Waldmössingen erinnert an Vinzenz Erath

Gedenkstunde zum 40. Todestag des Schriftstellers am 10. November

Gestaltung: Gunnar Link (Kommunikationsdesign Waldmössingen)

WALDMÖSSINGEN (ck)- Am 10. Novem­ber 1976 starb der Schrift­stel­ler Vin­zenz Erath, des­sen auto­bio­gra­phisch gepräg­te Roma­ne zu den bedeu­ten­den Wer­ken der deut­schen Nach­kriegs­li­te­ra­tur gehö­ren. Zu sei­nem 40. Todes­tag laden das Stadt­ar­chiv Schram­berg und der För­der­ver­ein zur Hei­mat­pfle­ge Wald­mös­sin­gen zu einer Gedenk­stun­de ein.

Vin­zenz Erath wur­de am 31. März 1906 in einer kin­der­rei­chen Bau­ern­fa­mi­lie in Wald­mös­sin­gen gebo­ren und wuchs dort in einer dörf­lich-katho­li­schen Welt auf, die zwar einer­seits noch in jahr­hun­der­te­al­ten Tra­di­tio­nen steck­te, aber ande­rer­seits immer mehr von der Moder­ne im Zeit­al­ter der Indus­tria­li­sie­rung und der Ideo­lo­gi­en erfasst wur­de.

Von Haus aus – vor allem von sei­ner Mut­ter her – hät­te Vin­zenz Erath eigent­lich katho­li­scher Geist­li­cher wer­den sol­len. Er hat­te auch bereits mit dem Stu­di­um der katho­li­schen Theo­lo­gie begon­nen, brach dann aber mit die­ser ihm auf­er­leg­ten Bestim­mung und wech­sel­te zum Stu­di­um der Ger­ma­nis­tik und Phi­lo­so­phie. In der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus wur­de er Lei­ter der Volks­hoch­schu­le in Reut­lin­gen, mel­de­te sich aber bald dar­auf nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges frei­wil­lig zur Wehr­macht. Das Kriegs­er­leb­nis – vor allem in Russ­land – präg­te ihn ähn­lich tief wie sei­ne Kind­heit in Wald­mös­sin­gen.

Nach der Ent­las­sung aus der sowje­ti­schen Kriegs­ge­fan­gen­schaft leb­te er mit sei­ner in Stutt­gart aus­ge­bomb­ten Fami­lie zunächst in Alt­heim auf der Ost­alb. Er arbei­te­te zunächst im Wald und bei der Eisen­bahn und begann gleich­zei­tig mit dem Schrei­ben sei­nes ers­ten Romans, der 1951 unter dem Titel „Grö­ßer als des Men­schen Herz. Ein Buch vom wah­ren Leben“ erschien und eine gro­ße Leser­schaft erreich­te. Es folg­ten die Roma­ne „Das blin­de Spiel“ (1954), „So zün­den die Väter das Feu­er an“ (1956), „So hoch der Him­mel“ (1962) und „Zwi­schen Staub und Ster­nen“ (1966). Post­hum erschien der zu Leb­zei­ten unver­öf­fent­licht geblie­be­ne Roman „Mis­teln im Schnee. Der Dom steht noch“ (2007).

Leben und Werk von Vin­zenz Erath wur­den von der Gro­ßen Kreis­stadt Schram­berg zu sei­nem 100. Geburts­tag und 30. Todes­tag im Jahr 2006 mit einem von dem Ger­ma­nis­ten Harald From­mer her­aus­ge­ge­be­nen Buch aus­führ­lich gewür­digt. Zu sei­nem 40. Todes­tag wol­len das Stadt­ar­chiv Schram­berg und der För­der­ver­ein zur Hei­mat­pfle­ge Wald­mös­sin­gen mit Lesun­gen aus sei­nen Roma­nen und im Gespräch mit sei­ner Toch­ter Sigu­ne Hir­lin­ger erneut an den Schrift­stel­ler erin­nern.

Gedenk­stun­de mit Lesun­gen

Aus den Roma­nen wer­den Naemi Flaig, Harald From­mer, Ulrich Jaud, Hil­de Kim­mich, Heinz Kirch­herr und Cars­ten Kohl­mann lesen. Bei dem Roman „So zün­den die Väter das Feu­er an“ wird Vin­zenz Erath mit einem vor eini­gen Jah­ren ent­deck­ten Ton­do­ku­ment selbst noch­mals zu Wort kom­men.

Eini­ge Roma­ne von Vin­zenz Erath und das zu sei­nem 100. Geburts­tag und 30. Todes­tag im Jahr 2006 erschie­ne­ne Buch wer­den bei der Gedenk­stun­de zu Son­der­prei­sen ange­bo­ten. Zur Erin­ne­rung an den 40. Todes­tag wer­den die Teil­neh­mer außer­dem ein eigens zu die­sem Anlass her­ge­stell­tes Lese­zei­chen mit einer Kurz­bio­gra­phie und Werk­über­sicht des Schrift­stel­lers erhal­ten.

Info: Die Gedenk­stun­de fin­det am Don­ners­tag, den 10. Novem­ber, um 19 Uhr im Gast­haus „Kreuz“ in Wald­mös­sin­gen statt. Der Ein­tritt ist frei.