Tournee der Gruppe Sacambaya führt nach Schramberg, Schiltach und Schenkenzell

Jorge Aquino beim Empfang des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue

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Schram­berg (pm) – Jor­ge Aqui­no kommt vom 2. bis 4. Novem­ber mit sei­ner Grup­pe „Sacam­ba­ya” nach Schram­berg und gibt Kon­zer­te in Schen­ken­zell, Schiltach und Schram­berg. Das Kon­zert in Schram­berg erfolgt auf Ein­la­dung des Eine-Welt-Forums und fin­det am Sams­tag, dem 3. Novem­ber um 19 Uhr in der Aula des Gym­na­si­ums statt. Der­zeit tourt die Grup­pe durch Spa­ni­en und Frank­reich, wie es in einer Pres­se­mit­tei­lung heißt.

Bekannt ist Don Jor­ge, wie man ihn in sei­ner Hei­mat Boli­vi­en nennt, in Schram­berg als Coco. Seit er 1992 bei den „Indi­an­der­spie­len“ des JUKS3 als „wasch­ech­ter” India­ner Süd­ame­ri­kas mit den Kin­dern Musik­in­stru­men­te bas­tel­te und mit ihnen Lie­der sang, ist sei­ne Bezie­hung zu Schram­berg nicht wie­der abge­bro­chen. Damals ging der Erlös des Spiel­pro­jekts in sein von der Cho­le­ra gebeu­tel­tes Hei­mat­dorf Inde­pen­den­cia, einem Dorf, das auf 2700 Meter Höhe in den boli­via­ni­schen Anden liegt. Die­se ers­ten Spen­den wur­den für beschei­de­ne Zie­le ein­ge­setzt: die Finan­zie­rung von Wasch­räu­men und Toi­let­ten für die dor­ti­ge Schu­le.

Im Anschluss an die­se India­ner­spie­le grün­de­te sich der Schram­ber­ger Freun­des­kreis „Inti Ayl­lus”, der im ver­gan­ge­nen Jahr sein 25 jäh­ri­ges Bestehen fei­er­te. In die­sen Jah­ren konn­te der Ver­ein vie­le Pro­jek­te in Inde­pen­den­cia för­dern und finan­zie­ren.

Jor­ge Aqui­nos gan­zer Lebens­in­halt gilt dem Erhalt der indi­ge­nen Kul­tur sei­ner Hei­mat. Als gelern­ter Agrar­in­ge­nieur ver­bin­det er die­ses Anlie­gen mit Pro­jek­ten, die die Infra­struk­tur der Regi­on und damit die Lebens­be­din­gun­gen in der Regi­on nach­hal­tig ver­bes­sern. So rief er ein groß ange­leg­tes Auf­fors­tungs­pro­jekt ins Leben, um der Boden­ero­si­on und regel­mä­ßig wie­der­keh­ren­den Erd­rut­schen ent­ge­gen­zu­wir­ken. Gleich­zei­tig ver­leg­te die Dorf­ge­mein­schaft Was­ser­lei­tun­gen und Sam­mel­be­cken, weil Was­ser in die­ser Regi­on zu den knap­pen Gütern zählt. Auch auf die För­de­rung der Bil­dung wur­de mit dem Bau von Dorf­schu­len nebst Leh­rer­woh­nun­gen sowie der Ein­rich­tung einer zen­tra­len Biblio­thek in Inde­pen­den­cia ein Schwer­punkt gelegt. Durch Solar­an­la­gen arbei­tet er in den letz­ten Jah­ren mit der Bevöl­ke­rung dar­an, mög­lichst vie­len Haus­hal­ten Strom zur Ver­fü­gung zu stel­len und vom unzu­ver­läs­si­gen boli­via­ni­schen Strom­netz unab­hän­gig zu wer­den. Die­ses Solar­pro­jekt soll durch die Euro­pa­tour­nee der Grup­pe Sacam­ba­ya mit finan­ziert wer­den.

Am 7. Sep­tem­ber die­ses Jah­res war er zu Gast beim Bür­ger­fest von Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er. Mit mehr als 4000 wei­te­ren Ehren­amt­li­chen war Jor­ge Aqui­no dort­hin ein­ge­la­den. Durch die­se Ein­la­dung, die ihm und sei­ner Frau Rita galt, wur­de er für mehr als 30 Jah­re uner­müd­li­che Arbeit für die nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung sei­nes Hei­mat­dor­fes Inde­pen­den­cia gewür­digt.