Hat das Lächeln nicht verlernt: Ahmad Zarabi in seinem Geschäft in der Marktstraße. Foto: him

Ein Jahr hat die Fami­lie Zara­bi in der Mark­stra­ße ihr Lebens­mit­tel­ge­schäft mit Spe­zia­li­tä­ten aus dem Nahen und Mitt­le­ren Osten betrie­ben. Ende April wer­den sie das Geschäft schlie­ßen.

Es hat sich nicht gelohnt“, sagt Ahmad Zara­bi ent­täuscht. Er hat­te auf die vie­len Fami­li­en gesetzt, die aus Syri­en, dem Iran. Irak oder auch aus sei­ner alten Hei­mat Afgha­ni­stan nach Schram­berg und Umge­bung gekom­men waren. Er sei von mor­gens halb acht bis abends im Laden gestan­den und zwei Mal in der Woche auf den Groß­markt nach Stutt­gart gefah­ren. „Aber wir haben wenig Umsatz gemacht“.

Das Pro­blem: Es gibt zwei oder drei flie­gen­de Händ­ler, die die Geflüch­te­ten bei ihren Unter­künf­ten direkt aus dem Kof­fer­raum ihrer Autos ver­sor­gen. „Die Leu­te rufen an, und der bringt es direkt.“ Ob das Geschäft legal abläuft, weiß Zara­bi nicht, jeden­falls hat sich sein Traum von der Selb­stän­dig­keit nicht erfüllt. Er war vor 24 Jah­ren mit sei­ner Fami­lie als Kriegs­flücht­ling nach Schram­berg gekom­men und hat­te aus sei­ner Erfah­rung von damals geschlos­sen, dass es hier Inter­es­se an einem Markt mit asia­ti­schen Lebens­mit­teln geben müs­se. „Wir sind damals nach Frei­burg oder Stutt­gart gefah­ren…“

Eine Strom­nach­zah­lung und die – ange­sichts des schwa­chen Umsat­zes – für ihn rela­tiv hohe Mie­te hät­ten ihn jetzt zum Auf­ge­ben bewo­gen, erklärt Zara­bi. „Ich habe zwar Geld ver­lo­ren, aber wir leben.“ Sei­ne Frau habe eine fes­te Stel­le, sodass sie finan­zi­ell  kei­ne Pro­ble­me haben. Aber die vie­le Arbeit und das gerin­ge Ein­kom­men sei­en auf Dau­er nicht gut. Wenn jemand den Laden und die Ware über­neh­me, wür­de er sich freu­en. Ansons­ten been­de er das „Safran“-Experiment Ende April. Für den Fami­li­en­va­ter erfreu­lich: „Ab 1. März habe ich einen neu­en Arbeits­platz.“

Rich­tig­stel­lung:

Auf­grund unse­rer Bericht­erstat­tung in der NRWZ am Wochen­en­de haben sich die Ver­mie­ter von Ahmad Zara­bi gemel­det und ver­si­chert, die Mie­te läge „unter den orts­üb­li­chen Tari­fen“. Auch hät­ten sie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren „einen hohen fünf­stel­li­gen Betrag in den Laden inves­tiert“.  Sie hat­ten – noch zu „Naturladen“-Zeiten –  Schau­fens­ter aus­ge­tauscht, den Ein­gangs­be­reich bar­rie­re­frei gestal­tet, die bau­sei­ti­ge Vor­be­rei­tung für den Ein­bau von Kühl­zel­len bewerk­stel­ligt und eine denk­mal­schutz­kon­for­me Laden­tü­re ein­ge­baut. Für „Safran“ gab es einen neu­en Boden und eine Lüf­tung. Auch Zara­bis bestä­ti­gen, dass die Ver­mie­ter fair zu ihnen waren.

Im Vor­spann des Arti­kels „Han­del und Wan­del“ hat­ten wir von den „teil­wei­se unrea­lis­tisch hohen Miet­wün­schen der Haus­ei­gen­tü­mer“ geschrie­ben, die gleich­zei­tig „recht wenig Bereit­schaft haben, in ihre Gebäu­de zu inves­tie­ren“. Die Ver­mie­ter des Ladens in der Markt­stra­ße waren aus­drück­lich nicht gemeint, wir bit­ten um Ent­schul­di­gung, wenn wir die­sen Ein­druck ver­mit­telt haben. Die Redak­ti­on.)