LAUFFEN – Die Grup­pe NATUR:kultur aus Lauf­fen hat im April im Deiß­lin­ger Anzei­ger dazu auf­ge­ru­fen, sich der Idee „Kro­kus-Initia­ti­ve“ anzu­schlie­ßen. „Unse­re opti­mis­ti­sche Hoff­nung war, für die­se Akti­on even­tu­ell 50 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aus unse­rer Gemein­de gewin­nen zu kön­nen. Und dann sind es immer mehr gewor­den, am Schluss waren es fast 150. Und wir waren mehr als glück­lich dar­über. Die­se gro­ße Reso­nanz konn­ten wir schlicht nicht erwar­ten.“, erzählt Man­fred Sorg von NATUR:kultur.


„Dar­un­ter sind auch über 30 Kin­der und durch­aus auch eine statt­li­che Anzahl von Bür­gern aus dem Gemein­de­teil Deiß­lin­gen, obwohl wir uns zunächst auf Grün­flä­chen im Gemein­de­teil Lauf­fen beschrän­ken wer­den. Das ist wirk­lich vor­bild­lich geleb­te Soli­da­ri­tät und ein sehr gutes Zei­chen für einen gedeih­li­chen gemeind­li­chen Zusam­men­halt“, so Sorg. Am Sams­tag, 26. Okto­ber wer­den über 30.000 Kro­kus­knol­len gepflanzt. Dabei wird in Drei­er­grup­pen gear­bei­tet: Der ers­te gräbt die Pflanz­lö­cher, der zwei­te legt die Knol­len hin­ein und der drit­te füllt sie wie­der auf. Gesetzt wer­den die Kro­kus­se zu klei­nen Grup­pen, das wir­ke am hüb­sches­ten, mei­nen die Macher. Im Anschluss tref­fen sich die Pflan­zer dann zum von der Ort­schafts­ver­wal­tung gespen­de­ten und dem DRK zube­rei­te­ten Mit­tag­essen in der Zehnt­scheu­er.


Die Kro­ku­s­in­itia­ti­ve soll dem dra­ma­ti­schen Bie­nenster­ben ent­ge­gen­wir­ken, so Sorg. „Wir wis­sen schließ­lich alle, wie wich­tig die Bestäu­ber für uns alle sind. Kro­kus­se sind mit die ers­ten Früh­blü­her und somit im Früh­jahr auch eine ers­te wich­ti­ge Nah­rungs­quel­le für Wild- wie Honig­bie­nen.“ Außer­dem erle­be man gera­de eine manch­mal etwas selt­sa­me Art von Gar­ten­ge­stal­tung, die soge­nann­ten Schot­ter­gär­ten. „Viel­leicht kön­nen wir ja mit unse­rer Pflanz­ak­ti­on ein paar posi­ti­ve Anre­gun­gen für mehr Bio­lo­gie geben.“ Zudem fal­le auf, dass an den Häu­sern immer weni­ger pri­va­ter Blu­men­schmuck zu sehen sei, „viel­leicht kön­nen wir auch in die­ser Rich­tung ein biss­chen was bewe­gen, wenn uns im nächs­ten Früh­ling die Kro­kus­se mit ihren far­bi­gen Blü­ten ins Auge fal­len und erfreu­en.“

Für die Grup­pe NATUR:kultur ist die Akti­on auch ein klei­nes Expe­ri­men­tier­feld: „Las­sen sich in einer Land­ge­mein­de genü­gend Men­schen fin­den, die bereit sind, sich an einer Umwelt­ak­ti­on aktiv zu betei­li­gen? Gibt es noch Men­schen, die sich so mit ihrer Hei­mat­ge­mein­de iden­ti­fi­zie­ren, dass sie bereit sind, dafür einen Sams­tag­mor­gen zu opfern? Mitt­ler­wei­le ken­nen wir die Ant­wort: Zumin­dest hier in Lauf­fen und Deiß­lin­gen gibt es sol­che. Und nicht weni­ge. Und dafür sind wir nun sehr dank­bar.“ Lob hat die Grup­pe auch für die Gemein­de­ver­wal­tung, die die Akti­on voll unter­stüt­ze und auch mit­fi­nan­zie­re. Beson­ders aber freut es die Macher, dass die Akti­on schon Nach­ah­mer in der Regi­on gefun­den hat: Auch in Den­kin­gen, Wel­len­din­gen, Fritt­lin­gen und Aldin­gen wer­den jetzt Kro­kus­se gepflanzt.