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Dienstag, 22. September 2020

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50 Jahre Forum Kunst: Einfallsreich trotz Corona

Rottweil – Forum Kunst blickt auf 50 Jahre – gebremst durch die Corona-Pandemie, aber dennoch mit viel Vitalität und Einfallsreichtum. Gerade lockt ein Rückblick auf die quirligen ersten Jahre in den Bürgersaal – ein Besuch lohnt sich! Die NRWZ schaut mit dem Forum Kunst auf ein kreatives halbes Jahrhundert zurück – hier Teil Eins.

Eigentlich hätte das Jubiläum 2020 groß gefeiert werden sollen. Für Mai war eine retrospektive Ausstellung geplant, für Juli ein Freilichtspektakel. Erstere fällt dem unsäglichen Virus zum Opfer, das zweite steht noch in den Sternen. Doch nachdem Anfang Mai die Nachricht aus Stuttgart kam, Kunstvereine dürften ihre Türen wieder öffnen, wurde rasch improvisiert: Jürgen Knubben und Nicole Becker stellten ein Projekt auf die Beine, das die Geschichte des Forum Kunst anschaulich dokumentiert. Aktennotizen, Zeitungsartikel, (Leser-)Briefe, Flugblätter zeugen von der Aufbruchstimmung bei der Gründung im Jahr 1970, aber auch von Unverständnis und Empörung in der Stadt. Unter dem Schlagwort „Die wilden 70er“ sind sie derzeit im Bürgersaal zu sehen, die weiteren Jahrzehnte kommen sukzessive dazu.

Gut, dass es vor 50 Jahren noch keine sozialen Medien gab, sonst hätten die Verantwortlichen einige Shitstorms ertragen müssen. Andererseits: Was Rottweiler Bürger damals auf die Palme trieb, würde heute oft nicht mal für ein müdes Lächeln ausreichen. Feuilletonisten im Südwesten räsonierten darüber, ob Kunst in die Metropolen gehöre oder vielleicht auch in der Provinz gezeigt werden könne. Der legendäre Werner P. Heyd zweifelte: „Aber die Frage, ob die Kunstwelt in Zukunft auch in Rottweil gewesen sein muss, wenn sie mitreden will, ist doch berechtigt.“ Doris Schmidt, Kunstkritikerin der Frankfurter Allgemeinen, war gegenteiliger Meinung: „Provinziell ist doch, wenn man Aktivitäten, wie sie sich in Rottweil entwickelt haben, behindert und nicht fördert.“

Die Jungsozialisten Rottweils hatten andere Vorstellungen. Bei einer der ersten Ausstellungseröffnungen im Forum Kunst verteilten sie ein Flugblatt, in dem sie gegen einen angeblichen jährlichen Zuschuss in Höhe von 20.000 Mark wetterten, den Stadt und Landkreis dem jungen Verein gewährten – tatsächlich waren es nur 7.000 Mark. Die Jusos zitierten den Genossen Lenin, der wusste, Kunst diene ohnehin nur „den sich langweilenden und an Fettsucht leidenden oberen Zehntausend“ und wollten lieber „die kulturellen Wünsche der Arbeiter und Angestellten sorgfältig studieren“.

Erich Hauser und seine Mitstreiter stellten unterdessen bis zu neun Ausstellungen im Jahr auf die Beine. Viele davon waren heftig umstritten: Ansgar Nierhoff mit seinen „ländlichen Schockern“ provozierte ebenso wie Stuart Brisleys Aktionen oder Harro Jacobs Darstellungen nackter Leiber unter dem Kreuz, die manche Bürgerinnen als blasphemisch empfanden. Erstaunlich viele männliche Besucher wollten sich ihr eigenes Urteil bilden. Über Lynda Benglis‘ Kunststoffskulpturen und die diagonalen Bilder von Allan Hacklin gab es nicht nur Streit in der Presse, sondern auch innerhalb des Vorstands. Gründungsgeschäftsführer Egon Rieble, der die Benglis-Arbeit als „Elefantenscheiße“ bezeichnet hatte, musste gehen.

Das überregional beachtete und später oft kopierte „Fahnenfest“ 1974 sorgte für einen gewaltigen Popularitätsschub des Forum Kunst. „Wir wollen Kunst fürs Volk“ hatte ein Jahr zuvor jemand auf eine Plastik von Thomas Lenk geschmiert, jetzt flanierten unzählige Besucher durch die Stadt und begeisterten sich für Kunst und Kunstschaffende. Vier Jahre später folgte ein veritabler Skandal: In der Hochbrücktorstraße war eine großformatige Steinplastik von Ulrich Rückriem aufgestellt worden. Ein Übeltäter übergoss sie mit Motorenöl, das den Stein unaufhaltsam zerfraß. Die Wogen schlugen hoch – auf der einen Seite freuten sich die Hüter des „gesunden Volksempfindens“ nicht nur klammheimlich, sondern öffentlich über die Zerstörung, auf der anderen Seite empörten sich Künstler und Kunstfreunde über den feigen Frevel. Dazwischen stand der ebenso kunstaffine wie diplomatische Oberbürgermeister Dr. Ulrich Regelmann, dem in diesem Fall kein Ausgleich der Interessen gelang.

Gastintendant Jörn Merkert, der später zum Direktor der Berlinischen Galerie avancierte, formulierte betroffen: „Kunst zielt immer auch auf geistigen Freiraum und gewaltlose Toleranz.“ Der Vorsitzende der Rottweiler Bürgerwehr reimte: „Heilige Barbara in deiner Gunst / bewahre uns vor neier Kunst.“ Der Schwabo-Redakteur Heinrich Maier titelte „Der Stein kommt weg“ und ätzte wider das Spießertum: „Bald werden auf Rottweils Hochbrücktorstraße vor dem Gasthaus Becher wieder niedliche Stiefmütterchen mit den Köpfen nicken – in den bewährten Trögen aus Waschbeton.“

Info: Wer sich für ein turbulentes Jahrzehnt in der neueren Stadtgeschichte interessiert, für die Akteure, die die Moderne in Rottweil verankerten, der kann die Ausstellung ab Dienstag, 12. Mai, zu den üblichen Öffnungszeiten besuchen: Dienstag, Mittwoch und Freitag 14 bis 17 Uhr, Donnerstag 17 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr.

Es gelten die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln.

 

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