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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Rott­weil ”Blu­men­kü­bel rei­chen nicht, Herr Broß”

”Blumenkübel reichen nicht, Herr Broß”

Fri­days for Future: 130 pro­tes­tie­ren im Regen in Rott­weil

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Welt­weit gin­gen am Frei­tag hun­dert­tau­sen­de Men­schen für Kli­ma­schutz auf die Stra­ßen. Auch in Rott­weil waren trotz Regen­schau­ern etwa 130 Leu­te allen Alters in den Stadt­gra­ben gekom­men, um von dort über die Hoch­brü­cke zum Rat­haus zu mar­schie­ren.

”Leu­te, lasst das Glot­zen sein, reiht Euch in die Demo ein”, rie­fen sie den weni­gen Pas­san­ten zu, und der eine oder ande­re tat es dann sogar. ”Hoch mit dem Kli­ma­schutz, run­ter mit der Koh­le”, war ein wei­te­rer Spruch, den die bun­te Trup­pe skan­dier­te und das auch tat: Hoch die Pla­ka­te, run­ter damit. Auf einem war zu lesen: ”Höher. Grü­ner?? Wei­ter: Blu­men­kü­bel rei­chen nicht, Herr Broß”.

Mit Tril­ler­pfei­fen, Trö­ten und Klap­pern sorg­ten sie dabei für rech­ten Lärm, und auf dem Podest vor dem alten Rat­haus ging  Hélè­ne Mar­cel vom Fri­days for Future-Orga-Team auf die aktu­el­le Ent­wick­lung ein: Kurz davor hat­te näm­lich der Bun­des­rat das Kli­ma­pa­ket der Regie­rung teil­wei­se gekippt, da es den Län­dern nicht weit genug geht.

Dann wur­den Reden gehal­ten: Das durf­te, wer woll­te. So ging Tobi­as Raf­felt aus Obern­dorf auf den Lob­by­is­mus ein, auf Kon­zer­ne, ”sie sind das eigent­li­che Übel, ech­ter Umwelt­schutz ist so nicht mög­lich.” Er for­der­te die Demons­tran­ten dazu auf, nur Par­tei­en zu wäh­len, die nicht von Fir­men wie Daim­ler Spen­den anneh­men und zähl­te auf, wer wie­viel erhal­ten hat im Jahr 2017 – auch die Grü­nen hät­ten 40.000 Euro von Daim­ler bekom­men, so Raf­felt.

Ute Bott, ”ich bin die Gei­gen­leh­re­rin vom Neckar­tal”, wand­te sich gegen die Deka-Fonds der Kreis­spar­kas­se, hin­ter denen auch Rüs­­tungs- und Koh­le­fir­men ste­cken, wer woll­te, konn­te ihren Appell für den Aus­stieg unter­schrei­ben, den sie dann an KSK-Chef Mat­thä­us Rei­ser über­ge­ben wird. Sie kri­ti­sier­te auch die ört­li­chen Medi­en, die viel zu unkri­tisch mit  der Bank umgin­gen, der 25 Mil­­lio­­nen-Neu­­bau sei beju­belt wor­den, ”aber kein Wort davon, wo das Geld her­kommt.”

Wolf­gang Steu­er, ein pen­sio­nier­ter Arzt aus Tros­sin­gen, wies auf die immensen Abga­se hin, die das Mili­tär pro­du­ziert. Allein die US-Army ver­brau­che so viel Sprit wie das gan­ze Land Schwe­den. Und Vera Nie­­der­­mann-Wolf ging auf die Treib­haus­ga­se ein, die durch Beton und Stahl ent­ste­hen. So sor­ge der Bau von Stutt­gart 21 für zwei Mil­lio­nen Ton­nen CO², ”ein staat­lich geför­der­tes Kli­ma­kil­ler­pro­gramm”, nann­te sie es. Welt­weit sei­en Beton und Stahl für 20 Pro­zent der Treib­haus­ga­se zustän­dig. Mit viel Lärm fürs Kli­ma und gegen den Regen ver­ab­schie­de­ten sich die Demons­tran­ten bis zum nächs­ten Mal.

 

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