Die Pax Christi Gruppe Schramberg hat sich am 21. Juli getroffen und auch den Beschluss des Kreistages vom 14. Juli besprochen und nimmt dazu Stellung:

Wir wissen inzwischen alle, unter welchen menschenunwürdigen Zuständen Flüchtlinge in griechischen Lagern vegetieren. Vor allem Kinder, die zum Teil krank sind, sind mit Zuständen konfrontiert, die sie noch lange traumatisieren.

Angesichts dieser Zustände begrüßt die Pax Christi, dass allein in Baden-Württemberg 24 Kommunen und Landkreise sich bereit erklärt haben, Flüchtlinge aus den griechischen Lagern aufzunehmen.  Die Aktion „Sicherer Hafen“ will mehr Flüchtlinge aufnehmen als die 100 Kinder, zu deren Aufnahme sich Deutschland verpflichtet hat.

Von unserem christlichen Menschenbild aus ist es  eigentlich selbstverständlich, uns nach Kräften um diese Menschen zu kümmern und ihnen zu ermöglichen, in menschenwürdigen Verhältnissen zu leben.

Das hat die Mehrheit im Rottweiler Kreistag aber verweigert. Ihre Begründungen für ihre Entscheidung haben uns sehr enttäuscht. So schließt eine grundsätzliche Zuständigkeit des Bundes keineswegs die Bereitschaft  von  Kommunen und Landkreisen aus, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

Da ist die Beteiligung an der Aktion “Sicherer Hafen“ von 24 Kommunen und Landkreisen in Baden – Württemberg  ein Signal, das uns Mut macht. Dankbar sind wir auch den 16 Kreistagsabgeordneten in Rottweil, die sich dafür eingesetzt haben.

Wir stellen uns schon die Frage, wie der häufig geäußerte Anspruch auf Verwirklichung der Menschenrechte zählt, wenn auf der anderen Seite so wenig Bereitschaft da ist, in einem der reichsten Ländern dafür auch zusätzliche Mittel aufzuwenden. Dabei vergessen wir nicht,  dass Deutschland mit seinen Rüstungsexporten nicht unwesentlich selbst  zum Elend von Flüchtlingen beiträgt.