Der Fels­sturz auf der A 81 bei Tunin­gen (Schwarz­wald-Baar-Kreis), bei dem am Sams­tag­abend ein Por­sche­fah­rer ums Leben kam, hat­te nach ers­ten Erkennt­nis­sen des Lan­des­amts für Geo­lo­gie, Roh­stof­fe und Berg­bau (LGRB) eine natür­li­che Ursa­che. „Offen­bar hat der Wur­zel­druck von Bäu­men an der dicht bewach­se­nen Böschung den 3,5 Ton­nen schwe­ren Sand­stein­block 22 Meter ober­halb der Fahr­bahn gelöst und ins Rol­len gebracht“, teil­te das Regie­rungs­prä­si­di­um am Mon­tag mit.

Zwei Geo­lo­gen des Regie­rungs­prä­si­di­ums waren am Sonn­tag­mor­gen vor Ort und prüf­ten die Absturz­stel­le. Dabei stell­te sich her­aus, dass noch zwei wei­te­re, ähn­lich gro­ße Fels­blö­cke beid­sei­tig der Aus­bruch­ni­sche absturz­ge­fähr­det waren. Mit Hil­fe einer Fach­fir­ma und des THW wur­den die­se Fels­blö­cke ent­fernt. Erst danach konn­te die Sper­rung der Auto­bahn auf­ge­ho­ben wer­den.

Nach Infor­ma­ti­on der zustän­di­gen Auto­bahn­meis­te­rei wur­den an dem rele­van­ten Stre­cken­ab­schnitt an der A 81 in der Ver­gan­gen­heit kei­ne her­ab­ge­fal­le­nen Stei­ne oder Fels­bro­cken fest­ge­stellt. Der Stre­cken­dienst der Auto­bahn­meis­te­rei kon­trol­liert die Stra­ße täg­lich, auch am Wochen­en­de. Eigen­tü­me­rin der Böschung ist die Bun­des­stra­ßen­ver­wal­tung.

Das LGRB wur­de beauf­tragt, den Scha­dens­fall zu begut­ach­ten und die Ergeb­nis­se der Staats­an­walt­schaft Kon­stanz vor­zu­le­gen, die eine wei­te­re juris­ti­sche Bewer­tung des Fal­les vor­nimmt. Zu dem lau­fen­den Ver­fah­ren, der mög­li­chen Vor­her­seh­bar­keit und der Haf­tung kann das RP Frei­burg vor­erst kei­ne wei­te­ren Aus­sa­gen tref­fen. Dies obliegt der Staats­an­walt­schaft Kon­stanz. Dafür bit­tet das Regie­rungs­prä­si­di­um um Ver­ständ­nis.

Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on zur Kon­trol­le von Fels­hän­gen an Stra­ßen:

Fels­hän­ge an Stra­ßen, von denen eine Gefähr­dung für Ver­kehrs­teil­neh­mer durch Stein­schlag aus­geht, wer­den regel­mä­ßig von den Auto­bahn- und Stra­ßen­meis­te­rei­en gewar­tet. Die War­tung umfasst zum Bei­spiel das Besei­ti­gen von gelo­cker­tem Gestein. Hän­ge, die nicht als stein­schlag­ge­fähr­det ein­ge­stuft sind, wer­den im Rah­men der täg­li­chen Stre­cken­kon­trol­le stra­ßen­sei­tig beob­ach­tet. Dabei wird zum Bei­spiel geprüft, ob her­ab­ge­fal­le­ne Stei­ne in den Mul­den am Fuße der Böschun­gen auf­zu­fin­den sind.