Vortrag: Gebaute Macht: Römische Kastelltore und Türme

Der 2013 errichtete Rekonstruktionsversuch des Osttors des Kastells Pförring aus modernen Materialien. Grafik: pm

ROTTWEIL – Einen Blick zu römi­schen Toren und Tür­men als Teil von Reprä­sen­ta­ti­on und Macht­dar­stel­lung bie­tet ein Vor­trag von Dr. Chris­tof Flü­gel von der Lan­des­stel­le für die Nicht­staat­li­chen Muse­en in Bay­ern am Diens­tag, 20. Juni. Der Vor­trag star­tet um 18 Uhr im Domi­ni­ka­ner­mu­se­um und ist sowohl Teil der Rei­he zum 25-jäh­ri­gen Bestehen des Muse­ums als auch ein Bei­trag des Domi­ni­ka­ner­mu­se­ums zum Jahr der Tür­me. Der Ein­tritt ist frei.

Die römi­sche Mili­tär­ar­chi­tek­tur war auch in den Pro­vin­zen auf Reprä­sen­ta­ti­on und Macht­de­mons­tra­ti­on aus­ge­rich­tet: Die Tore der Hilfs­trup­pen­kas­tel­le erreich­ten hier Höhen bis zu 16 Meter, wäh­rend Legi­ons­la­ger-Tore über 20 Meter hoch waren. Quel­len dafür sind neben archäo­lo­gi­schen Befun­den, die auf die ursprüng­li­chen Dimen­sio­nen schlie­ßen las­sen, Fibeln mit Archi­tek­tur­dar­stel­lung, Reli­efs und Ton­mo­del­le, aber auch lyri­sche Beschrei­bun­gen dich­ten­der Sol­da­ten an den äußers­ten Gren­zen des Impe­ri­ums. Das beein­dru­cken­de Aus­se­hen der Mili­tär­ar­chi­tek­tur in der Land­schaft führ­te sogar zu einer regel­rech­ten Tou­ris­mus- und Sou­ve­nir-Indus­trie in römi­scher Zeit.

In den 1980 Jah­ren ent­stan­den beson­ders in Bay­ern und Baden-Würt­tem­berg zahl­rei­che Nach­bau­ten römi­scher Mili­tär­ar­chi­tek­tur, bei­spiels­wei­se in Welz­heim, Wei­ßen­burg Pfünz oder Wald­mös­sin­gen. Sie fan­den Ein­gang in das kol­lek­ti­ve „römi­sche Bild­ge­dächt­nis“ der inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit und gel­ten bis heu­te beson­ders in der Tou­ris­mus­in­dus­trie als Bil­diko­nen der römi­schen Ver­gan­gen­heit. Die neu­en For­schun­gen zei­gen aber, dass alle die­se Nach­bau­ten aus heu­ti­ger Sicht zu nied­rig sind: Auch am Ran­de des Impe­ri­ums wur­den in der Archi­tek­tur Dimen­sio­nen wie in Ita­li­en erreicht.

Der Ein­tritt zu den Vor­trä­gen ist frei. Alle Titel und Ter­mi­ne auch unter www.dominikanermuseum.de.