Herzliche Begegnung auf dem ersten Rottweiler Zukunftsmarkt. Wolfgang Blessing (links), Aktivist gegen das Gefängnis, trifft auf Max Burger vom Freundeskreis Asyl. Foto: Ralf Graner

Die Wie­der­ho­lung ist schon ver­spro­chen. Nach­dem den ers­ten Rott­wei­ler Zukunfts­markt am Sonn­tag zur Über­ra­schung aller von der NRWZ befrag­ten Zuschau­er und Teil­neh­mer nach Anga­ben des Ver­an­stal­ters gleich meh­re­re tau­send Men­schen besucht haben, hat Initia­to­rin Son­ja Rajsp sei­ne Neu­auf­la­ge für 2018 bereits zuge­sagt. Zuvor, im kom­men­den Jahr, geht die Ver­an­stal­tung nach Schram­berg. Dort kann man sich schon auf ein kun­ter­bun­tes Fest freu­en. Ein nach­hal­ti­ges Fest, zudem.

Viel los: Gedränge in der Stadthalle. Foto: Wieland Vosseler, Team Ralf Graner Photodesign
Viel los: Besu­cher in der Stadt­hal­le. Foto: Wie­land Vos­se­ler, Team Ralf Gra­ner Pho­to­de­sign

Viel­fäl­tig, inter­es­sant, enga­giert, kin­der­taug­lich! Hat Spass gemacht!” So fass­te es  Face­book-Nut­ze­rin Mari­on Lau­dert zusam­men, was sie am Sonn­tag in der Stadt- und Stall­hal­le sowie auf dem Gelän­de davor erlebt hat. Mit ihr haben nach Schät­zung der Ver­an­stal­ter rund 3000 Men­schen den ers­ten Rott­wei­ler Zukunfts­markt besucht. Und zwar bis gegen 15 Uhr. Drei wei­te­re Stun­den hat­te die als „Bür­ger­fest” titu­lier­te Ver­an­stal­tung da noch vor sich.

Initia­to­rin Son­ja Rajsp strahl­te im Gespräch mit der NRWZ über bei­de Backen. Sie habe dar­auf gehofft, dass viel­leicht 2000 Men­schen kom­men wür­den. 3000 sei­en es nun garan­tiert gewe­sen – gezählt wur­de nicht, der Ein­tritt war frei -, sie wür­de auch noch mehr schät­zen, sag­te sie. 

Alle Stand­be­trei­ber und Besu­cher, mit denen die NRWZ sprach, bestä­tig­ten das: viel mehr Men­schen, als gedacht, viel mehr auch als gehofft. Bei­spiels­wei­se Chris­toph Ranz­in­ger, Geschäfts­füh­rer des Ener­gie­ver­sor­gers ENRW, der Mes­sen kennt, an denen man am Stand her­um ste­he und kaum Besu­cher antref­fe. Der Zukunfts­markt dage­gen, der sei rich­tig klas­se. Auch der ENRW-Chef strahl­te über bei­de Backen.

Das Ange­bot: höchst viel­fäl­tig und breit. Da waren die loka­len Anbie­ter, bei­spiels­wei­se der Bio-Markt B2, ohne­hin auf Wachs­tums­kurs, und auch die Kin­der­mo­de-Manu­fak­tur Pia­paul aus Fecken­hau­sen. Oder etwa Leder­wa­ren Hügel, des­sen Stand eben­so Inter­es­sen­ten anlock­te – dass weni­ge Meter wei­ter die Bro­schü­ren der radi­ka­len Tier­recht­ler und Pelz­geg­ner Peta aus­la­gen – das ist eben Rott­weil. Da geht das.

Und immer wie­der die Stän­de der loka­len Initia­ti­ven wie BUND, die loka­le Agen­da als Mit­ver­an­stal­ter, und der Wal­dorf-Kin­der­gar­ten, bei­spiels­wei­se. Und das Zim­mer­thea­ter, schrill wie es heut­zu­ta­ge ist, mit­ten­drin, mit unter­halt­sa­men Kurz­stü­cken der Mar­ke „Arm, aber sexy.” Und wenn wir schon bei der Ero­tik sind: Der Elek­tro-Sport­wa­gen­her­stel­ler Tes­la stell­te gleich zwei sei­ner Flit­zer aus. 

So reich­lich das Ange­bot, so umfas­send das Pro­gramm. Die gut besuch­ten Vor­trä­ge lie­fen in der abge­dun­kel­ten Stall­hal­le, weit­ab vom Mes­se­tru­bel in der Stadt­hal­le, wo mehr als 50 Aus­stel­ler mit­mach­ten und zwi­schen­durch schon mal ein Dudel­sack gebla­sen wur­de. Geschickt orga­ni­siert.

Und eben­so zukunfts­träch­tig: der Spen­den­lauf des TSV. Trotz Regens waren rund 100 Läu­fer unter­wegs im Sta­di­on. Ins­ge­samt wur­den 1903 Run­den gelau­fen, was 761,2 Kilo­me­tern ent­spricht. Der ältes­te Teil­neh­mer war 74 Jah­re alt, die jüngs­te fünf Jah­re. Drei Läu­fer lie­fen mehr als 50 Run­den – alle über Halb­ma­ra­thon. Orga­ni­sa­tor Uli Hertkorn und sei­ne Hel­fer freu­ten sich: „Wir waren gut beschäf­tigt!”

Dann die Musik­ein­la­gen, die Mode­schau, die vie­len ein­zel­nen Shows und Pro­gramm­punk­te auch an den Stän­den. Da war rich­tig viel los und gebo­ten. Ganz klar: Die­se Ver­an­stal­tung hat Zukunft.