Runder Rücken - so sollte man es nicht machen, besser mit geradem Rücken aus den Knien heraus heben. Foto: AOK

Rücken­lei­den sind im Land­kreis Rott­weil seit Jah­ren auf dem Vor­marsch, dar­auf weist die AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg anläss­lich des Tags der Rücken­ge­sund­heit am 15. März in einer Pres­se­mit­tei­lung hin.

18.700 AOK-Ver­si­cher­te waren nach der aktu­el­len Aus­wer­tung im Jahr 2016 des­we­gen in ärzt­li­cher Behand­lung. Dies ent­spricht genau einem Vier­tel aller Ver­si­cher­ten im Land­kreis Rott­weil. Jedes Jahr wer­den es knapp drei Pro­zent mehr, die wegen Rücken­schmer­zen in Behand­lung sind. Dabei ist der Anstieg, der auf die Bevöl­ke­rungs­al­te­rung zurück­zu­füh­ren ist, bereits her­aus­ge­rech­net.

Seit 2012 beläuft sich der Anstieg der Behand­lungs­be­dürf­ti­gen auf 16 Pro­zent. Da gut die Hälf­te der Men­schen im Land­kreis bei der AOK ver­si­chert sind, kön­ne man die­se Ergeb­nis­se auch auf die Gesamt­be­völ­ke­rung über­tra­gen, so die Kran­ken­kas­se. Aller­dings sei mit einer hohen Dun­kel­zif­fer zu rech­nen, da nicht jeder Betrof­fe­ne einen Arzt auf­su­che.

„Rücken­lei­den sind inzwi­schen eine Volks­krank­heit – her­vor­ge­ru­fen durch fal­sche Belas­tun­gen in All­tag und Beruf“, sagt Myri­am Gar­ten. Die AOK-Gesund­heits­ex­per­tin betreut vie­le Unter­neh­men in der Regi­on in Sachen betrieb­li­che Gesund­heits­ma­nage­ment. Mit ein paar klei­nen Ver­hal­tens­än­de­run­gen kön­ne man der Fehl­be­las­tung aber ent­ge­gen­wir­ken, damit Erkran­kun­gen gar nicht erst ent­ste­hen. Gar­ten: „Wer schwer tra­gen muss, soll­te die Last mög­lichst nah am Kör­per füh­ren. Beim Anhe­ben soll­te man kei­nen run­den Rücken machen. Statt­des­sen die Knie beu­gen und die Last mit gera­dem Rücken anhe­ben. So erle­digt die Bein­mus­ku­la­tur die Haupt­ar­beit und nicht die Wir­bel­säu­le.“

Wer am Schreib­tisch arbei­tet, soll­te öfter die Sitz­po­si­ti­on wech­seln und alle 30 Minu­ten kurz auf­ste­hen. Auch soll­te man nicht mit krum­mem Rücken oder über­ein­an­der­ge­schla­ge­nen Bei­nen sit­zen. „Das sieht bequem aus, belas­tet aber die Band­schei­ben“, erklärt Gar­ten. Die­se sei­en wie ein Schwamm. Im Lie­gen und bei rhyth­mi­schen Bewe­gun­gen wie zum Bei­spiel Lau­fen oder Gehen saugt sich ihr Kern mit Nähr­flüs­sig­keit voll. „Im Ste­hen oder Sit­zen wer­den die Band­schei­ben hin­ge­gen förm­lich aus­ge­trock­net.“

Ist der Rücken­schmerz akut, rät die AOK-Exper­tin zu Wär­me. Wich­tig sei, dass der Pati­ent schnell wie­der in Bewe­gung kommt, um so an der Ursa­che des Schmer­zes anset­zen zu kön­nen. Ein Teu­fels­kreis aus Schmer­zen und Scho­nung dür­fe mög­lichst nicht ent­ste­hen. Eine ent­spre­chen­de Dia­gnos­tik erfol­ge über den Arzt, die­ser bestimmt dann auch die wei­te­ren The­ra­pie­mög­lich­kei­ten, heißt es abschlie­ßend.