Jeder kann ein Menschenleben retten

Landratsamt übt beim Reanimationskurs in der Helios Klinik Rottweil / Keine Angst vor Fehlern

Jeder kann ein Leben retten – wie, das erfuhren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes Rottweil kürzlich aus erster Hand. Anlässlich des weltweiten „World Restart a Heart Day“ hatte die Helios Klinik Rottweil zu einem Reanimationskurs eingeladen.

50.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herzstillstand, nur 5000 von ihnen überleben. Würden sofort Reanimationsmaßnahmen ergriffen, könnten viele Patienten gerettet werden. Doch leider haben noch immer viele Menschen Bedenken, diese erste, lebensrettende Hilfe zu leisten – schlichtweg aus Furcht, etwas falsch zu machen.

Diese Furcht ist vollkommen unbegründet. Uwe Jörgens, Leitender Notarzt und Oberarzt in der Helios Klinik Rottweil, ermutigte die Beschäftigten des Rottweiler Landratsamtes: „Trauen Sie sich! Sie können nichts falsch machen. Ein Mensch mit Herzstillstand stirbt, wenn nicht sofort Maßnahmen ergriffen werden, und deshalb ist jede erste Hilfe immer besser als gar keine Hilfe“.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen kurzen Ausflug in die Theorie der Wiederbelebungsmaßnahmen. Die Zuhörer erfuhren, dass durch die Herzdruckmassage das Gehirn weiterhin mit dem notwendigen Sauerstoff versorgt wird und so die Überlebenschancen des Betroffenen deutlich ansteigen. Deshalb muss die Herzdruckmassage schnellstmöglich beginnen – und so lange dauern, bis mit dem Notarzt professionelle Hilfe eintrifft.

Anschließend wurde ganz praktisch geübt. Dabei ging es zunächst um die richtige Reihenfolge bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen: Wer einen leblosen Menschen auffindet oder sieht, wie jemand zusammenbricht, sollte zunächst einmal prüfen, ob dieser noch atmet oder ansprechbar ist. Ist beides nicht der Fall, muss umgehend der Notruf gewählt werden. Werden mehrere Menschen Zeugen einer solchen Situation, braucht es klare Anweisungen. Jörgens: „Es reicht nicht, zu sagen, dass jemand den Notruf wählen soll. Schauen Sie stattdessen einen der Umstehenden direkt an und sagen Sie ihm deutlich, dass ER die 112 wählen soll!“

Auch bei der Herzdruckmassage ist Unterstützung hilfreich, etwa, wenn zwei Personen sich abwechseln können, um den Druck bis zum Eintreffen des Notarztes aufrecht zu erhalten. An lebensechten Reanimationspuppen konnten die Teilnehmer dann erfahren, wie sich eine Herzdruckmassage anfühlt. Oberarzt Uwe Jörgens und Assistenzarzt Tengo Askileiskiri demonstrierten, in welchem Rhythmus gedrückt werden muss – das Lied „Stayin‘ alive“ von den Bee Gees ist hierbei eine optimale Gedankenstütze. Übrigens: niemand erwartet von einem Laien-Ersthelfer, dass er den Patienten beatmet. „Wenn Sie konsequent die Herzdruckmassage anwenden, genügt das vollkommen!“

Fazit der Teilnehmer: Eine gelungene Veranstaltung, die den Teilnehmern Mut zum Helfen gemacht hat. Uwe Jörgens: „Genau das war unser Ziel, denn jeder Laie, der Reanimationsmaßnahmen ergreift, kann über ein Menschenleben entscheiden.“

Für Cornelia Koch, die Geschäftsführerin der Helios Klinik Rottweil, ist ganz klar, dass sich die Klinik auch im kommenden Jahr am World Restart a Heart Day beteiligen wird. „Das ist uns ein großes Anliegen, und deshalb können sich Firmen, Vereine oder Institutionen bei uns für ein Reanimationstraining im kommenden Jahr bewerben – ganz einfach per Mail an andrea.schmider@helios-gesundheit.de.“

 

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