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Donnerstag, 12. Dezember 2019
Start Rott­weil Schram­berg: Mes­ser­at­ta­cke im Wahn began­gen?

Schramberg: Messerattacke im Wahn begangen?

Öffent­lich­keit bei Pro­zess teil­wei­se aus­ge­schlos­sen


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Die Öffent­lich­keit wird nicht gänz­lich, aber teil­wei­se aus­ge­schlos­sen beim Pro­zess um die Mes­ser­at­ta­cke im Schram­ber­ger Rat­haus. Das hat das Gericht unter Vor­sitz von Rich­ter Bernd Koch zum Pro­zess­auf­takt am Frei­tag beschlos­sen.

Damit kam es nur teil­wei­se dem Antrag des Ver­tei­di­gers des 26-jäh­­ri­gen Ange­klag­ten, Wolf­gang Burk­hardt, nach. Die­ser hat­te bean­tragt, den Pro­zess gänz­lich ohne Öffent­lich­keit zu füh­ren. Das soll­te mit Rück­sicht auf sei­nen Man­dan­ten gesche­hen, der laut Sach­ver­stän­di­gem Dr. Cha­r­al­abos Sala­ba­si­dis unter einer para­noi­den Schi­zo­phre­nie lei­det.

Mög­li­cher­wei­se hat er dem­nach die Tat am 20. März, bei der ein Rat­haus­mit­ar­bei­ter schwer ver­letzt wor­den ist, im Wahn began­gen. Rich­ter Koch sprach davon, dass er dabei Stim­men gehört habe.

Dem 26-jäh­­ri­gen Deut­schen aus Schram­berg wird vor­ge­wor­fen, am Tat­tag zunächst eine Spru­del­fla­sche gegen eine Auf­zugstür gewor­fen zu haben. Dar­auf­hin sei der Käm­me­rer der Stadt zu ihm gegan­gen und habe ihn gefragt, wie er ihm hel­fen kön­ne, so die Ankla­ge der Staats­an­walt­schaft. Der 26-Jäh­­ri­ge habe ihm gesagt, er kön­ne gleich die Poli­zei holen – und dann unver­mit­telt zuge­sto­chen.

Da sein Opfer schüt­zend den Arm vor sich hielt, sei­en ihm zwei Venen in der Ach­sel durch­sto­chen wor­den.

Die Absicht des Ange­klag­ten sei es gewe­sen, zu töten, so die Staats­an­wäl­tin. Den­noch lau­tet die Ang­kla­ge auf ver­such­ten Tot­schlag mit schwe­rer Kör­per­ver­let­zung sowie Ver­stoß gegen das Waf­fen­ge­setz. Mes­ser wie das von dem 26-Jäh­­ri­gen benutz­te, ein soge­nann­tes But­­ter­fly-Mes­­ser, sind in Deutsch­land näm­lich ver­bo­ten.

Doch muss man ihn vor der Öffent­lich­keit schüt­zen? Der Kom­pro­miss des Gerichts: Bei der Ver­neh­mung des Ange­klag­ten sowie der sei­ner Eltern wird die Öffent­lich­keit aus­ge­schlos­sen, eben­so bei der Vor­stel­lung des Gut­ach­tens von Dr. Sala­ba­si­dis. Die übri­ge Beweis­auf­nah­me wird öffent­lich sein, denn das Inter­es­se der Öffent­lich­keit an dem Pro­zess sei groß, da die Tat im Rat­haus statt­ge­fun­den habe und das Opfer sehr bekannt sei, so Rich­ter Koch.

 

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