International bekannter Theologe der Hoffnung kommt nach Rottweil

Prof. Dr. Jürgen Moltmann. Foto: pm

ROTTWEIL – Prof. Dr. Jür­gen Molt­mann, Tübin­gen, hält am Diens­tag, 20. Febru­ar ab 19.30 in Rott­weil, Evan­ge­li­sches Gemein­de­haus, Johan­ni­ter­stra­ße 30, einen Vor­trag unter dem Titel „Der Gott der Hoff­nung und unse­re Zukunft. Es gibt immer einen Anfang.”

Prof. Dr. Jür­gen Molt­mann ist einer der bekann­tes­ten evan­ge­li­schen Theo­lo­gen – inter­na­tio­nal. Mit sei­ner Theo­lo­gie der Hoff­nung, die er in den 60er Jah­ren geschrie­ben hat, ange­regt durch das „Prin­zip Hoff­nung“ von dem Phi­lo­so­phen Ernst Bloch, ist er welt­weit zu einem gefrag­ten Theo­lo­gen gewor­den. Denn Molt­mann hat die Kraft der Hoff­nung in den Mit­tel­punkt sei­ner Theo­lo­gie gestellt. Ihm war es wich­tig, eine poli­ti­sche, „der Welt zuge­wand­ten“ Theo­lo­gie zu ent­wi­ckeln.

Es war eine Bot­schaft, die im Ein­klang stand mit den tur­bu­len­ten 1960er Jah­ren und ihren Stu­den­ten­un­ru­hen in Euro­pa, der Bür­ger­rechts­be­we­gung und den Demons­tra­tio­nen gegen den Viet­nam­krieg in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und den For­de­run­gen aus Afri­ka, Asi­en und Latein­ame­ri­ka nach wirt­schaft­li­cher und poli­ti­scher Befrei­ung. Auch jetzt, nach mehr als 50 Jah­ren, ver­mag Molt­manns Bot­schaft immer noch zu inspi­rie­ren.

Die Theo­lo­gie der Hoff­nung war und ist über­all dort gefragt, wo Men­schen sich in Bewe­gung set­zen für eine mensch­li­che, gerech­te und umwelt­freund­li­che Welt. Nicht nur in den sozia­len und öko­lo­gi­schen Befrei­ungs­be­we­gun­gen in Deutsch­land son­dern auch in den Befrei­ungs­be­we­gun­gen in Latein­ame­ri­ka und Süd­ko­rea. Prof. Molt­mann ist mit sei­nen über 90 Jah­ren auch jetzt noch auf Vor­trags­rei­sen in die­sen Län­dern – und kommt nun nach Rott­weil, „denn auch hier ist die Kraft der Hoff­nung gefragt in all den Umbrü­chen, die wir gesell­schafts­po­li­tisch, öko­lo­gisch und auch kirch­lich erle­ben”.

Fünf­zig Jah­re nach der Theo­lo­gie der Hoff­nung bleibt die Zukunft der Theo­lo­gie für Molt­mann eine Theo­lo­gie des „Kom­men Got­tes“, in der die Hoff­nung – durch Visio­nen, Träu­me und Pro­jek­te – die Vor­stel­lungs­kraft weckt, die Gren­zen der Wirk­lich­keit in den Bereich des Mög­li­chen zu tran­szen­die­ren. Also eine Kraft, die gegen den Trend zur Indi­vi­dua­li­sie­rung wie­der zu einer gemein­sa­men Bewe­gung befä­higt. Eine sol­che Hoff­nung, so fährt er fort, „macht die christ­li­che Gemein­de zum Quell­ort immer neu­er Impul­se für die Ver­wirk­li­chung von Recht, Frei­heit und Huma­ni­tät hier im Licht der ange­sag­ten Zukunft, die kom­men soll.”