Mariae Lichtmess – bekanntes Datum, vergessenes Fest

Mariae Lichtmess – bekanntes Datum, vergessenes Fest

ZIMMERN – Wie Mariae Lichtmess theologisch einzuordnen ist, was dort eigentlich genau gefeiert wird und warum der sogenannte Bauernwinter vom 11. November bis zum 2. Februar viel älter ist als der christliche Jahreslauf, erläutert Professor Werner Mezger in einem Vortrag mit vielen Bildern am Freitag, 2. Februar ab 20 Uhr im Johannessaal der Arche in Zimmern.

Mariae Lichtmess, am 2. Februar, bildet eine wichtige Zäsur im Kalender, die nicht nur die Weihnachtszeit endgültig abschließt, sondern die vor allem in der Landwirtschaft große Bedeutung hatte. An Lichtmess begann das neue bäuerliche Arbeitsjahr und endete die 84-tägige Winterpause, deren Anfang traditionell der Martinstag, also der 11. November bildete. Waren dort die Saisonarbeitskräfte entlassen worden, wurden sie an Lichtmess wieder eingestellt, was zu regen Wanderbewegungen von Arbeitssuchenden führte.

Geselligkeiten begleiteten das Geschehen, Märkte fanden statt, in einigen reformierten Gebieten wurde das katholische Marienfest sogar demonstrativ zum Fastnachtstermin umfunktioniert. Besonders pittoreske Feierlichkeiten entwickelten sich, vereinzelt sogar noch kombiniert mit Sankt Blasius am 3. Februar, in Südeuropa, etwa in Spanien. Werner Mezger, bekannt durch viele Buchveröffentlichungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen, ist Professor für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Universität Freiburg und Direktor des Freiburger Instituts für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa. Der Eintritt ist frei.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 29. Januar 2018 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/in-kuerze/kurse/mariae-lichtmess-bekanntes-datum-vergessenes-fest/193654