Orts­ter­min für die Spit­ze der Rott­wei­ler Stadt­ver­wal­tung und für die um neu­gie­ri­ge wei­te­re Stadt­rä­te erwei­ter­ten Mit­glie­der des Bau­aus­schus­ses. Der Sach­stand soll­te gezeigt wer­den. Ein zurück­ge­bau­ter Alt­bau wur­de gezeigt. Mit brö­ckeln­dem Putz, mor­schen Höl­zern und sich tür­men­der Tau­benk­a­cke. Der Inves­tor will drei Mil­lio­nen Euro in das Haus ste­cken. Man ahnt, dass die Sum­me auch bit­ter nötig sein wird, um es wie­der bewohn- und nutz­bar zu machen. 

Kein gutes Haar las­sen die Ver­tre­ter der Activ-Group, wel­che die Vil­la Dut­ten­ho­fer von der Stadt Rott­weil über­nom­men hat, an ihren Vor­gän­gern. Ob Jugend­haus oder Gour­met-Tem­pel: Offen­bar vor allem der Betrei­ber des Letz­te­ren hat umfang­rei­che Umbau­ten vor­ge­nom­men, die alle­samt nicht geeig­net waren, das Haus in sei­ner ursprüng­li­chen Fas­sung zu erhal­ten. Jeden­falls lässt sich das bei inzwi­schen ent­fern­ten Groß­kü­chen-Ein­bau­ten sagen.

Dem wider­spricht der frü­he­re Päch­ter mas­siv: „Alle unse­re Ein­bau­ten waren rück­bau­bar, wir haben das eigens so gemacht”, so Bern­hard Eng­ler zur NRWZ. Außer­dem „hat die Stadt­ver­wal­tung alle unse­re Umbau­ten geneh­migt und über­wacht.” Zudem sei­en, nur als Bei­spiel, vie­le Bal­ken lan­ge schon zu erset­zen gewe­sen – und das bereits nach der Nut­zung als Jugend­haus, also vor sei­ner Zeit. „Die ein­zi­gen Wän­de, die wir ein­ge­fügt haben, sind die Trenn­wän­de in den Toi­let­ten.” Auch sei­en die­se jeder­zeit rück­bau­bar gewe­sen, wenn sich eine ande­re Nut­zung erge­be.

Für alle Umbau­ten habe er zudem die Bau­plä­ne auf­be­wahrt. „Über­all ist der Stem­pel der Stadt Rott­weil drauf”, so Eng­ler, „und der vom Lan­des-Denk­mal­amt.”

Und dass es jetzt so dre­ckig sei, lie­ge ja wohl dar­an, dass das Gebäu­de sie­ben Jah­re leer gestan­den habe. Meint Eng­ler vor allem im Bezug auf Staub und die Tau­benk­a­cke. Als er das Haus ver­las­sen habe, als es von der Stadt­ver­wal­tung und deren Rechts­an­walt abge­nom­men wor­den sei, „war es geputzt.” 

Inwie­weit in den 150 Jah­ren Geschich­te des Gebäu­des ande­re gewü­tet haben, ist unklar und wird nicht unter­sucht. Viel­mehr haben Arbei­ter ver­sucht, im Auf­trag der Activ-Group alles zu ent­fer­nen, was nicht aus Dut­ten­ho­fers Zei­ten stammt und nach­träg­lich an- und ein-, um- und zuge­baut wor­den ist. Das, was sie aus den Zei­ten von König Wil­helm selig fin­den, der 1899 auf Besuch gewe­sen ist und von einem Bal­kon gewinkt hat, soll wie­der zum Vor­schein kom­men. Es soll nicht wie­der­her­ge­stellt, son­dern frei­ge­legt und auf­ge­bes­sert wer­den.

Die Activ-Group befin­det sich im Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren. Der Bau­an­trag liegt noch nicht vor, soll aber bald ein­ge­reicht wer­den. Zuvor noch ein Raum­buch, das die Stadt und das Denk­mal­amt sehen wol­len. Dar­in steht, was die Activ-Group wie erhal­ten, was sie wo umbau­en will.

Vie­le Ver­än­de­run­gen habe das Gebäu­de im Lau­fe der Zeit erlebt, hieß es am Mitt­woch. Vie­les sei schlicht zer­stört wor­den. Also mache die Activ-Group zunächst einen Rück­bau. Alle nach­träg­li­chen Ein­bau­ten und Ver­än­de­run­gen sei­en behut­sam her­aus genom­men wor­den. 160.000 bis 200.000 Euro habe das Unter­neh­men bereits inves­tiert, ohne eine Bau­ge­neh­mi­gung zu haben. 

Ande­rer­seits steht der Inves­tor aber auch in der Pflicht. Der Erb­bau­ver­trag mit der Stadt kennt Fris­ten, wie Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß und der Fach­be­reichs­lei­ter Bau­en, Lothar Huber erklär­ten. Da steht etwa, bis wann das Bau­ge­such ein­ge­reicht wer­den muss. Und, ab wann Bau­be­ginn ist, wenn das Bau­ge­such geneh­migt wor­den ist. Im Gespräch mit der NRWZ ter­mi­niert OB Broß die­sen Bau­be­ginn übri­gens bereits auf Herbst. Die­sen Jah­res. 

Bei den soge­nann­ten Abbruch­ar­bei­ten, die der Rück­füh­rung in den Roh­bau­zu­stand gleich­kom­men, sei­en laut Activ-Group posi­ti­ve wie nega­ti­ve Über­ra­schun­gen zuta­ge getre­ten. Manch ein Mosa­ik, manch eine Zeich­nung, manch eine Holz­de­cke, die erhal­ten wer­den kön­nen. 

Die Nut­zung: noch nicht ganz klar und mit der Denk­mal­schutz­be­hör­de abzu­stim­men. Fest steht, das es im Erd­ge­schoss eine Gas­tro­no­mie geben soll, einen Glas­rie­gel in den Dut­ten­ho­fer­park, eine Bar, eine Küche. Viel­leicht auch eine Schau-Kaf­fee­rös­te­rei, Päch­ter aber gibt es noch kei­ne. 

Ins Ober­ge­schoss sol­len Büros oder Hotel­zim­mer kom­men. Stadt­rä­te und Stadt­ver­wal­tung schei­nen hier die Nut­zung als Beher­ber­gungs­be­trieb vor­zu­zie­hen. „Dann haben die Bür­ger etwas davon”, sagt etwa SPD-Stadt­rat Ralf Arm­le­der. Auch OB Broß wür­de die­sen ursprüng­li­chen Nut­zungs­ge­dan­ken bevor­zu­gen. 

Ins Dach­ge­schoss könn­ten Frem­den­zim­mer kom­men, hieß es, viel­leicht aber auch Büros. Den Cha­rak­ter der Dut­ten­ho­fer­schen Zeit jeden­falls sol­le das Gebäu­de bekom­men, allein ein Auf­zug ste­he für die Moder­ne.