Schramberg als Zentrum des Spätklassizismus im Schwarzwald

Führung des Museums- und Geschichtsvereins zum „Tag des offenen Denkmals“

Schramberg. Unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ findet am Sonntag der „Tag des offenen Denkmals“ statt. Der Museums- und Geschichtsverein lädt in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum zu einer Begegnung mit dem Klassizismus in Schramberg ein.

„Die Stadt der Täler, Berge und Burgen ist auch eine Stätte des Klassizismus, der hier fast schulmäßig demonstriert wird“, schreibt Egon Rieble (1925-2016) in seinem zeitlos schönen Buch „Sehen und Entdecken im Landkreis Rottweil“ aus dem Jahr 1980. Der Kunsthistoriker und Kulturreferent machte damals als weithin erster darauf aufmerksam, dass Schramberg als kaum beachtetes Zentrum des Spätklassizismus im Schwarzwald hochrangige Kulturdenkmale aufzuweisen hat: „An allen Ecken und Enden findet man klassizistische Details […] Und selbst da, wo man den Klassizismus zuletzt vermutet hätte, an Industriegebäuden, ist er in Schramberg anzutreffen.“

Die Entstehung einer „neuen Mitte“ im spätklassizistischen Stil stellt eine der großen Besonderheiten in der baugeschichtlichen Entwicklung der Stadt Schramberg dar. Über allen Wandel hinweg – insbesondere die Zerstörung früherer Raumbeziehungen und Sichtachsen durch die seither entstandenen Gebäude und Straßen – besitzt Schramberg bis heute mit dem Schloss der Grafen von Bissingen und Nippenburg (1841/43), der Katholischen Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt (1838/41) und der Schramberger Majolikafabrik (1834ff). – ein im Schwarzwald einzigartiges spätklassizistisches Gebäudeensemble. Es bezeugt ein beeindruckendes Selbstbewusstsein der damaligen Bürgerschaft, die mit dieser „neuen Mitte“ ein elegant-urbanes Stadtviertel hinterließ, das städtebaulich bis heute Maßstäbe setzt.

Museumsleiter und Stadtarchivar Carsten Kohlmann wird bei einer Führung das architekturgeschichtliche Erbe des Klassizismus in Schramberg vorstellen. Die Führung beginnt um 15 Uhr auf dem „Platz der Erinnerung an die Herrschaft Schramberg“ vor der Katholischen Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

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