Das spätklassizistische Schramberg auf einer Lithographie von Karl Isaak Kunz (1821-1895) um 1845 Foto: Stadtarchiv Schramberg

Die Katho­li­sche Stadt­pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt in Schram­berg ist als spät­klas­si­zis­ti­sche Basi­li­ka für den Kir­chen­bau des 19. Jahr­hun­derts im deut­schen Süd­wes­ten von gro­ßer Bedeu­tung. Zu ihrem 175-jäh­ri­gen Wei­he­ju­bi­lä­um refe­riert am Frei­tag der Exper­te Hei­ner Gie­se beim Muse­ums- und Geschichts­ver­ein Schram­berg über die­ses The­ma.

Die Katho­li­sche Kir­chen­ge­mein­de Sankt Maria-Hei­lig Geist wird am Wochen­en­de das 175-jäh­ri­ge Wei­he­ju­bi­lä­um der Stadt­pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt mit einem gro­ßen Fest­pro­gramm bege­hen. Als her­aus­ra­gen­de spät­klas­si­zis­ti­sche Kir­che stellt „Sankt Maria“, wie man das Got­tes­haus in Schram­berg kurz nennt, eines der wich­tigs­ten Kul­tur­denk­ma­le von über­ört­li­cher Bedeu­tung dar.

Zum Auf­takt des Jubi­lä­ums lädt der Muse­ums- und Geschichts­ver­ein in Koope­ra­ti­on mit dem Stadt­ar­chiv und Stadt­mu­se­um am Frei­tag, 18. Okto­ber, zu einem Vor­trag über das The­ma „Sakra­ler Ort und ratio­na­ler Raum“ des Exper­ten Hei­ner Gie­se aus Rot­ten­burg am Neckar ein.

Rege Bautätigkeit

In der Diö­ze­se Rot­ten­burg des jun­gen König­reichs Würt­tem­berg setz­te bald nach ihrer Grün­dung im Jahr 1817 eine rege Bau­tä­tig­keit für die stark wach­sen­den Pfarr­ge­mein­den ein. In Schram­berg wur­de von 1838 bis 1841 unter der Lei­tung des Bau­in­spek­tors Carl Chris­ti­an Nief­fer (1787–1871) aus Balingen und des Bau­meis­ters Franz Storz (1814–1855) aus Schram­berg eine drei­schif­fi­ge Basi­li­ka­kir­che („Pfarr­kir­che und Königs­hal­le“) gebaut, die zusam­men mit dem Schloss der Gra­fen von Bis­sin­gen und Nip­pen­burg und dem Kom­plex der ehe­ma­li­gen Stein­gut- und Por­zel­lan­fa­brik mit Vil­la das Bild von Schram­berg bis heu­te ein­drucks­voll prägt.

Der Refe­rent wur­de im Jahr 2007 mit einer Dis­ser­ta­ti­on über das The­ma „Pfarr­kir­chen um 1828. Sakral­ar­chi­tek­tur in der Ent­ste­hungs­zeit der Diö­ze­se Rot­ten­burg“ an der Fakul­tät für Archi­tek­tur der Uni­ver­si­tät Stutt­gart pro­mo­viert, die im Jahr 2008 als Buch ver­öf­fent­licht wur­de. Der lang­jäh­ri­ge Diö­ze­san­bau­meis­ter ist heu­te als Refe­rent für das Finanz­mi­nis­te­ri­um Baden-Würt­tem­berg tätig.

In sei­nem Vor­trag wird er die Grund­zü­ge des Kir­chen­baus in der frü­hen Diö­ze­se Rot­ten­burg dar­stel­len und die beson­de­re Posi­ti­on der Stadt­pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt in Schram­berg auf­zei­gen. Der Vor­trag fin­det um 19 Uhr im Stadt­mu­se­um statt (Bahn­hof­stra­ße 1).

Info: In der Serie „Post­kar­ten des Stadt­ar­chivs und Stadt­mu­se­ums Schram­berg“ erscheint zum Jubi­lä­um „175 Jah­re Katho­li­sche Stadt­pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt in Schram­berg“ ein Nach­druck einer Litho­gra­phie von Karl Isaak Kunz (1821–1895) um das Jahr 1845. Beim Vor­trag am Frei­tag und beim Fest­got­tes­dienst am Sonn­tag erhal­ten die Besu­che­rin­nen und Besu­cher eine Post­kar­te zur Erin­ne­rung als Geschenk, danach ist sie in der Stadt­pfarr­kir­che und im Stadt­mu­se­um für 1 € erhält­lich.