Die Ernäh­rung spie­le auch bei der Vor­beu­gung von Krebs eine wich­ti­ge Rol­le. Dar­auf weist die AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg anläss­lich des Tags der gesun­den Ernäh­rung am 7. März in einer Pres­se­mit­tei­lung hin. Wei­ter heißt es dort:

Kör­per­ge­wicht, Bewe­gung und Ernäh­rung beein­flus­sen das Risi­ko für die häu­figs­ten Krebs­ar­ten wie etwa Brust­krebs, ins­be­son­de­re bei Frau­en nach den Wech­sel­jah­ren, oder Darm­krebs. Über­ge­wicht ist dage­gen ein wesent­li­cher Risi­ko­fak­tor“, erklärt Hei­drun Zel­ler-Thorn, AOK-Ernäh­rungs­ex­per­tin für den Land­kreis Rott­weil. Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on geht davon aus, dass rund 30 von 100 Krebs­fäl­len in den west­li­chen Län­dern auf einen unge­sun­den Lebens­stil, ins­be­son­de­re auf die Ernäh­rungs- und Bewe­gungs­ge­wohn­hei­ten, zurück­zu­füh­ren sind.

Allein im Land­kreis Rott­weil gibt es jähr­lich durch­schnitt­lich 95 neue dia­gnos­ti­zier­te Fäl­le von Brust­krebs unter AOK-Ver­si­cher­ten. Noch höher sind die Zah­len bei Darm­krebs. Hier gab es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stets über 100 Neu­erkran­kun­gen pro Jahr, 2016 waren es 105 neue Erkran­kun­gen. Im Schnitt sind 60 Pro­zent der Betrof­fe­nen Frau­en. Da rund die Hälf­te der Bevöl­ke­rung bei der AOK ver­si­chert ist, kann man jeweils von einer etwa dop­pelt so hohen Anzahl von Neu­erkran­kun­gen in der Gesamt­be­völ­ke­rung des Land­krei­ses aus­ge­hen.

Laut AOK-Exper­tin Hei­drun Zel­ler-Thorn geht man davon aus, dass Ent­zün­dungs­pro­zes­se im Gewe­be sowie Ver­än­de­run­gen im Hor­mon­stoff­wech­sel für die Krebs­ent­ste­hung eine Rol­le spie­len: „Über­schüs­si­ge Kalo­ri­en spei­chert der Kör­per in Form von Fett. Dabei ist das Bauch­fett beson­ders gefähr­lich. Denn es gibt Boten­stof­fe an sei­ne Umge­bung ab, soge­nann­te Zyto­ki­ne. Sie lösen Ent­zün­dungs­re­ak­tio­nen aus und ver­rin­gern die Wir­kung von Insu­lin. Eini­ge die­ser Boten­stof­fe brin­gen ande­re Zel­len unter ande­rem dazu, sich häu­fi­ger zu tei­len. Sie kön­nen auch das Tumor­wachs­tum begüns­ti­gen.“

Zudem bleibt der Zucker wegen der gestör­ten Insu­lin­wir­kung im Blut und der Blut­zu­cker­spie­gel steigt. Der dau­er­haft hohe Insu­lin­spie­gel und die Wachs­tums­fak­to­ren kön­nen die Regu­la­ti­on der Zell­tei­lung stö­ren und damit die Ent­ste­hung von Krebs begüns­ti­gen. Gera­de Men­schen mit Über­ge­wicht sind gefähr­det, da ihr Kör­per mehr Insu­lin pro­du­ziert als Nor­mal­ge­wich­ti­ge. „Außer­dem bil­den Fett­zel­len das Sexu­al­hor­mon Östro­gen. Östro­ge­ne kön­nen das Wachs­tum hor­mon­ab­hän­gi­ger Krebs­zel­len in der Brust und in der Gebär­mut­ter sti­mu­lie­ren“, so Zel­ler-Thorn.

Was bedeu­tet das für die Ernäh­rung? Zel­ler-Thorn: „Fach­leu­te zäh­len bei­spiels­wei­se bal­last­stoff­rei­ches Getrei­de sowie Obst und Gemü­se zu den risi­ko­sen­ken­den Lebens­mit­teln. Man muss nicht gera­de zum Vege­ta­ri­er wer­den, wenn es um die Vor­beu­gung von Darm­krebs geht. Gemü­se, Obst, Voll­korn und Hül­sen­früch­te soll­ten aller­dings einen grö­ße­ren Anteil an der Ernäh­rung haben als rotes Fleisch, Wurst oder Geräu­cher­tes und Salz­fleisch.“

Selbst­ver­ständ­lich kom­me Krebs jedoch nicht allein von einer fal­schen Ernäh­rung in Kom­bi­na­ti­on mit zu wenig Bewe­gung. Fami­liä­res Risi­ko und damit die gene­ti­sche Ver­an­la­gung spie­len eine gro­ße Rol­le. Den­noch gel­te: Ach­ten mehr Men­schen auf einen gesün­de­ren Lebens­stil, dann sinkt die Zahl der Krebs­er­kran­kun­gen.