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Mittwoch, 26. Februar 2020

Stadtarchiv zeigt „Terrassenbauer“ am „Tag des offenen Denkmals“

Stadtarchiv Schramberg stellt am Sonntag Fotos des Gebäudes und Erinnerungen von Zeitzeugen vor

SCHRAMBERG (ck) – Zum „Tag des offenen Denkmals“ am 11. September finden mittlerweile auch in der Großen Kreisstadt Schramberg Ausstellungen und Führungen zu den rund 200 Kulturdenkmalen statt. In diesem Jahr wird am Sonntag im „Terrassenbau“ der Uhrenfabrik Junghans eine Ausstellung mit Fotos des Gebäudes und Erinnerungen von Zeitzeugen gezeigt. Dazu schreibt Stadtarchivar Carsten Kohlmann:

Ein Besuch im berühmten „Terrassenbau“ ist der Höhepunkt jeder Führung im Gewerbepark Junghans. Das Gebäude des Architekten Philipp Jakob Manz (1861-1936) aus dem Ersten Weltkrieg gilt als weltweit einzigartiger Industriebau in Steilhanglage und ist zum architektonischen Symbol für den „Mythos Junghans“ geworden. In der 1987 zum „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“ erklärten „Tageslichtfabrik“ wird in der nächsten Zeit auf Initiative von Hans-Jochem Steim ein neues Firmenmuseum eingerichtet.

Bereits 1927 wurde der „Terrassenbau“ von Gustav Adolf Platz in das Buch „Baukunst der neuesten Zeit“ über die bedeutendsten Werke der zeitgenössischen Architektur aufgenommen. 2005 hat die Kunsthistorikerin Kerstin Renz den „Terrassenbau“ in ihrer Doktorarbeit über Philipp Jakob Manz als einen Höhepunkt im Stahlbetonbau des 20. Jahrhunderts bezeichnet. 2015 wurde der „Terrassenbau“ deshalb auch in dem Film „Monumente des Fortschritts – Industriedenkmäler im Südwesten“ gewürdigt.

Der Terrassenbau - hier gesehen vom City-Hochhaus aus. Archiv-Foto: him
Der Terrassenbau – hier gesehen vom City-Hochhaus aus. Archiv-Foto: him

Das markante Industriegebäude gehört deshalb zu den Spitzensehenswürdigkeiten der Fünftälerstadt Schramberg von internationalem Rang und wird deshalb auch in der aktuellen Schwarzwaldliteratur seiner Bedeutung entsprechend hervorgehoben.

Zu Spitzenzeiten waren im „Terrassenbau“ etwa 450 „Junghansianer“ zunächst mit der Taschenuhren- und später mit der Armbanduhrenproduktion beschäftigt. Die Erinnerungen dieser Menschen stellen einen wichtigen Aspekt örtlicher Industriegeschichte dar. Vor diesem Hintergrund hat das Stadtarchiv vor drei Jahren damit begonnen, die Geschichte des Industriegebäudes genauer zu erforschen.

Der daraus entstandene Film „Der Terrassenbau der  Uhrenfabrik Junghans in Schramberg – Zeitzeugen berichten über ein Industriedenkmal“ mit den Erinnerungen der ehemaligen „Junghansianer“ Robert Abt, Franz Braun und Franz Zehnder (1928-2014) wird ab Freitag auf der Facebookseite der Großen Kreisstadt Schramberg zu sehen sein.

Zum diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ wurden weitere Zeitzeugen befragt und einige bisher unbekannte Fotos des Gebäudes entdeckt. Aus den Erinnerungen und Fotos ist in Kooperation mit dem Museums- und Geschichtsverein Schramberg die Ausstellung „Terrassenbauer“ entstanden, die mit Unterstützung der Uhrenfabrik Junghans am Sonntag in der dritten Terrasse gezeigt wird.

Die Ausstellung wird von Oberbürgermeister Thomas Herzog eröffnet, der über das Rahmenthema „Gemeinsam Denkmale erhalten“ und die Bedeutung des „Terrassenbaus“ für das historisch-kulturelle Erbe der Industriestadt Schramberg sprechen wird. Stadtarchivar Carsten Kohlmann wird in einem Forschungsbericht die Erinnerungen der bisher befragten „Terrassenbauer“ an ihr Berufsleben in diesem Gebäude lebendig werden lassen. An Kontakten zu weiteren Zeitzeugen ist das Stadtarchiv sehr interessiert, die sich unter der Telefonnummer 07422/29263 oder unter der E-Mail-Adresse stadtarchiv@schramberg.de melden können.

Info: Die Ausstellung wird am Sonntag um 11 Uhr im „Terrassenbau“ des Gewerbeparks Junghans eröffnet und kann bis 17 Uhr besichtigt werden (dritte Terrasse). Das Gebäude ist über den Parkplatz bei der Kantine an der Lauterbacher Straße zugänglich. Das Referat von Stadtarchivar Carsten Kohlmann wird um 13 und um 15 Uhr wiederholt. Die Besichtigung erfolgt auf eigene Gefahr.

 

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