Landtagsabgeordneter Thomas Blenke, Innenexperte der CDU-Landtagsfraktion beim Seniorennachmittag im Gemdeindezentrum "Sonne" in Lauterbach: Wir müssen die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen noch deutlich verbessern. Foto: pm

LAUTERBACH (pm) – Bei der „Begeg­nung in der Son­ne“, beim Senio­ren­nach­mit­tag im Gemein­de­zen­trum in Lau­ter­bach war­te­te der innen­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Land­tags­frak­ti­on, Tho­mas Blen­ke „mit guten, aber auch mit bedenk­lich wir­ken­den Nach­rich­ten auf”, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung der CDU. Und wei­ter:

Die Inne­re Sicher­heit, eines der The­men­be­rei­che, bei denen die Lan­des­po­li­tik ganz ent­schei­dend in der Ver­ant­wor­tung steht, steht stets in dem Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen Frei­heit und Sicher­heit. Dies eine Kern­the­se als Aus­gangs­punkt für einen Bereich, der jeden Ein­zel­nen ganz kon­kret und ganz direkt betrifft, so der christ­de­mo­kra­ti­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te aus dem Kreis Calw: „Unse­re Auf­ga­be als Land ist es, die Bür­ger zu schüt­zen und ihnen mög­lichst viel an Sicher­heit zu geben.“

Abso­lu­te Sicher­heit ist nicht mög­lich, dies ist jedem klar, doch „wir in Baden-Würt­tem­berg und vor allem wir im Schwarz­wald leben im Ver­gleich mit ande­ren in einer siche­re­ren Regi­on.“ Doch damit kann sich nie­mand zufrie­den geben. Und des­we­gen zeig­te sich der 56-jäh­ri­ge Abge­ord­ne­te auch außer­or­dent­lich zufrie­den damit, dass es in der Koali­ti­on mit den Grü­nen (!) gelun­gen ist,  in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode 1500 zusätz­li­chen Poli­zei­dienst­stel­len zu schaf­fen. Dies und die bes­se­re Aus­stat­tung immer mit dem Ziel, den Bür­gern das Gefühl zu geben, dass sie sicher leben. Auch mit mehr Prä­senz auf der Stra­ße!

Aber  wir sind kei­ne Insel der Glück­se­lig­keit.“ So gehö­ren die Woh­nungs­ein­brü­che mit zu den Tat­vor­gän­gen, die zwar im ver­gan­ge­nen Jahr zurück­ge­gan­gen sind, die aber den­noch ein gro­ßes Pro­blem dar­stel­len und vor allem auf Grund der oft­mals trau­ma­ti­schen Fol­gen neben den mate­ri­el­len Fol­gen star­ke und andau­ern­de ide­el­le, men­ta­le Fol­gen nach sich zie­hen.

Und auch hier ist neben dem Staat jeder Ein­zel­ne gefor­dert; durch geziel­te Maß­nah­men wie siche­re­re Fens­ter als auch durch Wach­sam­keit. So dass der poten­zi­el­le Ein­bre­cher auf­gibt, wenn er merkt, dass er kei­ne Chan­ce hat, ins Haus zu kom­men. Bes­ser als wenn es zur even­tu­el­len Aus­ein­an­der­set­zung im Haus kommt, die mög­lichst ver­mie­den wer­den soll­te – der Innen- und Poli­zei­ex­per­te riet in der Dis­kus­si­on auf Anfra­ge davon ab, einen Ein­dring­ling mit der Brat­pfan­ne zu emp­fan­gen.

Was sich anhört, als sei es zum Schmun­zeln, hat jedoch alles einen über­haupt nicht lus­ti­gen Hin­ter­grund: Tho­mas Blen­ke erin­ner­te in sei­nem halb­stün­di­gen Vor­trag an die vor allem aus dem süd­ost­eu­ro­päi­schen Raum kom­men­den Ban­den, die zwar nicht mehr in der gro­ßen Zahl auf­tau­chen, aber noch immer ein Pro­blem dar­stel­len, wie auch die zwar gestie­ge­ne, aber noch immer nicht aus­rei­chend vor­han­de­ne Auf­klä­rungs­quo­te.

In einem wei­te­ren Teil sprach der gelern­te Jurist die zuneh­men­de Gewalt­be­reit­schaft und Respekt­lo­sig­keit gegen Poli­zis­ten, Feu­er­wehr­leu­te oder auch Ret­tungs­sa­ni­tä­ter an, „die wir nicht hin­neh­men kön­nen.“ Des­we­gen begrüßt er aus­drück­lich die vor kur­zem vom Bund beschlos­se­nen Ver­schär­fun­gen des  Straf­ma­ßes gegen „die­se Atta­cken gegen den Staat, die wir uns nicht gefal­len las­sen kön­nen.“

Dass die inne­re und die äuße­re Sicher­heit gar nicht mehr so zu tren­nen sind, zeig­te der CDU-Poli­ti­ker am isla­mis­ti­schen Ter­ror auf, „der jetzt auch bei uns ange­kom­men ist.“ Und anders als der Ter­ro­ris­mus der 1970er Jah­re „kann es jeden tref­fen. Wie das Bei­spiel in Ber­lin auf dem Breit­scheid­platz gezeigt hat.“

Wir tun alles, was wir kön­nen, um unser Land so sicher wie mög­lich zu machen“, so lau­te­te die Schluss­fol­ge­rung zu der von ihm an vor­de­rer Stel­le mit­ge­stal­te­ten Poli­tik im Land, „weil Sicher­heit Lebens­qua­li­tät bedeu­tet und Frei­heit ermög­licht.“

Sicher­heit im länd­li­chen Raum ist wich­tig und im Ver­gleich mit den Bal­lungs­zen­tren eher gewähr­leis­tet, so die eine Wahr­heit. Wahr ist aber auch: „Der länd­li­che Raum muss auch in Zukunft attrak­tiv sein, damit wir Zukunft haben und nicht run­ter­fal­len gegen­über den Metro­po­len.“

Auch die­se für die gan­ze Regi­on – und nicht zuletzt für Lau­ter­bach – wich­ti­ge The­ma wur­de in der Dis­kus­si­on ange­spro­chen. Gut, dass die Senio­ren­ge­mein­schaft mit Tho­mas Blen­ke einen Ver­tre­ter  des länd­li­chen Rau­mes zu Gast hat­te, der in sei­nem Wahl­kreis Calw im nörd­li­chen Schwarz­wald die glei­chen Her­aus­for­de­run­gen hat – und den mit sei­nem Sitz­nach­barn im Land­tag, dem Rott­wei­ler Abge­ord­ne­ten Ste­fan Teu­fel, ein gutes und freund­schaft­li­ches Mit­ein­an­der ver­bin­det sowie das gemein­sa­me Ein­tre­ten für die Belan­ge des länd­li­chen Rau­mes.

Gemein­sam­keit macht stark. Und sie tut gut. So war der herz­li­che Dank an Tho­mas Blen­ke fol­ge­rich­tig, mit dem Micha­el Haas,  der für die Senio­ren­nach­mit­ta­ge ver­ant­wort­lich zeich­net, den offi­zi­el­len Teil beschloss. Eben­falls beton­te der CDU-Orts­ver­bands­vor­sit­zen­de Rolf Buch­holz in sei­nem Bei­trag und mit dem Dank an den Par­tei­freund die naht­lo­se Über­ein­stim­mung in dem Bemü­hen, die Zukunft „unse­rer länd­li­chen Räu­me immer im Blick zu haben.“

Last not least die Abrun­dung, die die gute Stim­mung bes­tens ver­deut­lich­te: Wegen eines Staus war die­ser mit etwas Ver­spä­tung in der „Son­ne“ ange­kom­men: so hat­te Micha­el Haas kur­zer­hand die Lie­der­hef­te ver­teilt und die Besu­cher zum fröh­li­chen Mit­sin­gen ani­miert und auf die­se Wei­se den Poli­ti­ker beim Ein­tref­fen posi­tiv über­rascht. Was zum Abschied zu dem ger­ne und schnell gefass­ten Ent­schluss führ­te, mit dem   gemein­sam gesun­ge­nen „Jen­seits des Tales“ die­sen inhalts­rei­chen, infor­ma­ti­ven und unter­halt­sa­men Nach­mit­tag stim­mungs­voll zu been­den.