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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start In Kür­ze Kurz berich­tet Schram­berg Erleb­nis­rei­che Woche in Kami­en­na Góra

Erlebnisreiche Woche in Kamienna Góra

22 Schü­ler des Gym­na­si­ums Schram­berg in Nie­de­der­schle­si­en, Polen.

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SCHRAMBERG (vp) – Anfang April fand ein Deutsch-Pol­­ni­­scher Schü­ler­aus­tausch mit 22  Schü­lern des Gym­na­si­ums Schram­berg in Kami­en­na Góra statt. Dar­über berich­tet Vera Petri:

Wie jedes Jahr fin­det auch in die­sem Jahr wie­der der Schü­ler­aus­tausch zwi­schen der pol­ni­schen Part­ner­schu­le in Kami­en­na Góra und dem Gym­na­si­um Schram­berg statt. Den pol­ni­schen Teil des Aus­tau­sches erleb­ten kürz­lich 22  Schü­ler des Gym­na­si­ums Schram­berg. Eine Woche lang waren sie in den jewei­li­gen Gast­fa­mi­li­en ihrer Aus­tausch­schü­ler unter­ge­bracht und durf­ten die pol­ni­sche Gast­freund­schaft und Kul­tur genie­ßen.

Die Fahrt nach Polen wur­de bereits mit einem Zwi­schen­stopp in Dres­den zu einem geschicht­lich inter­es­san­ten Erleb­nis. Bei schöns­tem Wet­ter konn­te sich die Grup­pe unter Beglei­tung von Frau Schmidt und Herrn Lau­des die schö­ne Stadt anschau­en. Trotz der spä­ten Ankunft in  Kami­en­na Góra wur­den die Schü­ler von ihren Gast­fa­mi­li­en freund­lich emp­fan­gen und mit heim­ge­nom­men.

Am Sonn­tag stand ein Ken­nen­ler­nen mit den pol­ni­schen Aus­tausch­schü­lern im Cul­tu­re Club auf dem Pro­gramm, mit einer anschlie­ßen­den Stadt­füh­rung und dem Besuch des Ara­do Unter­grund­kom­ple­xes aus dem 2. Welt­krieg. Anschlie­ßend durf­te die pol­­nisch-deu­t­­sche Grup­pe im Open-Air-Minia­­tur­­mu­­se­um in Kowa­ry bekann­te Gebäu­de, Kir­chen und Schlös­ser Nie­der­schle­si­ens bewun­dern.

Am nächs­ten Tag wur­de die baro­cke Klos­ter­an­la­ge von Krze­zów mit der wun­der­schö­nen St. Josephs­kir­che bestaunt. Der anschie­ßen­de Web­work­shop in den Apos­tel­häu­sern gab den Schü­lern einen Ein­blick in die tra­di­tio­nel­le nie­der­schle­si­sche Web­kunst. In Kami­en­na Góra wur­de gemein­sam ein Mit­tag­essen ein­ge­nom­men, bevor die deut­sche Grup­pe in der pol­ni­schen Schu­le vom Rek­tor emp­fan­gen wur­de. Bei sei­ner Rede lob­te er vor allem Herrn Schmidt, wel­cher in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer den Aus­tausch erfolg­reich orga­ni­siert hat­te.

Anschlie­ßend wur­de den Schü­lern die pol­ni­sche Schu­le gezeigt. Aus­klin­gen ließ die Grup­pe ihren Tag beim Bow­len oder einem Vol­ley­ball­spiel,  bei wel­chem die pol­ni­schen Schü­ler ihre deut­schen Part­ner besieg­ten. Der nächs­te Tag war dafür vor­ge­se­hen, die nie­der­schle­si­sche Haupt­stadt Bres­lau zu besu­chen. Dabei bestaun­te die deutsch-pol­­ni­­sche Grup­pe das rie­si­ge Gemäl­de der Schlacht von Racła­wice und erfuhr anschlie­ßend im fas­zi­nie­ren­den Was­ser­mu­se­um Hydro­po­lis mehr über die Ent­ste­hung unse­res Pla­ne­ten und des Was­sers. Der Rest des Tages war den Schü­lern frei­ge­stellt, und so konn­ten sie die alte Innen­stadt von Bres­lau besich­ti­gen.

Die fas­zi­nie­ren­de und wun­der­schö­ne Bären­höh­le war wohl eines der schöns­ten Erleb­nis­se in Polen, und so konn­ten beein­dru­cken­de Sta­lak­ti­ten, Sta­lag­mi­ten und Bären­ske­let­te unter der Erde bewun­dert wer­den. Im anschlie­ßen­den Rund­gang unter der alten Stadt Klodzko wur­de den Schü­lern das unter den Häu­sern gebau­te Netz von unter­ir­di­schen Gän­gen und Kam­mern wirt­schaft­li­chen und mili­tä­ri­schen Cha­rak­ters durch die Füh­rung ihres Leh­rers Herr Lau­des ver­deut­licht.

Der dritt­letz­te Tag in Polen begann für die deut­sche Grup­pe mit einer Begrü­ßung durch einen Stell­ver­tre­ter des Bür­ger­meis­ters im Rat­haus. Bei der anschlie­ßen­den Besich­ti­gung des Schlos­ses von Ksiaz durf­te die deutsch-pol­­ni­­sche Grup­pe die alten, wun­der­schö­nen Räu­me des rie­si­gen Gebäu­des bestau­nen und wur­de auch in das unter­ir­di­sche Sys­tem des Schlos­ses Fürs­ten­stein, einem Teil des Bau­kom­ple­xes „Rie­se“, geführt, wel­ches im Zwei­ten Welt­krieg als Lager und Haupt­quar­tier für Adolf Hit­ler geplant war.

Auch der zwei­te Teil des Tages stand unter dem geschicht­li­chen Aspekt des Zwei­ten Welt­krie­ges, indem der Unter­grund­kom­plex von Osow­ka besich­tigt wur­de. Es ist ein nicht fer­tig­ge­stell­tes „Komplex-Riese“-Projekt im Eulen­ge­bir­ge, wel­ches von KZ-Gefan­ge­­nen errich­tet wur­de und wohl als unter­ir­di­sche Stadt für zwan­zig­tau­send bewaff­ne­te Sol­da­ten die­nen soll­te.

Der letz­te Tag für die deut­schen Schü­ler in Polen war wohl der trau­rigs­te der Woche.  Bei einer Füh­rung im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Gross-Rosen kam die deut­sche Grup­pe erneut mit einem trau­ri­gen Kapi­tel ihrer Geschich­te in Kon­takt, und auch beim anschlie­ßen­den Besuch der evan­ge­li­schen Frie­dens­kir­che in Jawor war die Stim­mung noch ange­spannt. Das offi­zi­el­le Ende des Aus­tau­sches stell­ten der Besuch der Burg von Bol­kow und die Bestei­gung des zu ihr gehö­ren­den Tur­mes dar.

Für den Abend hat­te die pol­ni­sche Grup­pe einen schö­nen Abschluss orga­ni­siert. Die Musik­band der pol­ni­schen Schü­ler hat­te einen Auf­tritt in einem mexi­ka­ni­schen Restau­rant, und so konn­te die Grup­pe gemein­sam die erleb­nis­rei­che und wun­der­schö­ne Woche in Polen aus­klin­gen las­sen. Wie sehr die Grup­pe zusam­men­ge­schweißt wor­den war, wur­de durch den schwe­ren Abschied am nächs­ten Mor­gen deut­lich.

Die deutsch-pol­­ni­­sche Woche, die nicht nur aus geschicht­li­chen The­men, son­dern auch aus dem Ken­nen­ler­nen neu­er Men­schen und der pol­ni­schen Kul­tur bestand, wird noch ewig in Erin­ne­rung blei­ben. Auf der Rück­fahrt nach Deutsch­land durf­ten die deut­schen Schü­ler, bei einem Zwi­schen­stopp in Prag, die tsche­chi­sche Haupt­stadt bewun­dern, auch wenn der Veits­dom nicht besich­tigt wer­den konn­te. Nun freu­en sich die deut­schen Schü­ler des Gym­na­si­ums Schram­berg dar­auf, ihre pol­ni­schen Aus­tausch­schü­ler mit der­sel­ben Gast­freund­schaft und Wär­me begrü­ßen zu dür­fen.

 

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