann oft auch noch kri­ti­siert wür­den. „Ich wer­de auch oft kri­ti­siert“, füg­te der Minis­ter­prä­si­dent hin­zu, „aber ich wer­de auch gut bezahlt dafür.”

In Schram­berg zeig­te Stadt­werke­chef Peter Kälb­le auf, wo die Pro­ble­me der klei­nen Stadt­wer­ke lie­gen: Zu viel Büro­kra­tie und Regu­lie­rung. Und Kret­sch­mann ver­sprach, die Kri­tik wei­ter­zu­ge­ben. Bei den Stadt­wer­ken trug er sich auch ins Gol­de­ne Buch der Stadt ein.

Beim Bür­ge­r­emp­fang in Rott­weil in der Stadt­hal­le schließ­lich hat­te Kret­sch­mann mehr­fach die Lacher auf sei­ner Sei­te, etwa als er bekann­te, was ihm durch den Kopf gegan­gen sei, als er heu­te den „Turm“ zu ers­ten Mal sah: „Respekt – (lan­ge Pau­se) für den Mut, sich dafür zu ent­schei­den.“ Wenn er an die Debat­ten um Wind­rä­der den­ke, dann fin­de er, gehö­re „schon Mut dazu, sich so ein Ding in die Land­schaft zu stel­len.“ Der Turm sei aber auch ein Sym­bol für den Fort­schritt, den Rott­weil anstre­be.

Er erin­ner­te an sei­nen letz­ten Besuch in der Stadt beim Nar­ren­sprung und die Rott­wei­ler „Edel­nar­ren, die einen ganz beson­de­ren Krad­del haben“. Da kamen die Lacher eher aus den Rei­hen der aus­wär­ti­gen Besu­cher.

Ministerpräsident Kretschmann in der Stadthalle Rottweil. Foto: Thomas Decker, team Ralf Graner Photodesign
Minis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann in der Stadt­hal­le Rott­weil. Foto: Tho­mas Decker, Team Ralf Gra­ner Pho­to­de­sign

In sei­ner Rede streif­te er die gro­ßen The­men der Zeit, die Flücht­lings­kri­se und die Her­aus­for­de­rung, die Men­schen zu inte­grie­ren, die Ter­ror­an­schlä­ge, Euro­pa, bei dem er die Soli­da­ri­tät ver­mis­se.

Er sprach aber auch über Lan­des­po­li­tik, die Bil­dung, Ver­kehr, Mit­tel­stand.
In der – von Armin Schulz vom Schwarz­wäl­der Boten mit Witz und Wis­sen gelei­te­ten – Dis­kus­si­on frag­te bei­spiels­wei­se Albrecht Foth nach dem Archi­tek­ten­wett­be­werb für das neue Gefäng­nis, und Kret­sch­mann ver­sprach, es sol­le „archi­tek­to­ni­schen und öko­lo­gi­schen Ansprü­chen genü­gen“, das Land wer­de „nicht knau­sern, aber das Geld auch nicht raus­schmei­ßen.“ Spä­ter in der Dis­kus­si­on gestand er, „jetzt kann ich es ja sagen“, wenn die Rott­wei­ler den Stand­ort Esch beim Bür­ger­ent­scheid abge­lehnt hät­ten, „wir hät­ten kei­nen Plan B gehabt.“

In der Bil­dungs­po­li­tik erläu­ter­te er die Grün­de für die Gemein­schafts­schu­le, gab ein Bekennt­nis zum Gym­na­si­um ab: „Wer sich am Gym­na­si­um ver­greift, dem bekommt das schlecht. Die Deut­schen lie­ben ihr Gym­na­si­um.“ Und bekann­te, die Abschaf­fung der bin­den­den Grund­schul­emp­feh­lung „war sicher ein Feh­ler. Aus heu­ti­ger Sicht wür­de ich das nicht mehr an den Anfang stel­len.“ Aber hin­ter­her sei man bekannt­lich immer schlau­er.

Nach gut zwei Stun­den gab es noch­mals die Gele­gen­heit, im klei­nen Kreis mit Kret­sch­mann zu reden, oder bei Bier, Apfel­schor­le oder Rot­wein und Häpp­chen mit­ein­an­der zu dis­ku­tie­ren. (Wir  wer­den noch aus­führ­li­cher berich­ten.)