Juliane Kugler dankt im Namen des SeFo Albert H. Röcker ( Spittel Seniorenzentrum) . Vorne links: OB-Kandidatin Dorothee Eisenlohr machte sich „ihr eigenes Bild“. Foto: pm

Schram­berg – Wel­che Pfle­ge­dienst­ein­rich­tun­gen wer­den  in und um Schram­berg ange­bo­ten? Damit befass­te sich der Senio­ren-und Genera­tio­nen­Treff im JUKS. Das Sen ior­fen­fo­rum berich­tet +über die Ver­an­stal­tung in einer pres­wee­mi­tei­lung:

Albert H. Röcker, Betriebs­lei­ter im Spit­tel Senio­ren­zen­trum Schramberg,stellte die ver­schie­de­nen Pfle­ge­dien­star­ten vor. Zunächst die Dauerpflege,eine unver­zicht­ba­re Ein­rich­tung. Drei­ein­halb Mil­lio­nen Pfle­ge­be­dürf­ti­ge leben in Deutsch­land , wovon 30 Por­zent in Hei­men leben, die ande­ren wer­den zu Hau­se betreut und gepflegt.

Im Spit­tel Senio­ren­zen­trum leben der­zeit 145 Per­so­nen, das AWO-Heim Fritz-Fleck-Haus Sul­gen bie­tet 48 Plät­ze, eben­so die Senio­ren­re­si­denz Lau­ter­bach. Wer zu Hau­se Ange­hö­ri­ge pflegt, hat vor­über­ge­hend die Mög­lich­keit, für die­se eine Kurz­zeit­pfle­ge zu bekom­men, um ein­mal selbst wie­der Kraft schöp­fen zu kön­nen. Im Spit­tel gibt es  hier­für fünf soge­nann­te „ein­ge­streu­te Kurz­zeit­pfle­ge­plät­ze“, das heißt im Bedarfs­fall wer­den die­se Plät­ze auch von Dau­er­be­woh­nern belegt. Sol­che Plät­ze gibt es auch im AWO-Heim und in der Senio­ren­re­si­denz Lau­ter­bach.

Die drit­te Form der Pfle­ge­an­ge­bo­te ist die Tages­pfle­ge, von  Mon­tag bis Frei­tag, dort gibt es für Tages­pfle­ge­gäs­te unter­schied­li­che Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te, in einem struk­tu­rier­ten Tages­pro­gramm, das auch die häus­li­chen Betreu­er etwas ent­las­ten kann. In der Raum­schaft bie­ten das die Ein­rich­tun­gen in Lau­ter­bach, Schiltach und Dun­nin­gen. Das Spit­tel Schram­berg kann es aus räum­li­chen Grün­den nicht bie­ten.

Albert H. Röcker beton­te in sei­ner Dar­stel­lung das gro­ße Pro­blem des Pfle­ge­per­so­nal­man­gels auch im Land­kreis Rott­weil. Immer mehr Pfle­ge­ein­rich­tun­gen, ambu­lant und sta­tio­när, kön­nen Neu­kun­den zeit­wei­lig nicht auf­neh­men, selbst wenn Plät­ze frei wären, da die not­wen­di­gen Pfle­ge­kräf­te feh­len. Einer der Grün­de für die­se Lage ist die ver­gleichs­wei­se gerin­ge Bezah­lung in einem Beruf  der schwie­ri­ge Arbeits­be­din­gun­gen hat mit wech­seln­den Arbeits­zei­ten, sprich Schich­ten und Wochen­end­diens­ten.

Aber auch die psy­chi­sche Belas­tung im Umgang mit Krank­heit, Alter und Tod , ist gera­de für jun­ge Men­schen oft schwer zu ertra­gen. Wich­tig sei es daher, so Röcker, dass die­se pfle­gen­den Beru­fe durch finan­zi­el­len Aus­gleich auch grö­ße­re gesell­schaft­li­che Aner­ken­nung bekä­men. Nicht zu unter­schät­zen sei auch der Druck für das Pfle­ge­per­so­nals durch stän­di­ge Über­prü­fung durch den Medi­zi­ni­schen Dienst der Kran­ken­ver­si­che­rung (MKD), sowie der Pfle­ge­ver­si­che­rung.

Die zusätz­li­che Erfas­sungs­ar­beit der Daten aller Bewoh­ner zur Über­prü­fung für die Kon­trol­len bedeu­te zum Bei­spiel im Spit­tel für das Per­so­nal im Jahr etwa 1,4 Mona­te, Zeit  die der Pfle­ge abge­he. Eine wei­te­re Schwie­rig­keit lie­ge in der Tat­sa­che, dass es den Beruf des Alten­pfle­gers nicht mehr gibt, nach dem  Pfle­ge­be­ruf-Reform-Gesetz 2017 gibt es ab 2020 nur noch die Aus­bil­dung zum „Gene­ra­lis­ti­schen  Pfle­ge­be­ruf“ mit Abitur oder Stu­di­um, Abschluss nach drei Jah­ren „ Pflegefachfrau/ mann“.

Nach Dar­stel­lung des Land­krei­ses Rott­weil sei die Raum­schaft bis 2020, so auch das Spit­tel als kom­mu­na­le Ein­rich­tung, aus­rei­chend mit Pfle­ge­plät­zen ver­sorgt, wobei mit den Neu­bau­ten in Aich­hal­den und Wald­mös­sin­gen noch eini­ge Plät­ze dazu kom­men  wer­den. Doch hier ist Röcker in Bezug auf wei­te­re Pfle­ge­kräf­te eher skep­tisch.

Abschlie­ßend stell­te er noch die beson­de­re Ein­rich­tung der Spit­tel­be­geg­nungs­stät­te  vor, die mit täg­li­chem Mit­tags­tisch und Café­be­trieb, Öku­me­ni­schem und AWO-Treff, Gym­nas­tik , Tanz und ande­ren Ange­bo­ten Bewoh­nern und Bür­gern der Stadt Gele­gen­heit zur Begeg­nung gebe, betreut vom Pfle­ge­per­so­nal, nicht zuletzt unter­stützt auch durch zahl­rei­che Ehren­amt­li­che.