Stephan Hebel. Foto: Alex Kraus

ROTTWEIL – Mit dem Umgang mit gesell­schaft­li­chen Ängs­ten in der Poli­tik befasst sich ein Vor­trag von Ste­phan Hebel am  Don­ners­tag, 7. Sep­tem­ber ab 19.30 Uhr im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus Rott­weil, Johan­ni­ter­str. 30. Ver­an­stal­ter sind die Katho­li­schen Erwach­se­nen­bil­dung ( keb) und evan­ge­li­schen Erwach­se­nen­bil­dung Rott­weil in Koope­ra­ti­on mit dem Freun­des­kreis Asyl Rott­weil und der Loka­le Agen­da Rott­weil.

Es gibt in der heu­ti­gen Zeit vie­le Ängs­te. Die Angst vor den und dem Frem­den, die Angst vor dem Unbe­kann­ten, die Angst vor Unsi­cher­heit – beruf­lich wie poli­tisch – die Angst, zu kurz zu kom­men, die Angst vor Ter­ror, die Angst vor Krank­heit und Ver­lus­ten und vie­les mehr.

Die gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung in einer glo­ba­len Welt hat vie­le Chan­cen, aber bringt auch vie­le kom­ple­xe Her­aus­for­de­run­gen mit sich. Kri­sen, die nicht schnell zu lösen sind, Fra­gen, die nicht gleich beant­wor­tet wer­den kön­nen. Wir sind her­aus­ge­for­dert, in vie­len Berei­chen neu zu den­ken.

In die­ser Zeit ent­wi­ckelt sich eine Geis­tes­hal­tung, die mit ein­fa­chen Ant­wor­ten ver­sucht, die Pro­ble­me von heu­te mit Lösun­gen von frü­her an zu gehen. Natio­na­lis­mus, eine Abwehr des Frem­den, die Beto­nung der deut­schen Wer­te – was man auch immer dar­un­ter ver­ste­hen mag.

Ste­phan Hebel, ein frei­er Jour­na­list, der für die Frank­fur­ter Rund­schau, für den Deutsch­land­funk und für Publik Forum schreibt und immer wie­der im Pres­se­club der ARD ein­ge­la­den ist, hat sich mit die­sem Zusam­men­hang beschäf­tigt. Den Ängs­ten und damit ver­bun­den der Nei­gung, in einer rech­ten, natio­nal­kon­ser­va­ti­ven Poli­tik Lösun­gen zu fin­den. In dif­fe­ren­zier­ter Wei­se fragt er nach den eigent­li­chen Ursa­chen der Ängs­te und zeigt auf, wie die­se miss­braucht wer­den in einer natio­na­lis­ti­schen Poli­tik. Ihm ist es ein Anlie­gen, die Ängs­te zu ver­ste­hen und doch nach den Ursa­chen die­ser Ängs­te zu fra­gen. Vie­le kom­ple­xe Pro­ble­me sind nicht erst durch die Flücht­lings­be­we­gung oder die „ Will­kom­mens­kul­tur“ ent­stan­den. Es geht viel mehr um die grund­sätz­li­che Fra­ge, wel­che Poli­tik es braucht, um allen Men­schen eine siche­re Zukunft zu ermög­li­chen. Kol­lek­ti­ve Ängs­te behin­dern das Den­ken und machen unfrei, nach krea­ti­ven Lösun­gen zu suchen für einen Umgang mit Frem­den und Unbe­kann­tem.

Die Exis­tenz ras­sis­ti­scher, extre­mis­ti­scher und gefähr­li­cher rechts­po­pu­lis­ti­scher Ein­stel­lun­gen in unse­rer Gesell­schaft erfüllt uns als Chris­ten und Chris­tin­nen mit gro­ßer Sor­ge.“ heißt es in einer Ver­laut­ba­rung der EKD ( Evan­ge­li­sche Kir­che Deutsch­land). Und der katho­li­sche Theo­lo­ge Paul Zuleh­ner sagt, Chris­ten müs­sen nicht das christ­li­che Abend­land ret­ten, son­dern das Christ­li­che im Abend­land – und das bedeu­tet einen mensch­li­chen Umgang mit allen Men­schen, die hier leben. Fremd sind wir alle irgend­wo in die­ser Welt.