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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Schram­berg Ten­nen­bronn: Zwei Wind­kraft­an­la­gen sind rechts­kräf­tig geneh­migt

Tennenbronn: Zwei Windkraftanlagen sind rechtskräftig genehmigt

WKS-Chef: Wir bau­en auf der Fal­ken­hö­he

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SCHRAMBERG – Die Wind­kraft Scho­nach (WKS) ist ent­schlos­sen, zumin­dest drei Wind­kraft­an­la­gen im Bereich Fal­ken­hö­he zu bau­en. Zwei Anla­gen hat­te das Land­rats­amt Rott­weil geneh­migt. Für eine drit­te Anla­ge auf Horn­ber­ger Gemar­kung war­te man auf die Rechts­kraft des Flä­chen­nut­zungs­pla­nes, die die­ser Tage erfol­gen soll, so WKS-Geschäfts­­­füh­­rer Ger­hard Kienz­ler. Auf den Bau einer vier­ten Anla­ge, die das Land­rats­amt wohl ableh­nen wür­de, wol­le man zunächst ver­zich­ten.

„Wir sind aber noch nicht am Ziel“, betont Kienz­ler, ”wir müs­sen jetzt in die Aus­schrei­bung nach dem erneu­er­ba­re Ener­gi­en­ge­setz am 2. Sep­tem­ber.“  Das Gesetz sieht vor, dass jedes Quar­tal nur eine bestimm­te Anzahl von Wind­kraft­an­la­gen für den Neu­bau zuge­las­sen wer­den. Dabei müs­sen die Bau­her­ren ange­ben zu wel­chem Tarif – also Cent je Kilo­watt­stun­de –  sie ihren Strom spä­ter ein­spei­sen wol­len. Die Anla­gen mit den güns­tigs­ten Tari­fen kom­men dann zuerst zum Zuge. Kienz­ler sieht dar­in der­zeit kein gro­ßes Hin­der­nis, weil der­zeit weit weni­ger Anla­gen geneh­migt sind, als zuge­las­sen wer­den kön­nen.

Lange Lieferfristen – Bau beginnt erst 2021

Den­noch wer­den nicht vor 2021 die Schwer­trans­por­ter die Wind­kraft­tei­le auf die Fal­ken­hö­he schaf­fen. Trotz der deut­schen Wind­kraft­flau­te sei­en die Lie­fer­fris­ten mit einem Jahr lang: „Welt­weit boomt der Markt stark.“  Durch die­se Ver­zö­ge­rung gewin­ne man aber Zeit für die Pla­nung. Jede der drei Wind­ener­gie­an­la­gen auf der Fal­ken­hö­he wer­de pro Jahr neun bis zehn Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den Strom  erzeu­gen, schätzt Kienz­ler. Zum Ver­gleich: Die Tal­sper­re in Linach bei Furt­wan­gen pro­du­ziert ledig­lich etwa eine Mil­li­on Kilo­watt­stun­den pro Jahr.

Der geplan­te Wind­park Fal­ken­hö­he. Die Anla­ge 1 im roten Kreis wird vor­erst nicht gebaut. Gra­fik: Wind­kraft Scho­nach

Die nun her­aus­ge­nom­me­ne vier­te Anla­ge war eini­gen Anlie­gern beson­ders ein Dorn im Auge. Der Ver­zicht auf den Bau die­ser Anla­ge auf Lau­ter­ba­cher Gemar­kung wer­de die Akzep­tanz für die drei ande­ren stei­gen. Das hof­fen die Betei­lig­ten wenigs­tens.

Windkraftgegner: Beschwerde statt Widerspruch?

Ver­wun­de­rung hat die Ankün­di­gung des Diplom­bio­lo­gen Olaf Kif­fel aus­ge­löst, er wol­le sich gegen die Geneh­mi­gung beim Regie­rungs­prä­si­di­um Frei­burg beschwe­ren. Gegen den Geneh­mi­gungs­be­scheid hät­te Kif­fel Wider­spruch ein­le­gen kön­nen, hat­te die Frist dazu aber ver­strei­chen las­sen.

Der bun­des­weit als Wind­kraft­geg­ner akti­ve Main­zer hat­te gegen das Pro­jekt auf der Fal­ken­hö­he im ver­gan­ge­nen Som­mer zwei umfang­rei­che Stel­lung­nah­men ein­ge­reicht. Dar­in hat­te er die Gut­ach­ten der WKS kri­ti­siert, die­se sei­en „nicht prüf­fä­hig bezie­hungs­wei­se nicht ver­wend­bar“, so sein Urteil. Unter ande­rem, weil Unter­schrif­ten fehl­ten.

Das Land­rats­amt habe gro­ße Schwie­rig­kei­ten gehabt, Kif­fel zu kon­tak­tie­ren, berich­tet Andre­as Biehl, der das Ver­fah­ren bear­bei­tet hat. „Wir haben uns sehr gründ­lich sei­ner Beden­ken ange­nom­men.“ Zum Erör­te­rungs­ter­min am 28. März waren an die 40 Betei­lig­te, Behör­den­ver­tre­ter, Gut­ach­ter, Ein­wen­der, Bür­ger­meis­ter, Anwoh­ner gekom­men. Nur Kif­fel nicht. Die Exper­ten hät­ten schließ­lich fest­ge­stellt, dass Kif­fels Stel­lung­nah­men „sach­be­hörd­lich nicht trag­fä­hig“ sei­en. Wel­cher Art die ange­kün­dig­te „Beschwer­de“ Kif­fels sei, sei rät­sel­haft, so Biehl.

WKS-Geschäfts­­­füh­­rer Kienz­ler hat bei der Durch­sicht der Unter­la­gen Kif­fels fest­ge­stellt, die­ser habe „etwas zu viel ‚copy and pas­te‘ ange­wandt“ und aus Stel­lung­nah­men, die er für ande­re Anla­gen schon abge­ge­ben hat­te, zitiert. „Außer­dem war Kif­fel nie vor Ort auf der Fal­ken­hö­he.“ Die Gut­ach­ter hät­ten hun­der­te von Stun­den für ihre Unter­su­chun­gen dort ver­bracht.

Kiffel bricht Gespräch ab und verbietet Inhalte daraus zu verwenden

Auch ihm ist schlei­er­haft, was eine Beschwer­de beim Regie­rungs­prä­si­di­um bewir­ken soll. Schließ­lich sei das RP am Ver­fah­ren betei­ligt gewe­sen und habe die Geneh­mi­gung mit getra­gen, so  Kienz­ler. Die NRWZ Zei­tung hat auch mit Kif­fel gespro­chen, nach einer Fra­ge zu  sei­ner Moti­va­ti­on, brach er das Gespräch ab, und ver­bot uns, „jeg­li­che Infor­ma­ti­on, die ich Ihnen gege­ben habe, zu ver­wen­den“.

Info: Wer ist Olaf Kif­fel

Der Diplom­bio­lo­ge taucht immer dann in der Pres­se auf, wenn es dar­um geht, Wind­kraft­an­la­gen zu ver­hin­dern: „Wind­park Pferds­feld bleibt höchst umstrit­ten“, „Wind­park bei Wehr­da wird geprüft“ oder „Gut­ach­ten sorgt für Ver­wun­de­rung“, um nur drei von etwa 20 Über­schrif­ten zu Berich­ten zu nen­nen, in denen der Name Olaf Kif­fel auf­taucht. Aber auch die Was­ser­kraft ist ihm ein Dorn im Auge: „Bio­lo­ge for­dert Ende der Was­ser­kraft­an­la­ge in Nie­der­hau­sen“.

 

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