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Montag, 28. September 2020

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17. Auflage für den „Tuttlinger Literaturherbst“

Drei Abende bleiben übrig

Einen Schwerpunkt im Herbstprogramm der Stadthalle Tuttlingen bildet seit Jahren die Literatur: Das soll auch in der 19. Spielzeit des Hauses nicht anders sein, selbst wenn der „Tuttlinger Literaturherbst“, der Pandemie geschuldet, diesmal nur drei Lese- und Autorenabende umfasst.

Die Tuttlinger Hallen haben das diesjährige Programm leicht reduziert und bringen zwischen dem 30. September und dem 5. November im Rahmen des „17. Tuttlinger Literaturherbsts“ mit Frank Goosen, Dr. Christine Eichel und Suzanne von Borsody (mit dem Trio Azul) namhafte Autorinnen und Autoren und Vortragende auf die Bühne. Die mittlerweile etablierte Reihe, die nicht immer aufs große Publikum schielt, möchte das Interesse am Buch und am Lesen hochhalten.

Eigentlich sollten es noch mehr Veranstaltungen sein, teilen die Tuttlinger Hallen mit, aber ein Teil wurde abgesagt und /oder verschoben. Die verbleibenden drei Veranstaltungen bilden einiges von der Bandbreite zeitgenössischen literarischen Schaffens hierzulande ab und bieten etwa mit dem musikalisch-literarischen Porträt der Malerin Frida Kahlo auch Formate, die den Rahmen einer herkömmlichen Lesung sprengen. „Die Reihe ist vor allem immer wieder ein großes intellektuelles Vergnügen“, wissen Geschäftsführer Michael Baur und der Tuttlinger Buchhändler und Kulturpreisträger 2012, Christoph „Stiefel“ Manz. Der gab 2003 (seinerzeit vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels lobend erwähnt) den Anstoß für die Reihe. „Gerade heute, in Zeiten veränderter Lesegewohnheiten und des E-Books, zählt die Literatur zu den festen Programmbestandteilen im Spielplan der Stadthalle. Die Reihe will der Literatur im Spektrum unseres Kulturangebots den Stellenwert einräumen, der ihr gebührt“, sagt Michael Baur. Die Freude auf die Beschäftigung mit Büchern zu wecken oder weiter zu fördern, ist das Ziel, das die Veranstalter mit der Reihe verfolgen, die sich ausdrücklich nicht nur an Vielleser richtet. Die Leseabende mit renommierten Autorinnen und Autoren und erfolgreichen Künstlern wollen gerade auch denen, die eher selten ein Buch zur Hand nehmen, zeigen, wie viel Vergnügen das Lesen und die Beschäftigung mit Literatur bereiten können.

Trotz des gekürzten Programm bringt die Reihe auch im 17. Jahr hochkarätige Gäste, unterhaltsam-spannende Themen und bisweilen auch streitbare Autorinnen und Autoren, die eines gemeinsam haben: sie werden viel gelesen, gelobt oder diskutiert. „Sie sollen – bei aller Unterschiedlichkeit – helfen zu vermitteln, dass Literatur auch ein Erlebnis sein kann“, so Michael Baur, der sich ein neugieriges Publikum wünscht, das selbst gerne liest oder einmal renommierte Autoren lesen hören und mit ihnen ins Gespräch kommen möchte.

Den Auftakt macht am 30. September der Kabarettist und Bestsellerautor Frank Goosen mit seinem Buch „Acht Tage die Woche – die Beatles und ich“. Der Abend verspricht pointensicheres literarisches Entertainment von dem Bochumer Künstler (u.a. „Liegen lernen“ oder „Sommerfest), dessen Bücher auch schon für das Kino verfilmt wurden. Goosen gelingt eine anrührende und spannende Liebeserklärung an die größte Band aller Zeiten – kenntnisreich, berührend-persönlich und irre witzig!

Auch um Musik geht es am 6. Oktober: Dann liest Christine Eichel aus „Der empfindsame Titan – Ludwig van Beethoven im Spiegel seiner wichtigsten Werke“. „Er war der Rockstar seiner Zeit: schwierige Kindheit, rebellisches Künstlertum, provokatives Auftreten – dennoch wird er von allen bejubelt“, sagt die Literatur- und Musikwissenschaftlerin und Autorin. Ebenso informativ wie unterhaltsam führt sie in den Kosmos Beethovens, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Den Abschluss macht dann am Donnerstag, 5. November, die große Schauspielerin Suzanne von Borsody. Sie liest Briefe, Gedichte und Tagebucheinträge der exzentrischen mexikanischen Malerin Frida Kahlo, musikalisch in Szene gesetzt durch das Trio Azul. Es sind intime, offenherzige Bekenntnisse, die von großem Humor und unbändiger Lebensfreude, aber auch von innerer Zerrissenheit zeugen. Ein Genuss – nicht nur für Frida-Kahlo-Fans.

Auf das Publikum warten also unterhaltsame, anspruchsvolle und sehr unterschiedliche Literaturveranstaltungen in der Stadthalle Tuttlingen. Karten gibt es bei der Vorverkaufsstelle der Tuttlinger Hallen, der Ticketbox in der Königstraße 13 (beim „Runden Eck“), außerdem bei allen Vorverkaufsstellen des Kulturtickets Schwarzwald-Baar-Heuberg und online unter www.tuttlinger-hallen.de erhältlich. Ein telefonischer Kartenservice wird unter Tel. (07461) 910996 eingerichtet.

 

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