„Mehr Normalität für Heiligenbronn“

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Der KVJS ist in vielen Bereichen Kooperationspartner für soziale Träger, insbesondere auch für die Stiftung St. Franziskus – nun besuchte die KVJS-Verbandsdirektorin Kristin Schwarz die Stiftung in Heiligenbronn. Über den Besuch berichtet die Stiftung in einer Pressemitteilung: 

Corona hatte es länger verhindert, aber nun konnte Kristin Schwarz, Leiterin des Kommunalverbands für Jugend und Soziales in Baden-Württemberg (KVJS), endlich wieder zu einem Besuch nach Heiligenbronn kommen. Und damit auch den in der Zwischenzeit neu berufenen Vorstand der Stiftung St. Franziskus, Andrea Weidemann und Stefan Guhl, persönlich kennenlernen.

Was Leistungen und die dafür erforderlichen Entgelte angeht, ist neben dem zuständigen Landkreis der KVJS ebenfalls ein wichtiger Verhandlungspartner für die Stiftung. Die Direktorin des KVJS zeigte sich bei ihrer Visite beeindruckt von der Vielfalt der Angebote für Menschen mit Behinderung. Nach der erfolgreichen Premiere wurde vereinbart, dass zusammen mit der Stiftung auch im kommenden Jahr Schulungen für Mitarbeitende der Eingliederungshilfe durchgeführt werden – vor Ort.

Gutes Gefühl

Die besinnliche, klösterliche Atmosphäre in Heiligenbronn sorgte bei den Teilnehmern nach eigenen Angaben für ein gutes Gefühl für den bevorstehenden Austausch. Trotz der schwierigen Themen, mit denen sich das Sozialwesen schon seit Längerem konfrontiert sieht und die somit auch auf der Tagesordnung des Besuchstermins standen. Kristin Schwarz machte sich gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen ein Bild über die Arbeit und die Einrichtungen vor Ort in Heiligenbronn. Am Stammsitz der Stiftung befinden sich unter anderem die beiden Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren Sehen und Hören sowie das Kompetenzzentrum Taubblindheit in Baden-Württemberg.

Schwarz freute sich schon bei der Begrüßung auf einen spannenden Tag: „Ich bin neugierig auf die Veränderungen, die in den zurückliegenden Jahren in Heiligenbronn stattfanden.“ Sie spielte damit auf die Neubesetzung des Vorstands an, aber auch auf bauliche Veränderungen am Standort und interne Umstrukturierungen, die nicht zuletzt durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) angestoßen wurden.

Ein großes Hauptaugenmerk der Sozialbranche, und damit sowohl des KVJS als auch Sozialträgern wie der Stiftung St. Franziskus, liegt in der gesundheitlichen und sozialen Versorgung der Bevölkerung, also der „Daseinsvorsorge“. Der KVJS mit Sitz in Stuttgart verhandelt im Auftrag der 44 Stadt- und Landkreise die Leistungsentgelte dafür. Stiftungsvorständin Andrea Weidemann trug vor, dass die Stiftung ihre Leistungen und Angebote immer weniger auskömmlich refinanzieren kann und somit die Leistungserbringung gefährdet wird. Kristin Schwarz räumte ein, dass vor allem aufgrund des Fachkräftemangels aber auch durch den stetig gestiegenen Bürokratieaufwand die Leistungsfähigkeit der Sozialsysteme an Grenzen stößt.

Zum Abschluss formulierte Schwarz einen Wunsch, dem die Vorstände der Stiftung nur zustimmen konnten: „mehr Normalität auf das Gelände holen“. Sprich, in Komplexstandorten wie Heiligenbronn sollen sich Menschen mit Behinderung durch ein erweitertes Angebot an Dienstleistungen und Freizeitmöglichkeiten und einer zugeschnittenen Infrastruktur noch selbständiger bewegen und versorgen können.

 

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