Bäckerhandwerk nicht nur durch Corona gebeutelt

Bäckerhandwerk nicht nur durch Corona gebeutelt

In einem Gespräch mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Daniel Karrais, sprach Walter Storz, Inhaber der Inhaber der Handwerksbäckerei Storz, über Herausforderungen aber auch Chancen des Handwerks, besonders in Pandemiezeiten. Darüber berichtet der Abgeordnete in einer Pressemitteilung:

Der Traditionsbäckerbetrieb aus Schramberg, der seit 1908 bestehe, habe mittlerweile acht Standorte in der Region. Darunter auch eine gläserne Bäckerei auf dem Sulgen, wo man von der Straße aus Einblicke in die Arbeit in der Backstube bekommen könne. Die Lage sei für die Bäckereibetriebe sehr angespannt, berichtet Storz.

Fachkräftemangel noch verschärft

„Der Fachkräftemangel im Handwerk, dürfte kein Geheimnis mehr sein – der Effekt hat sich aber durch die Corona-Krise verstärkt,“ macht Walter Storz deutlich. Auf die Lockdowns und die daraus resultierende Kurzarbeit im Gastronomiebereich, wären viele im Bereich tätige in andere Jobs, vor allem der in die Industrie abgewandert. Damit habe sich ein ohnehin schon stattfindender Prozess beschleunigt.

„Manche Filialen von uns oder Wettbewerbern müssen die Öffnungszeiten kürzen. Das liegt vor allem daran, dass Personal knapp ist,“ verdeutlicht Storz.  Arbeitszeiten an den Wochenenden und ein schlechter Ruf der Branche, seien dafür die Triebkräfte. Dagegen müsse man etwas tun, mahnt der Bäckermeister – und appelliert: „Die Ursache für die Probleme im Handwerk, finden ihren Ursprung in der gesellschaftlichen Wertschätzung der Branche. Es muss eine Würdigung und Aufwertung der Leistung des Handwerks geben, vor allem auch durch die Politik.“

Handwerk eine tragende Säule der Gesellschaft

Das Handwerk sei eine tragende Säule der Wirtschaft und der Gesellschaft, so der Abgeordnete Karrais. „Die vielen kleinen Unternehmen bieten den Menschen im Kreis gute Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass unsere Infrastruktur und unsere Gebäude ausgestattet und Lebensmittel sowie weitere Produkte hergestellt werden“, erkenne Karrais an. Man habe sich in der Vergangenheit zu sehr auf den Weg zum Studium versteift. Dabei seien im Handwerk viele anspruchsvolle Berufe zu finden.

Storz würde, wie er sagt, gerne seine eigenen Fachkräfte im Betrieb ausbilden, doch es fehlte an den geeigneten Auszubildenden – es komme kaum Nachwuchs nach. Daniel Karrais möchte hier ansetzen: „Die Werkrealschule mit ihrem starken Praxisbezug muss erhalten und ausgebaut werden, damit Wege ins Handwerk offen sind. Gleiches gilt für die Realschulen, die nicht weiter geschwächt werden dürfen.“ Durch eine positive Haltung der Politik gegenüber dem Handwerk, könne man die Ausbildung für Handwerksberufe stärken und unterstützen, meint der FDP-Landtagsabgeordnete.

„Bürokratie abbauen“

Auch die bürokratischen Hürden sollten, laut Karrais, abgebaut werden. Damit stoße der Abgeordnete bei Walter Storz auf große Zustimmung. Dieser beklage eine zunehmende Flut von bürokratischen Vorgängen, die ihm den Alltag im Betrieb erschwerten. Beispielshaft dafür seien die Gewerbeanmeldungen für neu erschlossene Standorte – hier müssten für jede Filiale wieder dieselben Nachweise und Unterlagen vorgelegt und zusammengetragen werden, obwohl diese schon hinterlegt sein müssten. Hier zeige sich nach Storz Ansicht die Rückständigkeit der öffentlichen Verwaltung, die die Produktivität ausbremse.

Hier würde auch ein weiterer Aspekt zum Tragen kommen, erklärt der Abgeordnete: Eine besser genutzte und digitalisierte Verwaltung würde zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnen, zum Beispiel einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Bürokratieabbau leisten. „Konsequent die Verwaltung zu digitalisieren ist notwendig, um solche Mehrfachbürokratie zu vermeiden. Das hilft doch so am Schluss vom Tag niemandem“, so Karrais abschließend.

 

 

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 30. November 2021 von Martin Himmelheber (him). Erschienen unter https://www.nrwz.de/in-kuerze/baeckerhandwerk-nicht-nur-durch-corona-gebeutelt/330595