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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Schram­berg Sen­de­mast beim Ten­nen­bron­ner Feri­en­dorf: Stadt zieht Ver­fah­ren durch

Sendemast beim Tennenbronner Feriendorf: Stadt zieht Verfahren durch

Dis­kus­si­on im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik

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In der Dis­kus­si­on um die Breit­band­ver­sor­gung am Don­ners­tag ist der Breit­band­be­auf­trag­te der Stadt Kon­rad Gin­ter auch auf die Ver­sor­gung im Mobil­funk­netz ein­ge­gan­gen. Im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik des Gemein­de­ra­tes berich­te­te er, dass noch nicht alle Gebie­te mit dem 4G-Stan­dard ver­sorgt sei­en. In die­sem Zusam­men­hang  führ­te ein Bericht in einer loka­len Tages­zei­tung über eine „Strah­len­keu­le am Feri­en­park“ für Kopf­schüt­teln sowohl bei  der Ver­wal­tung als auch bei Ten­nen­bron­ner Ort­­schafts- und Gemein­de­rä­ten.

Gin­ter hat­te  in sei­nem Bericht erklärt, der jetzt beim Feri­en­park gefun­de­ne Stand­ort ober­halb der ehe­ma­li­gen Ten­nis­plät­ze sei ”der ein­zi­ge, der tech­nisch und wirt­schaft­lich umsetz­bar” sei. „Wir wer­den das Ver­fah­ren des­halb ganz nor­mal wei­ter­füh­ren.“ Das benö­tig­te Grund­stück habe die Stadt inzwi­schen gepach­tet.

”Viel Wind”

In der Dis­kus­si­on auf den Zei­tungs­be­richt ange­spro­chen, erklär­te Gin­ter, da wer­de „viel Wind“ gemacht. Es sei­en sei­ner Ein­schät­zung nach drei Per­so­nen in der nicht­öf­fent­li­chen Eigen­tü­mer­ver­samm­lung der Haus­ei­gen­tü­mer im Wohn- und Feri­en­park Rems­bach gewe­sen, die sich gegen den Mast aus­ge­spro­chen hät­ten. Und das bei einem Gebiet, in dem 600 Men­schen wohn­ten. Die Stadt wer­de eine Stel­lung­nah­me erar­bei­ten und den Brie­fe­schrei­bern zukom­men las­sen.

Laut Zei­tungs­be­richt for­dert Sieg­fried Gless, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der GIK Immo­bi­li­en­ser­vice, der auch Haus­ei­gen­tü­mer im Feri­en­park ist, „drin­gend eine Debat­te über Stand­or­tal­ter­na­ti­ven”. Die Haus­ei­gen­tü­mer sähen sowohl gesund­heit­li­che als auch tou­ris­ti­sche, ästhe­ti­sche oder auch Eigen­tums­ri­si­ken, wenn der Mast gebaut wür­de. Eine Anten­ne in Sicht­wei­te stel­le für die Feri­en­häu­ser „eine dras­ti­sche Wert­min­de­rung dar“, zitiert ihn das Blatt. Im Zusam­men­hang mit dem Mast sprach er von einer ”Strah­len­keu­le”.

Unge­fähr hier soll der Mast errich­tet wer­den. Der Pfeil zeigt nicht die Höhe des Mas­tes. Foto: him

Stadt- und Ort­schafts­rat Patrick Fleig, CDU, der an der nicht­öf­fent­li­chen Sit­zung teil­ge­nom­men hat­te, erin­ner­te sich anders. Das sei die Mei­nung eines Bewoh­ners gewe­sen, kei­nes­falls der Haus­ei­gen­tü­mer ins­ge­samt. Auch Ober­bür­ger­meis­te­rin Doro­thee Eisenlohr erin­nert sich anders an die Sit­zung vom 2. Novem­ber: „Wir haben zum The­ma eine klei­ne Anzahl von Brie­fen erhal­ten“, so Eisenlohr zur NRWZ, „eine Dame hat ein Flug­blatt ver­teilt.“

Früher Beschwerden wegen Mobilfunkloch, nun wegen ”Strahlenkeule”?

Sie habe den Ein­druck gehabt, dass etli­che der Feri­en­haus­be­sit­zer, die nicht vor Ort leb­ten, die Dis­kus­si­on um den Funk­mast im Ort­schafts­rat und Gemein­de­rat nicht mit­be­kom­men hat­ten. „Das war für vie­le neu und führ­te zu die­ser Irri­ta­ti­on.“ Die Feri­en­park­ver­wal­tung sei aber von Anfang an mit ein­be­zo­gen gewe­sen, betont Eisenlohr.

Neben Ort­schafts­rat Fleig hät­ten auch Man­fred Moos­mann als ehren­amt­li­cher Orts­vor­ste­her und Dan­ny Barow­ka für den Funk­mast gewor­ben. Sie erin­ner­ten an die jah­re­lan­gen Beschwer­den gera­de aus dem Feri­en­park, dass die Netz­ab­de­ckung so schlecht sei. Barow­ka als DRK-Hel­­fer berich­te­te von einem tra­gi­schen Fall, als jemand im Wald in der Nähe des Feri­en­parks ver­stor­ben sei, weil die Ret­tungs­kräf­te wegen feh­len­den Mobil­funk­emp­fangs den Ort zu spät fan­den. (Wir haben hier eine Kor­rek­tur vor­ge­nom­men, ursprüng­lich stand hier, es sei im Feri­en­park gewe­sen. Wir bit­ten um Ent­schul­di­gung, die Red.)

Zum Zei­tungs­ar­ti­kel mein­te Fleig in der Aus­schuss­sit­zung noch: „Es war nicht so, wie es dort stand. Im Übri­gen war der Bericht­erstat­ter nicht anwe­send.“

So wird der Funk­mast unge­fähr aus­se­hen. Foto: Stadt

Info: Der Mobil­funk­an­bie­ter voda­fone will einen 35 Meter hohen Sen­de­mast errich­ten, um den Feri­en­park und das Affen­tä­le, mög­li­cher­wei­se auch den Eich­bach mit Mobil­funk zu ver­sor­gen. Der Abstand zur nächs­ten Wohn­be­bau­ung wür­de etwa 135 Meter betra­gen. Auf dem Mast könn­ten auch ande­re Mobil­funk­an­bie­ter ihre Anten­nen mon­tie­ren. Sowohl der Ort­­schafts- als auch der Schram­ber­ger Gemein­de­rat hat­ten dem Vor­ha­ben zuge­stimmt.

 

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