Gespannt waren die blinden und sehbehinderten Schüler, wie sich ein echter Biber anfühlt. Der Kinderbuchautor hatte auch ein Präparat mitgebracht.Fotos: Graf/Stiftung St. Franziskus

Kin­der­buch­au­tor Jür­gen H. Rie­del aus Pful­lin­gen besuch­te unter der Schirm­herr­schaft und mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung  des Arbeits­krei­ses „Mund­art in der Schu­le“ das­Son­der­päd­ago­gi­schen Bil­dungs- und Bera­tungs­zen­trums (SBBZ) Sehen der Stif­tung St. Fran­zis­kus in Hei­li­gen­bronn. Dar­über berich­tet die Stif­tung in einer pres­se­mit­tei­lung:

Die blin­den und seh­be­hin­der­ten Grund­schü­ler lie­ßen sich bei die­ser Lesung in die Welt der „wil­den Biber“ ent­füh­ren. Abtei­lungs­lei­ter Claus Wag­ner von der Grund-, För­der-, Haupt- und Werk­re­al­schu­le des Son­der­päd­ago­gi­schen Bil­dungs- und Bera­tungs­zen­trums Sehen begrüß­te den Buch­au­tor und Mund­art­künst­ler, der mit Geschich­ten von und mit der Fami­lie Bibe­rich bekannt wur­de und auch sei­ne Zuhö­rer damit begeis­ter­te.

Die Grund­schü­ler hat­ten sich mit der Lek­tü­re sei­ner Geschich­ten „Im Land der Biber“ schon auf die Lesung vor­be­rei­tet, erfuh­ren von Autor Rie­del aber doch noch eini­ges Neue, etwa dass er jetzt erst im Ruhe­stand ange­fan­gen habe, Kin­der­bü­cher zu schrei­ben. Auch was Biber kön­nen, wie sie gebaut sind und wo sie leben, erfuh­ren die jun­gen Zuhö­rer.

Jür­gen Rie­del hat­te dazu auch Anschau­ungs­ma­te­ri­al mit­ge­bracht, das von den blin­den und seh­be­hin­der­ten Schü­lern auch befühlt wer­den konn­te, etwa einen Kuschel­bi­ber, von Bibern abge­nag­te Holz­stü­cke, einen Biber­schä­del mit den lan­gen Zäh­nen und sogar ein Pracht­ex­em­plar eines aus­ge­stopf­ten Bibers, dem jeder mal über sei­ne vie­len Haa­re strei­cheln woll­te.

Geschich­ten von klei­nen und gro­ßen Bibern trug Autor Jür­gen Rie­del den Grund­schü­ler des SBBZ Sehen in Hei­li­gen­bronn auch auf Schwä­bisch vor. Hier sto­ßen sie gemein­sam auf Kom­man­do auch ein Wolfs­ge­heul dazu an.

Im Mit­tel­punkt stan­den aber eini­ge sei­ner Geschich­ten, die Jür­gen Rie­del vor­trug, meist sowohl auf Hoch­deutsch wie auf Schwä­bisch, damit es alle ver­ste­hen konn­ten. Sie ver­setz­ten die Hörer in die Sicht­wei­se des Biber-Nach­wuch­ses, bei dem es genau­so fröh­lich und bunt zugeht wie bei den Men­schen­fa­mi­li­en. Belus­ti­gend war auch die Geschich­te von der Biber-Uroma, die beim Reis­brei den Zucker- mit dem Salz­topf ver­wech­selt. Der Buch­au­tor bezog die Schü­ler aktiv in die Lesung ein und ließ in der Geschich­te über die Scha­den­freu­de sei­ne Hörer gemein­sam ein Wolfs­ge­heul anstim­men.

Auch die Musik kam nicht zu kurz. Beglei­tet durch eine Schü­le­rin am Kla­vier, sang die Run­de gemein­sam das Lied „Mei­ne Biber haben Fie­ber“. Als Abschieds­ge­schenk teil­te Jür­gen Rie­del ein Aus­mal­bild der Biber­fa­mi­lie aus. Die abwechs­lungs­rei­chen Stun­den mit dem Geschich­ten­schrei­ber waren schnell ver­gan­gen und gaben den Schü­lern in Schwä­bisch wie Hoch­deutsch einen sehr leben­di­gen Ein­blick in die Welt der flin­ken und flei­ßi­gen Nage­tie­re: „A ron­de Sach!“