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Rottweil
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Start Schram­berg Schram­berg als Zen­trum des Spät­klas­si­zis­mus im Schwarz­wald

Schramberg als Zentrum des Spätklassizismus im Schwarzwald

Füh­rung des Muse­ums- und Geschichts­ver­eins zum „Tag des offe­nen Denk­mals“


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Schram­berg. Unter dem Mot­to „Modern(e): Umbrü­che in Kunst und Archi­tek­tur“ fin­det am Sonn­tag der „Tag des offe­nen Denk­mals“ statt. Der Muse­ums- und Geschichts­ver­ein lädt in Koope­ra­ti­on mit dem Stadt­ar­chiv und Stadt­mu­se­um zu einer Begeg­nung mit dem Klas­si­zis­mus in Schram­berg ein.

„Die Stadt der Täler, Ber­ge und Bur­gen ist auch eine Stät­te des Klas­si­zis­mus, der hier fast schul­mä­ßig demons­triert wird“, schreibt Egon Rieb­le (1925–2016) in sei­nem zeit­los schö­nen Buch „Sehen und Ent­de­cken im Land­kreis Rott­weil“ aus dem Jahr 1980. Der Kunst­his­to­ri­ker und Kul­tur­re­fe­rent mach­te damals als weit­hin ers­ter dar­auf auf­merk­sam, dass Schram­berg als kaum beach­te­tes Zen­trum des Spät­klas­si­zis­mus im Schwarz­wald hoch­ran­gi­ge Kul­tur­denk­ma­le auf­zu­wei­sen hat: „An allen Ecken und Enden fin­det man klas­si­zis­ti­sche Details […] Und selbst da, wo man den Klas­si­zis­mus zuletzt ver­mu­tet hät­te, an Indus­trie­ge­bäu­den, ist er in Schram­berg anzu­tref­fen.“

Die Ent­ste­hung einer „neu­en Mit­te“ im spät­klas­si­zis­ti­schen Stil stellt eine der gro­ßen Beson­der­hei­ten in der bau­ge­schicht­li­chen Ent­wick­lung der Stadt Schram­berg dar. Über allen Wan­del hin­weg – ins­be­son­de­re die Zer­stö­rung frü­he­rer Raum­be­zie­hun­gen und Sicht­ach­sen durch die seit­her ent­stan­de­nen Gebäu­de und Stra­ßen – besitzt Schram­berg bis heu­te mit dem Schloss der Gra­fen von Bis­sin­gen und Nip­pen­burg (1841/43), der Katho­li­schen Stadt­pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt (1838/41) und der Schram­ber­ger Majo­li­ka­fa­brik (1834ff). – ein im Schwarz­wald ein­zig­ar­ti­ges spät­klas­si­zis­ti­sches Gebäu­de­en­sem­ble. Es bezeugt ein beein­dru­cken­des Selbst­be­wusst­sein der dama­li­gen Bür­ger­schaft, die mit die­ser „neu­en Mit­te“ ein ele­gant-urba­­nes Stadt­vier­tel hin­ter­ließ, das städ­te­bau­lich bis heu­te Maß­stä­be setzt.

Muse­ums­lei­ter und Stadt­ar­chi­var Cars­ten Kohl­mann wird bei einer Füh­rung das archi­tek­tur­ge­schicht­li­che Erbe des Klas­si­zis­mus in Schram­berg vor­stel­len. Die Füh­rung beginnt um 15 Uhr auf dem „Platz der Erin­ne­rung an die Herr­schaft Schram­berg“ vor der Katho­li­schen Stadt­pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt. Eine Anmel­dung ist nicht erfor­der­lich. Die Teil­nah­me ist kos­ten­los.

 

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