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Donnerstag, 14. November 2019

Künstler Knubben: „FDP zeigt erschreckenden Mangel an Rückgrat“

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In einem Antrag for­dert die Rott­wei­ler FDP, dass vor­erst kei­ne wei­te­ren Mit­tel mehr in die Wei­ter­ent­wick­lung der kurz­zei­tig getes­te­ten Desi­gner­mö­bel flie­ßen. Sie ärge­re sich über die ent­stan­de­nen Kos­ten, teil­te die Stadt­rats­frak­ti­on am Diens­tag mit. Das wie­der­um ärgert den­je­ni­gen, der die Vor­schlä­ge der Kunst­stu­den­ten als Jury-Vor­­­sit­zen­­der bewer­tet hat – und der nun, nach dem Abbruch des Pro­jekts und der all­ge­mei­nen Kri­tik vor einem Scher­ben­hau­fen steht.

Der Kri­tik setzt sich Jür­gen Knub­ben, Künst­ler und Leh­rer aus Rott­weil, aus. Der FDP dage­gen wirft er „üblen Popu­lis­mus“ und einen „erschre­cken­den Man­gel an Rück­grat“ vor. Habe sie sich doch am Pro­jekt betei­li­gen kön­nen, aber dar­auf ver­zich­tet.

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Knubben hat sich mit einem Leserbrief zu Wort gemeldet. Die NRWZ veröffentlicht diesen unverändert:

Eigent­lich bin ich kein Freund von Leser­brie­fen, vor allem dann nicht, wenn man direkt oder indi­rekt sich selbst ange­grif­fen fühlt. Aber in die­sem Fall muss ich stell­ver­tre­tend für die betei­lig­ten Stu­den­ten reagie­ren. Wenn die FDP-Frak­­ti­on des Gemein­de­rats den Antrag stellt, den Pro­zess einer neu­en Stadt­mö­blie­rung zum jet­zi­gen Zeit­punkt zu stop­pen, dann grenzt das an üblen Popu­lis­mus.

Eine grö­ße­re Grup­pe, die sich aus im Gemein­de­rat ver­tre­te­nen Frak­tio­nen – die FDP war selbst­ver­ständ­lich ein­ge­la­den, betei­lig­te sich aber nicht -, der Ver­wal­tung und sach­kun­di­gen Bür­gern zusam­men­setz­te, hat über einen län­ge­ren Zeit­raum an der Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te in Stutt­gart mit Stu­den­ten des Fach­be­reichs Design einen Wett­be­werb beglei­tet, der am Ende zum ein­stim­mi­gen Beschluss führ­te, drei Preis­trä­ger zu beauf­tra­gen, ihre Ent­wür­fe wei­ter­zu­ver­fol­gen und zur Testrei­fe zu brin­gen.

Der Gemein­de­rat hat nach ein­ge­hen­der Dis­kus­si­on mit den Stim­men der FDP-Frak­­ti­on eben­so ein­stim­mig beschlos­sen, Pro­to­ty­pen her­stel­len zu las­sen, die wäh­rend eines ‚Ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tags‘ die Bevöl­ke­rung zum Pro­be­sit­zen ein­lu­den. Der Grund für die­se ers­te Test­pha­se war, eine mög­lichst brei­te Bür­ger­be­tei­li­gung zu gewähr­leis­ten.

Unzäh­li­ge Bür­ge­rin­nen und Bür­ger haben das auch getan. Selbst der Gemein­de­rat war ein­ge­la­den, es sich auf den Möbeln bequem zu machen und die Stu­den­ten und ihren Pro­fes­sor zu inter­view­en. Im Nor­mal­fall fin­den sol­che frü­hen Test­pha­sen hin­ter ver­schlos­se­nen Türen im Labor statt.

Nun hat der ers­te Test bedau­er­li­cher­wei­se gezeigt, dass noch nicht alle tech­ni­schen Erfor­der­nis­se erfüllt wer­den konn­ten, die not­wen­dig sind, um in Serie zu gehen und eine lang­jäh­ri­ge Gewähr­leis­tung garan­tie­ren zu kön­nen. Aber gera­de das ist der Sinn eines Tests: die Pra­xis­taug­lich­keit zu über­prü­fen! Am Ende muss alles stim­men, um auf Dau­er eine städ­ti­sche Möblie­rung zu erhal­ten, die Nach­hal­tig­keit, Funk­ti­ons­fä­hig­keit, Ästhe­tik und vie­les mehr gleich­zei­tig mög­lich macht.

Die Stu­den­ten sind selbst­kri­tisch genug zu wis­sen, dass der Pro­zess noch nicht abge­schlos­sen sein kann, sie arbei­ten aber fie­ber­haft und enga­giert dar­an, nach allen Test­pha­sen ein Ergeb­nis vor­zu­stel­len, über das abschlie­ßend ver­nünf­tig dis­ku­tiert und ent­schie­den wer­den kann.

Auf Leser­brie­fe oder Kom­men­ta­re in unse­ren Zei­tun­gen, auf Ein­trä­ge bei Face­book, qua­li­fi­ziert oder unqua­li­fi­ziert, muss ich nicht reagie­ren. Aber wenn eine Frak­ti­on im Gemein­de­rat den Antrag stellt, einen Pro­zess vor­zei­tig zu been­den – dem man zuvor zuge­stimmt hat – und auch noch eine Rück­erstat­tung von Gel­dern prü­fen zu las­sen, dann offen­bart das einen erschre­cken­den Man­gel an Rück­grat.

Von Gemein­de­rä­ten hät­te ich ein sach­ge­rech­te­res Vor­ge­hen erwar­tet – und die Stu­den­ten und ihr Pro­fes­sor haben einen sol­chen Affront nicht ver­dient.

Nicht die Aka­de­mie ist auf die Stadt zuge­gan­gen, son­dern die Stadt auf die Aka­de­mie, um Alter­na­ti­ven zu den gut gemein­ten, aber mitt­ler­wei­le all­seits „ver­siff­ten“ Palet­ten­bän­ken zu ent­wer­fen, die seit ihrer Auf­stel­lung jähr­lich auch nicht wenig Geld kos­te­ten.“

Jür­gen Knub­ben, Vor­sit­zen­der der Jury

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