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Mittwoch, 11. Dezember 2019
Start In Kür­ze Kurz berich­tet Schram­berg „Einen Nerv getrof­fen“

„Einen Nerv getroffen“

Info­ver­an­stal­tung Depres­si­on in Schram­berg

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Schram­berg. Antriebs­lo­sig­keit, nie­der­ge­drück­te Stim­mung und Freud­lo­sig­keit über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg kön­nen Anzei­chen einer Depres­si­on sein. Das erklär­te Dr. Andrea Fetz­ner, Fach­ärz­tin für Psy­cho­so­ma­ti­sche Medi­zin und Psy­cho­the­ra­pie, in ihrem Ein­gangs­vor­trag bei der Info­ver­an­stal­tung Depres­si­on. Hier­über infor­miert die AOK in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Zur Ver­an­stal­tung im Schram­ber­ger Sub­ia­co ein­ge­la­den hat­te die AOK, 130 Per­so­nen kamen. „Mit die­ser gro­ßen Reso­nanz hat­ten wir nicht gerech­net. Offen­bar haben wir mit dem The­ma einen Nerv getrof­fen“, meint Lisa Hezel von der Kon­takt­stel­le Selbst­hil­fe der AOK in Schram­berg. Neben der medi­zi­ni­schen Ein­ord­nung durch die Ärz­tin stan­den die Erfah­rungs­be­rich­te von zwei Betrof­fe­nen im Mit­tel­punkt. Andy Feind las aus sei­nem auto­bio­gra­fi­schen Buch „Gedan­ken­ge­wit­ter“ vor und berich­te­te unter ande­rem von sei­nem Sui­zid­ver­such und den anschlie­ßen­den Kli­nik­auf­ent­hal­ten. Lei­der geste­he man sich eine Depres­si­ons­er­kran­kung oft erst ein, wenn der Lei­dens­druck über­mäch­tig wird, so der Buch­au­tor aus St. Geor­gen. Sein Weg mit der Erkran­kung umzu­ge­hen: „Stän­di­ge Acht­sam­keit mir selbst gegen­über. Ich mache ganz bewusst Din­ge, die mir ein­fach gut­tun.“

Auch Ste­fan Plaaß, Lei­ter einer Selbst­hil­fe­grup­pe in St. Geor­gen, berich­te­te aus sei­nem Leben mit der Depres­si­on. „Kei­ner soll­te sich für sei­ne Erkran­kung schä­men“, mein­te er. Ihn habe die Depres­si­on letzt­lich stär­ker gemacht. Inzwi­schen kön­ne er mit sei­ner Erkran­kung bes­ser leben, auch dank eines akti­ven Umgangs mit ihr. „Depres­si­on kann man mit Fug und Recht eine Volks­krank­heit nen­nen, allein im Land­kreis Rott­weil gibt es 18.000 Betrof­fe­ne“, sagt Corin­na Groß vom Sozia­len Dienst der AOK. Sie sieht aber eine stei­gen­de Bereit­schaft, sich hel­fen zu las­sen: „Unse­re Gesell­schaft geht inzwi­schen offe­ner mit die­sem The­ma um, wie man auch an unse­rem Info­abend gese­hen hat.“ Den­noch sei­en Betrof­fe­ne oft gefan­gen in der Depres­si­on und Ange­hö­ri­ge wüss­ten nicht, wie sie mit der Situa­ti­on umge­hen sol­len. Daher sei es wich­tig, über die­se Erkran­kung auf­zu­klä­ren.

 

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