SeFo: Die Welt wird immer besser

Veranstaltung beim Seniorenforum Schramberg

Juliane Kugler dankt Matthias Kohlhase. Foto: pm

Schram­berg (pm) – War­um mei­nen vie­le Men­schen, dass alles schlim­mer wer­de ? Dabei wird die Welt immer bes­ser! Aber war­um mer­ken wir das nicht ? Wie wir ler­nen , die Welt so zu sehen, wie sie ist. Die­sen Fra­gen ging Mat­thi­as Kohl­ha­se beim monat­li­chen Senio­ren- und Genera­tio­nen­Treff am 5. Novem­ber nach, wie es in einer Pres­se­mit­tei­lung heißt.

Zugrun­de leg­te er dabei das Buch „Fac­t­ful­ness“ des schwe­di­schen For­schers Hans Ros­ling (1948–2017). Der Medi­zin­pro­fes­sor und Begrün­der der Gap­min­der-Stif­tung in Schwe­den ent­wi­ckel­te eine Infor­ma­ti­ons-Soft­ware zur Ani­ma­ti­on von Sta­tis­ti­ken. Damit habe Hans Ros­ling mit einem auf inter­na­tio­na­len Fak­ten und Sta­tis­ti­ken basie­ren­den Pro­gramm inter­ak­ti­ve Bla­sen­dia­gram­me geschaf­fen, die glo­ba­le Sta­tis­ti­ken und Daten­er­he­bun­gen leich­ter ver­ständ­lich visua­li­sie­ren. Sein Ziel: eine auf Fak­ten beru­hen­de Welt­sicht soll geför­dert wer­den.

Mat­thi­as Kohl­ha­se stell­te in aus­führ­li­cher Form Ros­lings Ansatz dar: Zuerst glo­ba­le Befra­gung nach der sub­jek­ti­ven Mei­nung zur Fra­ge: „Wie steht es um die Welt? Wird es immer schlim­mer ?“ Mehr als die Hälf­te der Befrag­ten in 30 Län­dern, bele­ge der For­scher, ant­wor­te­ten mit JA! Auch die Aus­sa­ge, frü­her sei (fast) alles bes­ser gewe­sen, wur­de von über der Hälf­te der Befrag­ten bestä­tigt. In einer Fül­le unter­schied­lichs­ter welt­wei­ter Sta­tis­ti­ken wur­den Din­ge auf­ge­zeigt, die abneh­men oder ver­schwin­den, sowie Din­ge, die sich radi­kal ver­bes­sert haben. Genannt wur­den dabei unter ande­rem extre­me Armut oder die Lebens­er­war­tung in Ver­bin­dung mit Ein­kom­men (welt­weit im Durch­schnitt 70 Jah­re !), die sich wesent­lich posi­ti­ver ent­wick­le, als land­läu­fig ver­mu­tet wer­de. Auch die Ein­tei­lung in Ent­wick­lungs­län­der und ent­wi­ckel­te Län­der gestal­te sich heu­te ganz anders als gemein­hin ange­nom­men.

Den­noch wer­de deut­sche Ent­wick­lungs­hil­fe immer noch nach dem Stand von 1965 ver­teilt, so dass Chi­na (obwohl es mitt­ler­wei­le in der Stu­fe drei ange­langt sei) 2013 noch den größ­ten Anteil bekom­men habe. Ros­ling teilt die Welt­be­völ­ke­rung in vier Ein­kom­mens­grup­pen zwi­schen extrem arm (eine Mil­li­ar­de Men­schen), ver­bes­ser­te Lebens­si­tua­ti­on ( drei Mil­li­ar­den), Ein­kom­men mit Chan­cen für gute Lebens­be­din­gun­gen und Schul­bil­dung ( zwei Mil­li­ar­den) und schließ­lich wohl­ha­ben­de Kon­su­men­ten mit guter Schul­bil­dung ( eine Mil­li­ar­de). Nach die­ser Ein­tei­lung befin­de sich Chi­na aber bereits in Stu­fe drei und auch Afri­ka und Asi­en wer­de sich auf Stu­fe vier zube­we­gen. Wei­te­re Werk­zeu­ge zur Bewäl­ti­gung der Fak­ten­fül­le ( „Fac­t­ful­ness“) nennt Ros­ling die Nega­ti­vi­tät, nur schlech­te Nach­rich­ten sind gute Nach­rich­ten, posi­ti­ve Ent­wick­lun­gen wer­den weni­ger wahr­ge­nom­men.

Angst und Ver­all­ge­mei­ne­rung sei­en schlech­te Rat­ge­ber, Hin­ter­fra­gen von Kate­go­ri­en sei nötig eben­so das Anle­gen unter­schied­li­cher Per­spek­ti­ven. So sei es not­wen­dig , beton­te Mat­thi­as Kohl­ha­se , dass sich die Men­schen inten­siv mit den Fak­ten befas­sen, denn das gel­te auch in der Wirt­schaft : wer den Markt nicht kennt, kann auch nicht reagie­ren und kein Geschäft machen. Daher sei es hilf­reich und sinn­voll, Erfah­run­gen und Fak­ten zu sam­meln, wie die Welt wirk­lich ist, durch rich­ti­ges Lesen von Nach­rich­ten und kri­ti­sche Bewer­tung. Hans Ros­lings Ver­mächt­nis: „Die­ses Buch ist mein Ver­such, Ein­fluss auf die Welt zu neh­men: die Denk­wei­se der Men­schen zu ver­än­dern, ihre irra­tio­na­len Ängs­te zu lin­dern und ihre Ener­gi­en in kon­struk­ti­ves Han­deln umzu­len­ken.“

Julia­ne Kug­ler dank­te Mat­thi­as Kohl­ha­se im Namen des Senio­ren­Treffs für die aus­führ­li­che Dar­stel­lung die­ses hoch inter­es­san­ten The­mas