ROTTWEIL – Brei­ten Raum nahm bei ers­ten Vor­stands­sit­zung der Kreis­se­nio­ren Uni­on nach der Bun­des­tags­wahl die Dis­kus­si­on über die Bun­des­tags­wahl ein. „Was haben wir falsch gemacht?“ Vie­le Punk­te wur­de genannt, die wohl für das schlech­te Abschnei­den der CDU ursäch­lich waren.

War es Mer­kels ein­schlä­fern­des „Uns geht‚s allen gut und so soll es auch blei­ben“, oder hat man ein­fach die Flücht­lings­pro­ble­ma­tik unter­schätzt? Wo blie­ben die Ant­wor­ten auf The­men Alters­ar­mut, Pfle­ge und Pfle­ge­per­so­nal, Angst auf den Stra­ßen, Kos­ten der Migra­ti­on. Struk­tu­rel­le Pro­ble­me wie defek­te Stra­ßen, Brü­cken und Schu­len wur­de zu lan­ge der schwar­zen Null im Bun­des­haus­halt geop­fert. Die­se und wei­te­re Punk­te sind wohl schuld dar­an, dass über 1 Mio. Wäh­ler von der CDU zur AfD gewan­dert sind.

Obwohl die­se Wäh­ler­grup­pe bestimmt nicht nur AfD Fans sind, woll­ten sie so ihren Pro­test aus­drü­cken. Die anwe­sen­den Mit­glie­der waren der Mei­nung, dass es der­zeit kei­ne Alter­na­ti­ve zur Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel gebe, aber in den vie­len klei­nen Schub­la­den dar­un­ter muss auf­ge­räumt wer­den. Der Mar­ken­kern der CDU soll­te wie­der wesent­lich deut­li­cher für die Bevöl­ke­rung sicht­bar wer­den.

Die Fra­ge, was prägt die Poli­tik der CDU – wert­kon­ser­va­tiv oder das christ­li­che Men­schen­bild muss dis­ku­tiert wer­den. Einig waren sich die Senio­ren, dass die Erläu­te­rung des Begriffs „Wert­kon­ser­va­tiv“ und des­sen Aus­ge­stal­tung sträf­lich ver­nach­läs­sigt wird, und die CDU viel zu weit nach links gerückt ist.

Wur­den die Fra­gen und Ängs­te der Bevöl­ke­rung bezüg­lich der Glo­ba­li­sie­rung im Zusam­men­hang mit dem Ver­lust von Arbeits­plät­zen ernst genom­men, oder in vie­len Fäl­len nicht beant­wor­tet. Man war sich in der Run­de einig, dass das Ver­hal­ten von Horst See­ho­fer beim CSU Par­tei­tag erheb­li­chen Scha­den für die Gesamt­par­tei zur Fol­ge hat­te.

Das Abschnei­den des Abge­ord­ne­ten Vol­ker Kau­der bei der Bun­des­tags­wahl macht der Senio­ren­uni­on Sor­ge, den ein Minus von 14,7 Pro­zent gegen­über der letz­ten Wahl las­sen auf­hor­chen. Wo lie­gen die Ursa­chen für das AfD Ergeb­nis auf dem Heg­ne­berg mit 33 Pro­zent? Die Fra­ge wur­de dis­ku­tiert ob man sich zu spät und zu wenig um die dort leben­den Men­schen geküm­mert hat.

Die CDU ist die Volks­par­tei und Stand­fes­tig­keit ist not­wen­dig. Auch bei den anste­hen­den Gesprä­chen zur Bil­dung einer Jamai­ka Koali­ti­on. Anschlie­ßend wur­de diku­tiert, dass die CDU neue Leu­te auf­bau­en müs­se und ob künf­tig die Dau­er der Kanz­ler­schaft zeit­lich begrenzt wer­den soll­te.

Anschlie­ßend wies der Vor­sit­zen­de auf eine Ver­an­stal­tung gemein­sam mit der Jun­gen Uni­on und Land­rat Dr. Wolf-Rüdi­ger Michel am 27. Okto­ber um 18.30 Uhr hin.