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Freitag, 28. Februar 2020

SeFo: Die Welt wird immer besser

Veranstaltung beim Seniorenforum Schramberg

Schramberg (pm) – Warum meinen viele Menschen, dass alles schlimmer werde ? Dabei wird die Welt immer besser! Aber warum merken wir das nicht ? Wie wir lernen , die Welt so zu sehen, wie sie ist. Diesen Fragen ging Matthias Kohlhase beim monatlichen Senioren- und GenerationenTreff am 5. November nach, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Zugrunde legte er dabei das Buch „Factfulness“ des schwedischen Forschers Hans Rosling (1948-2017). Der Medizinprofessor und Begründer der Gapminder-Stiftung in Schweden entwickelte eine Informations-Software zur Animation von Statistiken. Damit habe Hans Rosling mit einem auf internationalen Fakten und Statistiken basierenden Programm interaktive Blasendiagramme geschaffen, die globale Statistiken und Datenerhebungen leichter verständlich visualisieren. Sein Ziel: eine auf Fakten beruhende Weltsicht soll gefördert werden.

Matthias Kohlhase stellte in ausführlicher Form Roslings Ansatz dar: Zuerst globale Befragung nach der subjektiven Meinung zur Frage: „Wie steht es um die Welt? Wird es immer schlimmer ?“ Mehr als die Hälfte der Befragten in 30 Ländern, belege der Forscher, antworteten mit JA! Auch die Aussage, früher sei (fast) alles besser gewesen, wurde von über der Hälfte der Befragten bestätigt. In einer Fülle unterschiedlichster weltweiter Statistiken wurden Dinge aufgezeigt, die abnehmen oder verschwinden, sowie Dinge, die sich radikal verbessert haben. Genannt wurden dabei unter anderem extreme Armut oder die Lebenserwartung in Verbindung mit Einkommen (weltweit im Durchschnitt 70 Jahre !), die sich wesentlich positiver entwickle, als landläufig vermutet werde. Auch die Einteilung in Entwicklungsländer und entwickelte Länder gestalte sich heute ganz anders als gemeinhin angenommen.

Dennoch werde deutsche Entwicklungshilfe immer noch nach dem Stand von 1965 verteilt, so dass China (obwohl es mittlerweile in der Stufe drei angelangt sei) 2013 noch den größten Anteil bekommen habe. Rosling teilt die Weltbevölkerung in vier Einkommensgruppen zwischen extrem arm (eine Milliarde Menschen), verbesserte Lebenssituation ( drei Milliarden), Einkommen mit Chancen für gute Lebensbedingungen und Schulbildung ( zwei Milliarden) und schließlich wohlhabende Konsumenten mit guter Schulbildung ( eine Milliarde). Nach dieser Einteilung befinde sich China aber bereits in Stufe drei und auch Afrika und Asien werde sich auf Stufe vier zubewegen. Weitere Werkzeuge zur Bewältigung der Faktenfülle ( „Factfulness“) nennt Rosling die Negativität, nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, positive Entwicklungen werden weniger wahrgenommen.

Angst und Verallgemeinerung seien schlechte Ratgeber, Hinterfragen von Kategorien sei nötig ebenso das Anlegen unterschiedlicher Perspektiven. So sei es notwendig , betonte Matthias Kohlhase , dass sich die Menschen intensiv mit den Fakten befassen, denn das gelte auch in der Wirtschaft : wer den Markt nicht kennt, kann auch nicht reagieren und kein Geschäft machen. Daher sei es hilfreich und sinnvoll, Erfahrungen und Fakten zu sammeln, wie die Welt wirklich ist, durch richtiges Lesen von Nachrichten und kritische Bewertung. Hans Roslings Vermächtnis: „Dieses Buch ist mein Versuch, Einfluss auf die Welt zu nehmen: die Denkweise der Menschen zu verändern, ihre irrationalen Ängste zu lindern und ihre Energien in konstruktives Handeln umzulenken.“

Juliane Kugler dankte Matthias Kohlhase im Namen des SeniorenTreffs für die ausführliche Darstellung dieses hoch interessanten Themas

 

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