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Donnerstag, 12. Dezember 2019
Start Schram­berg Ab Mit­te Okto­ber im Dienst

Ab Mitte Oktober im Dienst

Feu­er­wehr Schram­berg stellt neu­es Ein­satz­fahr­zeug vor


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Schram­berg. Lie­ber heu­te als mor­gen wür­den die Schram­ber­ger Feu­er­wehr­leu­te ihr neu­es Ein­satz­fahr­zeug in den akti­ven Dienst stel­len. Doch bevor es Mit­te Okto­ber so weit ist, müs­sen noch eini­ge Übungs­ein­hei­ten geleis­tet wer­den, um das neue Fahr­zeug auch kom­plett ein­set­zen zu kön­nen. So lan­ge kommt noch das LF 16 aus dem Jahr 1986 zum Ein­satz.

Am Diens­tag­abend hat­te die Schram­ber­ger Feu­er­wehr zur Prä­sen­ta­ti­on des neu­en Ein­satz­fahr­zeugs ein­ge­la­den. Vor­ge­stellt wur­de es von Stadt­brand­meis­ter Wer­ner Storz und Abtei­lungs­lei­ter Patrick Wöhr­le. Gekom­men waren sowohl Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog als auch Wehr­leu­te aus den Abtei­lun­gen der Gesamt­stadt.

Zwei Jah­re hat es vom Beginn des Pro­jekts gedau­ert, bis das fer­ti­ge Ein­satz­fahr­zeug auf dem Hof der Abtei­lung Tal der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Schram­berg stand. Gekos­tet hat der 300 PS star­ke Mer­ce­des Ate­go 1630 mit All­rad­an­trieb und Feu­er­wehr­aus­stat­tung der Fir­ma Rosen­bau­er aus Lucken­wal­de rund 440 000 Euro. Vie­le Kom­po­nen­ten sind zwar Stan­dard, ande­res wur­de aber spe­zi­ell auf die Anfor­de­run­gen in Schram­berg abge­stimmt. Die not­wen­di­gen Ent­schei­dun­gen wur­den in den zustän­di­gen Gre­mi­en der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr ein­ge­hend bera­ten. Schließ­lich soll­te das neu­en Fahr­zeug sowohl zur Abtei­lung Tal als auch zur Gesamt­wehr pas­sen.

In dem Fahr­zeug fin­den neun Mann Platz. Dabei ist im Mann­schafts­teil an alles gedacht: Die Sauer­stoff­fla­schen für die Atem­schutz­trä­ger sind in den Sit­zen ein­ge­baut und kön­nen wäh­rend der Fahrt zum Ein­satz­ort ange­legt wer­den. Auch die Taschen­lam­pen und Funk­ge­rä­te ste­hen dort bereit. Selbst an Bril­len­trä­ger ist gedacht. Sie haben die Mög­lich­keit ihre See­hil­fe in eigens ober­halb der Sit­ze ange­brach­ten Bril­len­etuis unter­zu­brin­gen. Auch ein Not­fall­ruck­sack befin­det sich dort, um Ver­letz­ten ers­te Hil­fe leis­ten zu kön­nen.

Der Maschi­nist dürf­te sich an sei­nem Arbeits­platz wie in einem Hub­schrau­ber füh­len, wie Patrick Wöhr­le anmerk­te. Damit spiel­te er auf die moder­ne Tech­nik mit Touch­screen und aller­lei Mög­lich­kei­ten zur Über­wa­chung und Steue­rung an. Selbst eine Außen­sprech­an­la­ge gibt es, mit deren Hil­fe bei Ein­satz­fahr­ten bei­spiels­wei­se Auto­fah­rern Hin­wei­se gege­ben wer­den kön­nen, wie sie sich am bes­ten ver­hal­ten, um der Feu­er­wehr das Durch­kom­men zu ermög­li­chen.

Das Son­der­si­gnal kann der Fah­rer mit einem Fuß­schal­ter bedie­nen, auch kann er mit dem Fuß über einen wei­te­ren Schal­ter wäh­rend der Fahrt Was­ser abge­ben. Das Navi­ga­ti­ons­sys­tem gibt auch Aus­kunft über die Stand­or­te von Hydran­ten, was beson­ders bei der Über­land­hil­fe wich­tig ist. Ihre Schram­ber­ger Hydran­ten ken­nen die Feu­er­wehr­an­ge­hö­ri­gen natür­lich.

Noch bevor das Fahr­zeug aus einem Hydran­ten Was­ser zuge­führt bekommt, kann mit den Lösch­ar­bei­ten bereits begon­nen wer­den. Ein eige­ner Tank sorgt dafür, dass sofort Was­ser bereit steht. Der auch als Ergän­zungs­lösch­fahr­zeug die­nen­de Last­wa­gen ver­fügt neben der fest­ein­ge­bau­ten Pum­pe auch über eine zwei­te Pum­pe, eine Trag­kraft­sprit­ze, die bis zu 1000 Liter Was­ser pro Minu­te leis­tet. Gera­de im Außen­be­reich ist die­se Pum­pe immer wie­der erfor­der­lich.

Nach den Wor­ten von Stadt­brand­meis­ter Wer­ner Storz gibt es für Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge eine DIN-Norm, die die Min­dest­aus­stat­tung defi­niert. Alles dar­über hin­aus wird ent­spre­chend der ört­li­chen Erfor­der­nis­se zusätz­lich dazu genom­men.

Aus­ge­stat­tet ist das neue Fahr­zeug für vie­le Ein­satz­ar­ten. So unter ande­rem für den Brand­ein­satz bei Häu­sern, Wald­brän­de oder Ver­kehrs­un­fäl­le. Selbst an die schnel­le­re und leich­te­re Ein­setz­bar­keit der Steck­lei­ter auf dem Dach ist gedacht, die nun mit wesent­lich gerin­ge­rem Kör­per­ein­satz vom Fahr­zeug­dach geholt wer­den kann. Dort befin­det sich auch ein aus­fahr­ba­rer Licht­mast, an dem sich ein zusätz­li­ches Blau­licht befin­det und so auch aus wei­te­rer Ent­fer­nung erkenn­bar ist.

Die am Heck des Fahr­zeugs zu bedie­nen­de fest­ein­ge­baut Pum­pe schafft bis zu 3000 Liter Was­ser pro Minu­te. Dort befin­den sich auch zwei Spin­deln auf denen Schläu­che und der pas­sen­de Anschluss für Boden­hy­dran­ten. So ist für den Anschluss ans Was­ser­netz alles gleich bei­ein­an­der. Dies wur­de spe­zi­ell auf Wunsch der Schram­ber­ger Wehr so zusam­men­ge­stellt. Auch mit Hil­fe eines Schwimm­saug­bords, das auf einem fla­chen Gewäs­ser ein­fach auf­ge­legt wer­den kann, kann die Feu­er­wehr Was­ser zum Fahr­zeug pum­pen.

Was über die DIN-Norm hin­aus auf einem Fahr­zeug vor­ge­hal­ten wird, hat nach den Wor­ten von Wer­ner Storz auch damit zu tun, wel­che Erfah­run­gen die Wehr sel­ber hat. Außer­dem wer­den hier­zu auch immer wie­der Gesprä­che mit ande­ren Feu­er­weh­ren geführt, um deren Erfah­run­gen mit ein­zu­be­zie­hen.

Neu ist auch ein Hygie­ne­board, an dem sich die Feu­er­wehr­leu­te die Hän­de waschen und das Gesicht rei­ni­gen kön­nen. Auch ist es nun mög­lich, die Ein­satz­klei­dung nach einem Ein­satz grob zu rei­ni­gen. Gedacht ist auch dar­an, die Ein­satz­klei­dung künf­tig gar nicht mehr mit ins Fahr­zeug zu neh­men, son­dern sie direkt durch die Kame­ra­den von der Feu­er­wehr­werk­statt zur gründ­li­chen Rei­ni­gung abho­len zu las­sen. Die Feu­er­wehr­leu­te sol­len nach dem Ein­satz dann Ersatz­klei­dung anzie­hen und so wie­der ins Fahr­zeug ein­stei­gen. Damit soll eine Kon­ta­mi­na­ti­on mit Schad­stof­fen ver­mie­den wer­den. Mit an Bord ist auch ein Strom­ag­gre­gat und die Werk­zeu­ge wie Axt, Brech­stan­ge und ande­res mehr. Stadt­brand­meis­ter Wer­ner Storz nutz­te die Gele­gen­heit, sich bei Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog für die gute Zusam­men­ar­beit zu bedan­ken. Er wür­de sich freu­en, ihn auch nach Ende sei­ner Amts­zeit als OB bei den Feu­er­wehr­fes­ten begrü­ßen zu dür­fen. Her­zog erwi­der­te den Dank und wür­dig­te von sei­ner Sei­te die gute Zusam­men­ar­beit mit der Feu­er­wehr.

 

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