Loka­le Medi­en (die NRWZ etwa hier aus­führ­lich) infor­mier­ten jüngst, dass die AfD-Land­tags­frak­ti­on in einer Anfra­ge die finan­zi­el­le Lan­des­för­de­rung der Komö­die „Wenn der Kahn nach links kippt, set­ze ich mich nach rechts“ kri­ti­siert. Die­ses Stück hat das Rott­wei­ler Zim­mer­thea­ter erar­bei­tet und insze­niert. Die Gemein­de­rats­frak­tio­nen von Bünd­nis 90 / Die Grü­nen und SPD+FFR ver­ur­tei­len in einer Pres­se­mit­tei­lung nun ent­schie­den die­sen Ver­such der AfD, sich in die För­der­pra­xis des Lan­des für das Zim­mer­thea­ter Rott­weil ein­zu­mi­schen.

Die bei­den Frak­tio­nen sehen dar­in einen Angriff auf die künst­le­ri­sche Frei­heit. „Beson­ders befrem­det, dass die­ser Antrag auch vom Sul­zer AfD-Abge­ord­ne­ten Emil Sän­ze unter­zeich­net ist. Dabei hät­te die­ser eher Anlass, stolz dar­auf zu sein, dass ein Thea­ter­en­sem­ble aus unse­rer Regi­on es geschafft hat, an För­der­mit­tel aus dem Inno­va­ti­ons­fonds Kunst zu gelan­gen“, heißt es in der gemein­sa­men Mit­tei­lung. Thea­ter­schaf­fen­de benö­tig­ten die­se Gel­der. Sie inves­tier­ten ohne­hin viel Idea­lis­mus in ihre Arbeit, von der nur ganz weni­ge reich wer­den.

Die AfD begrün­det ihren Antrag damit, dass das Land mit der För­de­rung die­ses Stücks sei­ne par­tei­po­li­ti­sche Neu­tra­li­tät ver­letzt habe. „Sie insze­niert sich so ein wei­te­res Mal als Opfer“, erklä­ren die Rott­wei­ler Stadt­rä­te dazu. Der Vor­wurf der AfD sei „abstrus“.

„Das Rott­wei­ler Zim­mer­thea­ter ist gott­lob kei­ne staat­li­che Ein­rich­tung“, heißt es in der gemein­sa­men Erklä­rung von Grü­nen sowie SPD+FFR wei­ter. Umge­kehrt wer­de „viel­mehr ein Schuh draus“: Das Land Baden-Würt­tem­berg erfül­le sei­ne Neu­tra­li­täts­pflicht, indem es sich gera­de nicht ein­mi­sche. Indem es nicht als Zen­sor kon­trol­lie­re, ob ein geför­der­tes Stück irgend­ei­ne poli­ti­sche Par­tei kri­ti­siert. „Bei der För­de­rung zäh­len allein muti­ges künst­le­ri­sches Vor­ha­ben und über­zeu­gen­de Qua­li­tät. Beim Inno­va­ti­ons­fonds Kunst ent­schei­den unab­hän­gi­ge Exper­ten aus dem Kul­tur­be­reich. Kei­ne Poli­ti­ker“, argu­men­tie­ren die Rott­wei­ler Räte.

Die „Bret­ter, die die Welt bedeu­ten“, sei­en schon seit der Anti­ke Spiel­or­te, an denen auch die Pro­ble­me der Zeit be- und ver­han­delt wer­den. „Offen, krea­tiv, kri­tisch, ja pro­vo­zie­rend“, heißt es in der Mit­tei­lung. Die Dro­hung, mit dem Ent­zug von För­der­mit­teln aus dem Inno­va­ti­ons­fonds Kunst sich ins inhalt­li­che Thea­ter­schaf­fen ein­zu­mi­schen, grei­fe die­se künst­le­ri­sche Frei­heit an. „Sie will ein­schüch­tern, Wohl­ver­hal­ten erwir­ken und das kul­tu­rel­le Kli­ma beein­flus­sen.“

Abschlie­ßend heißt es in der gemein­sa­men Erklä­rung der Stadt­rä­te: „Die Gren­zen der künst­le­ri­schen Frei­heit set­zen allein die Ver­fas­sung und das Straf­ge­setz­buch. Nicht der Staat. Schon gar nicht die AfD.“