Emily Roundtree hört über ihre Schädelknochen

Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn: Hörakustiker Torsten Saile spendet für Sporthallenneubau

Seiner Begeisterung für die Arbeit der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn mit taubblinden Kindern hat Torsten Saile mit einer Spende Ausdruck verliehen. Kürzlich überreichte der Tuttlinger Hörakustikmeister einen Scheck über 750 Euro. Die Summe soll in den Neubau der Sporthalle fließen, berichtet die Stiftung:

Torsten Saile ist ein gern gesehener Gast in der Pädagogischen Audiologie der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn. Der großgewachsene Mann hat bei seinen regelmäßigen Besuchen in den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren Sehen & Hören als Höringenieur, Hörakustikmeister und Pädakustiker fundiertes Fachwissen im Gepäck, um Schüler wie Erwachsene mit Höreinschränkungen zu beraten. Als Schul- und Stiftungsakustiker hat sich Saile seit Ende 2017 einen Namen in der Stiftung gemacht. Regelmäßig arbeitet der Inhaber eines Fachgeschäftes in Tuttlingen mit Schülern und Erwachsenen in Heiligenbronn: versorgt sie mit Hörhilfen, stellt diese ein und wartet sie. Darüber hinaus informiert er Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher über den neuesten Stand der Hörtechnik.

Für die Sonderpädagogischen Beratungszentren Sehen & Hören (SBBZen) sei diese Kooperation eine Arbeitserleichterung, ein Zugewinn für alle, erklärt Astrid Borck, Leiterin der Pädagogischen Audiologie des SBBZ Sehen. „Zum einen haben betroffene Familien keine langen Anfahrtswege, zum anderen können mögliche Reparaturen unkompliziert und schnell vorgenommen werden.“ Darüber hinaus ergänze sich das Wissen der Sonderschullehrer zur Pädagogik für hörsehbehinderte oder taubblinde Kinder einerseits und zur Hörgerätetechnik andererseits.

Damit könnten die Schüler individueller mit Hörhilfen versorgt werden. In der Pädagogischen Audiologie in Heiligenbronn arbeiten studierte Sonderpädagogen mit spezieller Ausbildung für Hörgeschädigte, Sehbehinderte und Blinde zusammen. Sie können dort hörgeschädigte, hörsehbehinderte und taubblinde Kinder und Jugendliche optimal testen. Meist unterrichten diese Pädagogen auch die betroffenen Schüler und kennen deren besondere Bedürfnisse.

Auch Emily Roundtree hört mit Torsten Sailes Hilfe besser. Die 14-Jährige zog mit ihren Eltern kürzlich aus den USA nach Deutschland. Sie leidet an einer angeborenen Genveränderung, dem so genannten CHARGE-Syndrom. Dieses geht auch mit einer Hör- und Sehbehinderung einher. Bisher trug die Schülerin ihre nicht optimal für sie geeigneten Hörgeräte hinter dem Ohr, nun hat Saile ihr, zusammen mit dem Team der Pädagogischen Audiologie, ein so genanntes BAHA-Hörgerät angepasst.

Die Abkürzung steht dabei für Bone Anchored Hearing Aid und bezeichnet ein direkt am Kopf getragenes Hörgerät. Diese Geräte leiten den Schall durch den Knochen direkt zum Innenohr; sie werden hinter dem Ohr auf dem Schädelknochen getragen. Emily hört mit diesem Hörgerät sehr viel besser und weniger angestrengt als zuvor.

Die fundierte Beratung und technische Hilfe von Torsten Saile sowie die Kooperation zwischen ihm und den Mitarbeitern der Pädagogischen Audiologie haben sich in der Stiftung herumgesprochen: Inzwischen profitieren nicht nur hör- und hörsehbehinderte [BH1] Schüler von der Zusammenarbeit, auch Erwachsene greifen auf sein Wissen zu.

 

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