Die Schiffsuhr der Schwarzwälder Traditionsuhrenfabrik Wehrle, die man derzeit im Stadtmuseum Schramberg gewinnen kann. Foto: Carsten Kohlmann

In einer Son­der­aus­stel­lung ist im Stadt­mu­se­um Schram­berg bis in den Herbst eine Zeit­rei­se durch die neue­re Geschich­te des Indus­trie­de­signs zu erle­ben. Bei einer Losak­ti­on kön­nen die Besu­cher auch eine wert­vol­le Schiffs­uhr aus einer Schwarz­wäl­der Tra­di­ti­ons­uh­ren­fa­brik gewin­nen. dar­über berich­tet Muse­ums­lei­ter Cars­ten Kohl­mann: 

Mit der zum „Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag“ am 13. Mai eröff­ne­ten Son­der­aus­stel­lung „Der (Uhren-) Desi­gner Udo Schult­heiss“ ruft das Stadt­mu­se­um Schram­berg ein Kapi­tel aus der Geschich­te der Uhren­in­dus­trie in Erin­ne­rung, in dem bemer­kens­wer­te Inno­va­tio­nen in der Pro­dukt­ge­stal­tung erreicht wur­den, die es ver­dient haben, wie­der neu ent­deckt und geschätzt zu wer­den. Udo Schult­heiss war von 1966 bis 1981 als Chef-Desi­gner und Pro­dukt-Mana­ger für das „Gesicht“ der Uhren der Mar­ke Jung­hans ver­ant­wort­lich. Von 1982 bis 1995 war er danach mit dem Stu­dio „Schult­heiss-Designs“ in Schram­berg-Sul­gen frei­be­ruf­lich tätig.

Die Son­der­aus­stel­lung mit mehr als 200 Leih­ga­ben aus sei­ner umfang­rei­chen Pri­vat­samm­lung zeigt für zukünf­ti­ge Prä­sen­ta­tio­nen und Publi­ka­tio­nen in Schram­berg zur Geschich­te der ört­li­chen Uhren­in­dus­trie bedeut­sa­me Per­spek­ti­ven auf. Der Schwer­punkt der Werk­schau liegt auf Groß- und Klein­uh­ren, die Udo Schult­heiss von den 1960er- bis 2000er-Jah­ren gestal­tet hat, aber auch eini­ge ande­re Indus­trie­pro­duk­te wie zum Bei­spiel eine Fern­seh­an­ten­ne sind zu sehen.

Der Besuch ist allen Uhren­freun­den und -samm­lern zu emp­feh­len, da auch sehr sel­te­ne Objek­te wie  zum Bei­spiel die ers­te Quarz­arm­band­uhr „Q 1“ von Jung­hans im Ori­gi­nal zu sehen sind. Aus die­sem Grund war auch bereits die Face­book­grup­pe „Jung­hans­Uh­ren­Freun­de … von damals bis heu­te“ im Stadt­mu­se­um Schram­berg zu Gast und wur­de von Udo Schult­heiss per­sön­lich in sei­ner Werk­schau geführt.

Für eine Losak­ti­on, die dem Schram­ber­ger Kin­der­fonds zugu­te­kom­men wird, hat Udo Schult­heiss auch ein wert­vol­les Sam­mel­stück zur Ver­fü­gung gestellt. Es han­delt sich dabei um eine reprä­sen­ta­ti­ve Schiffs­uhr der ehe­ma­li­gen Wehr­le Uhren­fa­brik  in Sankt Geor­gen, die Udo Schult­heiss von 1995 bis 2002 als Geschäfts­füh­rer gelei­tet hat.

Das Unter­neh­men wur­de 1815 von dem Uhr­ma­cher und Uhren­händ­ler Andre­as Hil­ser (1781–1867) in Schön­wald gegrün­det und bezeich­ne­te sich des­halb spä­ter als ältes­te deut­sche Uhren­fa­brik. Die Uhren­her­stel­lung in grö­ße­rem Maß­stab setz­te zwar erst um 1900 ein, die Fami­li­en­tra­di­ti­on im Uhren­ge­schäft wur­de aber tat­säch­lich bereits 1815  begrün­det. Auf dem Zif­fer­blatt der Schiffs­uhr ist des­halb auch die stol­ze Mar­ke „WEHRLE sin­ce 1815“ zu lesen.

Die um 1990 ange­fer­tig­te Uhr befin­det sich in einem bril­lant dia­man­tier­ten Mes­sing­ge­häu­se und ist mit einer Tide­an­zei­ge, Gla­sen­schlag auf Rück­wand­glo­cke, Repe­ti­ti­ons­alarm, klei­ner Sekun­de, Ther­mo­me­ter, Hygro­me­ter, Baro­me­ter und Zif­fer­blatt­be­leuch­tung aus­ge­stat­tet. Die Lose für fünf Euro kön­nen bei der Auf­sicht im Stadt­mu­se­um Schram­berg erwor­ben wer­den.

Info: Die Son­der­aus­stel­lung „Der „(Uhren)Designer Udo Schult­heiss“ ist noch bis zum 9 Sep­tem­ber im Stadt­mu­se­um Schram­berg zu sehen (Diens­tag bis Sams­tag 13 – 17 Uhr, Sonn- und Fei­er­ta­ge 11 – 17 Uhr. Am Frei­tag, 24. August, fin­det um 18 Uhr eine öffent­li­che Füh­rung mit Udo Schult­heiss statt. Es ist kei­ne Anmel­dung erfor­der­lich. Die Teil­nah­me ist kos­ten­los.