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Sonntag, 5. Juli 2020
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    Sendemast beim Tennenbronner Feriendorf: Stadt zieht Verfahren durch

    Diskussion im Ausschuss für Umwelt und Technik

    In der Diskussion um die Breitbandversorgung am Donnerstag ist der Breitbandbeauftragte der Stadt Konrad Ginter auch auf die Versorgung im Mobilfunknetz eingegangen. Im Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderates berichtete er, dass noch nicht alle Gebiete mit dem 4G-Standard versorgt seien. In diesem Zusammenhang  führte ein Bericht in einer lokalen Tageszeitung über eine „Strahlenkeule am Ferienpark“ für Kopfschütteln sowohl bei  der Verwaltung als auch bei Tennenbronner Ortschafts- und Gemeinderäten.

    Ginter hatte  in seinem Bericht erklärt, der jetzt beim Ferienpark gefundene Standort oberhalb der ehemaligen Tennisplätze sei „der einzige, der technisch und wirtschaftlich umsetzbar“ sei. „Wir werden das Verfahren deshalb ganz normal weiterführen.“ Das benötigte Grundstück habe die Stadt inzwischen gepachtet.

    „Viel Wind“

    In der Diskussion auf den Zeitungsbericht angesprochen, erklärte Ginter, da werde „viel Wind“ gemacht. Es seien seiner Einschätzung nach drei Personen in der nichtöffentlichen Eigentümerversammlung der Hauseigentümer im Wohn- und Ferienpark Remsbach gewesen, die sich gegen den Mast ausgesprochen hätten. Und das bei einem Gebiet, in dem 600 Menschen wohnten. Die Stadt werde eine Stellungnahme erarbeiten und den Briefeschreibern zukommen lassen.

    Laut Zeitungsbericht fordert Siegfried Gless, geschäftsführender Gesellschafter der GIK Immobilienservice, der auch Hauseigentümer im Ferienpark ist, „dringend eine Debatte über Standortalternativen“. Die Hauseigentümer sähen sowohl gesundheitliche als auch touristische, ästhetische oder auch Eigentumsrisiken, wenn der Mast gebaut würde. Eine Antenne in Sichtweite stelle für die Ferienhäuser „eine drastische Wertminderung dar“, zitiert ihn das Blatt. Im Zusammenhang mit dem Mast sprach er von einer „Strahlenkeule“.

    Ungefähr hier soll der Mast errichtet werden. Der Pfeil zeigt nicht die Höhe des Mastes. Foto: him

    Stadt- und Ortschaftsrat Patrick Fleig, CDU, der an der nichtöffentlichen Sitzung teilgenommen hatte, erinnerte sich anders. Das sei die Meinung eines Bewohners gewesen, keinesfalls der Hauseigentümer insgesamt. Auch Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr erinnert sich anders an die Sitzung vom 2. November: „Wir haben zum Thema eine kleine Anzahl von Briefen erhalten“, so Eisenlohr zur NRWZ, „eine Dame hat ein Flugblatt verteilt.“

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    Früher Beschwerden wegen Mobilfunkloch, nun wegen „Strahlenkeule“?

    Sie habe den Eindruck gehabt, dass etliche der Ferienhausbesitzer, die nicht vor Ort lebten, die Diskussion um den Funkmast im Ortschaftsrat und Gemeinderat nicht mitbekommen hatten. „Das war für viele neu und führte zu dieser Irritation.“ Die Ferienparkverwaltung sei aber von Anfang an mit einbezogen gewesen, betont Eisenlohr.

    Neben Ortschaftsrat Fleig hätten auch Manfred Moosmann als ehrenamtlicher Ortsvorsteher und Danny Barowka für den Funkmast geworben. Sie erinnerten an die jahrelangen Beschwerden gerade aus dem Ferienpark, dass die Netzabdeckung so schlecht sei. Barowka als DRK-Helfer berichtete von einem tragischen Fall, als jemand im Wald in der Nähe des Ferienparks verstorben sei, weil die Rettungskräfte wegen fehlenden Mobilfunkempfangs den Ort zu spät fanden. (Wir haben hier eine Korrektur vorgenommen, ursprünglich stand hier, es sei im Ferienpark gewesen. Wir bitten um Entschuldigung, die Red.)

    Zum Zeitungsartikel meinte Fleig in der Ausschusssitzung noch: „Es war nicht so, wie es dort stand. Im Übrigen war der Berichterstatter nicht anwesend.“

    So wird der Funkmast ungefähr aussehen. Foto: Stadt

    Info: Der Mobilfunkanbieter vodafone will einen 35 Meter hohen Sendemast errichten, um den Ferienpark und das Affentäle, möglicherweise auch den Eichbach mit Mobilfunk zu versorgen. Der Abstand zur nächsten Wohnbebauung würde etwa 135 Meter betragen. Auf dem Mast könnten auch andere Mobilfunkanbieter ihre Antennen montieren. Sowohl der Ortschafts- als auch der Schramberger Gemeinderat hatten dem Vorhaben zugestimmt.

     

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