100 Jahre Frauenwahlrecht – Die ersten Frauen im Schramberger Gemeinderat

Beitrag des Schramberger Frauenbeirats zum bundesweiten Jubiläum / Vortrag von Gisela Lixfeld

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Gisela Lixfeld. Foto: him

Schram­berg (olo) – Am 12. Novem­ber 2018 wur­de das Frau­en­wahl­recht 100 Jah­re alt. Das Wahl­recht – die poli­ti­sche Gleich­stel­lung der Frau­en – war der ers­te Schritt zur staats­bür­ger­li­chen Gleich­be­rech­ti­gung.

Bis 1908 war Frau­en jede poli­ti­sche Betä­ti­gung ver­bo­ten. Jahr­zehn­te­lang hat­ten die ver­schie­de­nen Rich­tun­gen der Frau­en­be­we­gung für die Mög­lich­kei­ten zur Mit­ge­stal­tung der Frau­en in Poli­tik und Gesell­schaft gekämpft. Auch Schram­ber­ge­rin­nen enga­gier­ten sich dafür. Daher lädt der heu­ti­ge Frau­en­bei­rat der Stadt Schram­berg, in Koope­ra­ti­on mit dem Stadt­mu­se­um und dem Stadt­ar­chiv, am Frei­tag, 18. Janu­ar, um 19 Uhr, zum Vor­trag „100 Jah­re Frau­en­wahl­recht – Die ers­ten Frau­en im Schram­ber­ger Gemein­de­rat“ ins Stadt­mu­se­um ein. Refe­ren­tin ist Gise­la Lix­feld, die 1993 bei der Grün­dung des Frau­en­bei­rats maß­geb­lich betei­ligt war. Anlie­gen des Bei­rats sind Gleich­stel­lung und Gleich­be­rech­ti­gung von Frau­en.

Ein Wahl­pla­kat der DDP. Foto: Samm­lung Cars­ten Kohl­mann

Erst­mals am 12. Janu­ar 1919 bei der Wahl zum würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­par­la­ment konn­ten Schram­ber­ge­rin­nen die­ses demo­kra­ti­sche Grund­recht und wenig spä­ter, am 19. Janu­ar 1919, bei der Wahl zur Natio­nal­ver­samm­lung nut­zen. Kan­di­da­tin­nen für die­se Par­la­men­te gab es aller­dings noch kei­ne von hier. Die ers­te Mög­lich­keit, Frau­en zu wäh­len, bestand bei der ers­ten Schram­ber­ger Gemein­de­rats­wahl mit Frau­en­stimm­recht am 25. Mai 1919. Drei Frau­en bewar­ben sich um ein Gemein­de­rats­man­dat. Gewählt wur­den The­re­sia Bant­le (Zen­trum) und Ber­ta Kuhnt (SPD).

Der Vor­trag der frü­he­ren Muse­ums­lei­te­rin Gise­la Lix­feld basiert auf der Aus­wer­tung von Tages­zei­tun­gen und Gemein­de­rats­pro­to­kol­len. Ein kur­zer Rück­blick in die Zeit nach dem Sturz des Kai­ser­reichs, führt mit der Aus­ru­fung der Repu­blik ver­bun­de­ne Ent­wick­lun­gen vor Augen, die sich auch im Schram­ber­ger Stadt­bild zei­gen. Anschlie­ßend wer­den die Wahl­stra­te­gi­en der Par­tei­en und die Wahl­chan­cen der Kan­di­da­tin­nen skiz­ziert.

Infor­ma­tio­nen hier­zu fin­den Inter­es­sier­te bereits in der neu­es­ten Aus­ga­be der D‘Kräz Nr. 38. Aus­führ­lich geht Gise­la Lix­feld im Vor­trag den Mit­wir­kungs­mög­lich­kei­ten der bei­den Gemein­de­rä­tin­nen in den Aus­schüs­sen des Gemein­de­rats und der dama­li­gen Stadt­po­li­tik nach. Wofür enga­gier­ten sich Ber­ta Kuhnt und The­re­sia Bant­le? Was mach­ten sie anders als ihre männ­li­chen Gemein­de­rats­kol­le­gen? Wie arbei­te­ten die Rätin­nen, die ver­schie­de­nen poli­ti­schen Lagern ange­hör­ten, zusam­men? Im letz­ten Teil des Vor­trags geht es um die Bewer­tung der Gemein­de­rats­ar­beit der Frau­en durch die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler, die bei der Wahl 1922 sicht­bar wird, als mit Jose­fi­ne Wer­ner eine wei­te­re Frau in die­ses Gre­mi­um gewählt wur­de.

Wei­te­re Infos:

https://www.frauenwahlrecht-bw.de/veranstaltungen/die-ersten-frauen-im-schramberger-gemeinderat-315/

https://www.schramberg.de/Frauenbeirat/100-Jahre-Frauenwahlrecht

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