Die Krippenfreunde aus Schramberg und aus Offenburg vor der Alten Sankt-Laurentius-Kirche in Schramberg-Sulgen.Foto: Stadtmuseum Schramberg

Zu Maria Licht­mess gin­gen am Wochen­en­de mit der Weih­nachts­zeit auch die Krip­pen­aus­stel­lun­gen zu Ende. Eini­ge Tage zuvor waren die Krip­pen­freun­de aus Offen­burg noch bei den Krip­pen­freun­den in Schram­berg zu Besuch.

Mit den Krip­pen­fahr­ten nach Offen­burg und Schram­berg haben die badi­schen und würt­tem­ber­gi­schen Krip­pen­freun­de in den letz­ten Jah­ren an eine alte Tra­di­ti­on ange­knüpft, die in die 1930er-Jah­re zurück­reicht, als der im Raum Schram­berg schon über Genera­tio­nen in der katho­li­schen Bevöl­ke­rung gepfleg­te Krip­pen­bau neu belebt wur­de. Der dama­li­ge Dekan Her­mann Josef Schmitt (1891–1959) knüpf­te für eini­ge jun­ge Krip­pen­bau­er aus sei­ner Kir­chen­ge­mein­de Kon­takt zu dem Hote­lier Karl-Otto Schimpf (1891–1974) in Offen­burg.

Als Schü­ler des bedeu­ten­den Krip­pen­samm­lers Max Schme­de­rer (1854–1917) ori­en­tier­te er sich an den Büh­nen und an der Beleuch­tung der Thea­ter­ku­lis­sen. Damit begrün­de­te er die neue Rich­tung der „Büh­nen- oder Kas­tenkrip­pe“, die auch für Schram­berg stil­bil­dend wur­de. Sei­ne wich­tigs­ten Schü­ler in Schram­berg waren Karl Mar­te (1897–1947) und Max Schel­ler (1921–1985), deren Bei­spiel wie­der­um ande­re ört­li­che Krip­pen­bau­er folg­ten.

Das Stadt­mu­se­um Schram­berg hat bereits mehr­fach in gro­ßen Son­der­aus­stel­lun­gen einen Über­blick über die Geschich­te der ört­li­chen Krip­pen­bau­kunst gezeigt und im Auf­trag von Stadt­ver­wal­tung und Gemein­de­rat im Jahr 2001 mit dem Auf­bau einer eige­nen Krip­pen­samm­lung begon­nen. Seit 2013 wird der mitt­ler­wei­le vor­han­de­ne Bestand jedes Jahr vom ers­ten Advent bis zu Maria Licht­mess als Teil der Dau­er­aus­stel­lung gezeigt, stets ergänzt durch eine Son­der­aus­stel­lung, in der zuletzt die Krip­pen­bau­er Edgar Bor­ho, Lothar May­er und Erwin Reu­ter (1928–1995) aus Lau­ter­bach zu Gast waren.

Die Krip­pen­aus­stel­lun­gen sind ein Mar­ken­zei­chen des Stadt­mu­se­ums Schram­berg und wer­den sowohl von Ein­hei­mi­schen wie Gäs­ten ger­ne besucht. Mög­lich sind die­se Aus­stel­lun­gen vor allem durch das beein­dru­cken­de ehren­amt­li­che Enga­ge­ment des „Arbeits­krei­ses Krip­pen“, dem Wal­ter Hart­mann, Richard Mar­te Fer­di­nand Moos­mann und Tho­mas Rapp mit ihren Ehe­frau­en ange­hö­ren, die zusam­men mit der Raphae­la Schnei­der vom Stadt­mu­se­um Schram­berg auch am all­jähr­li­chen  Bau von Weih­nachts­krip­pen für Kin­der mit­wir­ken.

Von her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung ist dar­über hin­aus die viel­ge­stal­ti­ge „Völ­ker­krip­pe“ des aus Schram­berg stam­men­den Modell­bau­ers Albert Feh­ren­ba­cher (1911–2005), die vom För­der­kreis Alte Sankt-Lau­ren­ti­us-Kir­che Sul­gen e.V. mit gro­ßem Enga­ge­ment gepflegt wird. In der Weih­nachts­zeit 2017/18 wur­de hier außer­dem die Son­der­aus­stel­lung „Krip­pen aus aller Welt“ gezeigt, in der zahl­rei­che Leih­ga­ben aus der umfang­rei­chen Samm­lung des katho­li­schen Ruhe­stands­pfar­rers Ewald Wer­ner aus Aich­hal­den zu sehen waren.

Nach der Besich­ti­gung der bei­den Son­der­aus­stel­lun­gen kamen die ins­ge­samt etwa 30 Krip­pen­freun­de aus Offen­burg und Schram­berg noch zu einem Gedan­ken­aus­tausch im „Schlos­s­ca­fé“ zusam­men, zu dem sich auch die ehe­ma­li­ge Muse­ums­lei­te­rin Gise­la Lix­feld aus dem Mark­gräf­ler­land ein­ge­fun­den hat­te, der meh­re­re her­aus­ra­gen­de Aus­stel­lun­gen und Ver­öf­fent­li­chun­gen über den Krip­pen­bau im Raum Schram­berg zu ver­dan­ken sind.

Bei der Ver­ab­schie­dung wur­den die Krip­pen­freun­de aus Offen­burg auch bereits zur nächs­ten Aus­stel­lung ein­ge­la­den. In der Son­der­aus­stel­lung „Die Schweizer’sche Weih­nachts­krip­pe“ wird das Stadt­mu­se­um Schram­berg vom 1. Dezem­ber 2018 bis 3. Febru­ar 2019 die ältes­te bis­her in Schram­berg ent­deck­te Krip­pe zei­gen – eine kost­ba­re Papier­krip­pe aus dem 18. Jahr­hun­dert, die 2016 im Nach­lass von Joa­chim Schwei­zer (1930–2015) gefun­den wur­de und mit der Schram­berg ein lan­ge ver­schol­le­nes Spit­zen­werk der süd­west­deut­schen Krip­pen­land­schaft wie­der der Öffent­lich­keit zugäng­lich machen kann.