Dr. Henning Scherf, ehem. Bürgermeister der Hansestadt Bremen. Foto: pm

ROTTWEIL – Immer noch ster­ben die meis­ten Men­schen in Deutsch­land in Kran­ken­häu­sern und wenn sie Glück haben, ist jemand da, der ihre Hand hält. Ster­ben bedeu­tet in unse­rer Gesell­schaft oft, allein­ge­las­sen zu sein. Am Don­ners­tag, 16. Novem­ber ab 19.30 Uhr ist Dr. Hen­ning Scherf zu Gast im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus, Johan­ni­ter­stra­ße 30 in Rott­weil.

Der Vor­trag mit dem Titel „Das letz­te Tabu – Über das Ster­ben reden und den Abschied leben ler­nen“ fin­det im Rah­men des 25-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Sitz­wa­che Rott­weil statt, Mit­ver­an­stal­ter sind die Katho­li­sche und Evan­ge­li­sche Erwach­se­nen­bil­dung.

Dr. Hen­ning Scherf war lan­ge Jah­re Sozial‑, Bil­dungs- und Jus­tiz­se­na­tor und von 1995 bis 2005 Bür­ger­meis­ter und damit Minis­ter­prä­si­dent des Bun­des­lan­des Bre­men. Er ist Autor zahl­rei­cher Bücher zum The­ma Leben im Alter. In sei­nem aktu­el­len Buch „Das letz­te Tabu“ for­dert er auf zu einer  Kurs­än­de­rung, weil – so sein Cre­do – eine Gesell­schaft nicht auf eine Kul­tur der Mensch­lich­keit am Lebens­en­de ver­zich­ten darf.

Um die­sen Pro­zess zu för­dern, beschreibt er sei­ne ganz per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit dem Tod und im Umgang mit Ster­ben, bit­te­re wie tröst­li­che, und er ver­bin­det sie mit der Fra­ge: Wie wol­len wir ster­ben? Scherf macht Mut, die weit­hin fest­stell­ba­re Tabui­sie­rung und Anony­mi­sie­rung des Todes und Ster­bens zu über­win­den, dar­über zu reden und den Abschied gemein­sam zu leben, um erträg­li­cher zu machen, was wir zuletzt alle durch­le­ben wer­den. Eine Anmel­dung ist nicht erfor­der­lich!