Waldkrippe bei Schiltach lockt weg von der Glotze

Stimmungsvolles Ausflugsziel in der Weihnachtszeit

SCHILTACH – Am Anfang stand ein Wunsch: „Ich wollte, dass die Leute an Weihnachten nicht nur vor der Glotze sitzen, sondern raus in die Natur kommen.“  Eine Waldkrippe mit dem Jesuskindlein, Maria und Josef und natürlich Tieren schwebte Förster Holger Wöhrle vor. Damit ließen sich die Leute vielleicht ins Freie locken.

Wöhrle hat sich im jahr 2005 in seinem Revier umgeschaut, wo er einen geeigneten Platz für den Stall mit der Krippe finden könnte. Am Wanderweg von Schiltach nach Schenkenzell im Bereich Kuhbach wurde er fündig. Eine kleine Einkuhlung in einer Felswand schien ihm passen. Da der Weg eben verläuft, sei er auch für ältere Menschen gut zu begehen.

Er hat mit Freunden und Bekannten die Krippe gezimmert. „Die Krippenfiguren habe ich mit der Motorsäge ausgesägt und dann noch etwas nachbearbeitet“, erzählt er. Erst kamen  die Eltern und das Kind dran.

Es folgen die Tiere. Ochs, Schaf und Ziege. „Mein Esel sieht leider mehr nach Lama aus“, meint er grinsend. „Hätte ich ein Lama machen wollen, hätte ich es wahrscheinlich nicht hingebracht.“ 

Förster Holger Wöhrle und seine Waldkrippe bei Schiltach.
Foto: him

Ganz zum Schluss schuf er noch eine Katze und ein Hund. Der sei ein Draufsitztier: „Das mögen die Kinder.“ Ihm selbst seien seit seiner Kindheit die Tieren im Stall besonders wichtig gewesen.

Wenn es im Dezember früh dunkelt, dann zünden an den Adventswochenenden  freiwillige Helfer die Kerzen in den hölzernen und natürlichen Kerzenständern am Wegesrand an. „Wenn es dämmert, ist das sehr stimmungsvoll.“

Am Weg stehen mehrere in Holzklötze einmontierte Spieldosen. Die Mechanik haben die Lehrlinge aus der Hansgrohe-Ausbildungs-Werkstatt gebastelt. Wenn man dran dreht, ertönen Weihnachtslieder.

Gut geschützt: eine der Spieluhren am Weg.

Runderneuert

In diesem Jahr haben angehende Forstwirte von der  Ausbildungsstelle Oberndorf die Krippe erneuert. Die alte war „arg in die Jahre gekommen“. Aus einer extrem krummen Douglasie entstand der Eingangsbogen. Auch die Maria brauchte eine Auffrischung, erzählt Wöhrle. Der Leinölfirnis hatte im Laufe der Jahre ihr Gesicht geschwärzt. Doch jetzt ist alles bereit: Zwischen Weihnachten und Drei-König flackern am Weg zur Waldkrippe und an der Krippe selbst jeden Abend die Kerzen. Eigentlich genug Lockstoff, weg von der Glotze, raus in die Natur.

Info:  Wer den Weg zur Waldkrippe gehen möchte, kann entweder bei der Gerberei Trautwein oder beim Sportplatz vor Kuhbach loswandern. Wegweiser aus Holz zeigen die Richtung an.

 

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