Stadt baut ehrenamtlichen Dolmetscherpool weiter aus

Frau Höni-Wagner spricht rumänisch, Herr Tas spricht türkisch und kurdisch und Frau Lali kann sich auf dari und persisch unterhalten. Dies sind nur drei der 19 TeilnehmerInnen, die vergangenes Wochenende an der Schulung für ehrenamtliche SprachmittlerInnen in Schramberg teilnahmen. Darüber berichtet das JUKs in einer Pressemiteilung:

In der zweitägigen Schulung standen die Techniken des Dolmetschens und rechtliche Grundlagen, aber auch die eigene Identität und die Auseinandersetzung mit der deutschen Migrationsgeschichte auf dem Schulungsplan. Was alle TeilnehmerInnen miteinander vereint: Sie haben schon mehrfach für andere gedolmetscht. Für Personen, die die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrschen wie sie.

Doch sie habe sich dabei immer unsicher gefühlt, meint Nasrin, die bereits seit sechs Jahren in Deutschland lebt und sowohl Paschtu als auch Dari spricht. „Es ist gut, eine Anleitung fürs Dolmetschen zu bekommen, das gibt mir Sicherheit,“ meint auch Frau Sindlinger, deren Muttersprache Thailändisch ist. Und noch etwas haben die Teilnehmer gemeinsam: sie möchten über das Dolmetschen hinaus Kontakte knüpfen, sich einbringen und weiterhin ihre Deutschkenntnisse vertiefen.


Bei der Frage warum sie an der Schulung teilnimmt, antwortet Frau Parhizkary aus dem Iran: „Weil ich weiß, wie schwer es hier ohne Deutschkenntnisse ist und ich helfen möchte“ – eine Antwort die sich in der weiteren Fragerunde mehrmals wiederholt. Das Engagement ist in der lebhaften Runde deutlich zu spüren. Einige können ihren ersten Dolmetscher-Einsatz gar nicht abwarten und freuen sich riesig. „Die Sprachmittler leisten weit mehr als das reine Übersetzen. Sie erklären, vermitteln und zeigen bei ähnlich erlebten Herausforderungen auch Verständnis“, erzählt Luisa Wöhrle, Integrationsbeauftragte der Stadt Schramberg.

Gut vorbereitet

Bereits zum zweiten Mal konnte die Referentin und selbst Dolmetscherin Jana Mokali die Teilnehmer für die Übersetzertätigkeit begeistern. Somit sind diese für ihren Einsatz gut vorbereitet. Institutionen wie Schulen, Kindergärten, das Jobcenter, aber auch vor allem Arztpraxen können die Übersetzungsleistung in Anspruch nehmen und sorgen somit für einen Abbau der Sprachbarrieren.

Info: Der Sprachmittlerpool der Stadt Schramberg umfasst mittlerweile mehr als 30 Ehrenamtliche mit 23 verschiedenen Sprachen. Er wird durch das Ministerium für Soziales und Integration gefördert. Die SprachmittlerInnen können im JUKS³ (Tel: 07422 29580, E-Mail: integration@schramberg.de) für Einsätze angefragt werden.

 

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