„Hautnah-Erlebnis“ wird zur Motivation

„Hautnah-Erlebnis“ wird zur Motivation

ROTTWEIL-NEUKIRCH (pm) – Sie waren dabei – die Sternsinger aus St. Peter und Paul Neukirch, bei der Sternsinger-Eröffnung der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Ulm. Als Könige unterwegs, reisten sie statt mit Kamelen mit der Bahn. Die Mitreisenden in Bahnhöfen und Abteilen freuten sich über die Kinder in königlichen Gewändern, die Lieder, Sprüche und über die Segenswünsche.

Die Begegnungen mit mitreisenden Flüchtlingen berührte die Kinder sehr. Die Flüchtlinge, Frauen mit Kindern und einem kleinen Baby mussten mit großem Gepäck in Plastiksäcken umsteigen. Da waren auch Könige ratlos, weil sie sich nicht verständigen konnten und der Schaffner zur Weiterfahrt bereits gepfiffen hat.

Schnell rückten alle beiseite, die Tür wurde offengehalten, bis auch der letzte Sack draußen war bei der Familie. Wo sie wohl hin gehen? Sie sahen so müde aus. Dieses „Hautnah-Erlebnis“ wird zur Motivation – bei der kommenden Aktion – denn auch das Sternsingergeld wird teilweise für Flüchtlingsprojekte verwendet. Endlich in Ulm angekommen machten sich die Neukircher Sternsinger auf den Weg zum Münster, dessen welthöchster Kirchturm leider in Nebel gehüllt war.

Mit „Gloria-gloria“ erfreuten sie viele Menschen die in der Fußgängerzone stehen blieben, die Marktbeschicker auf dem Wochenmarkt und die Touristen, die im Münster gerade eine Führung bekamen. Manche Könige ließen es sich nicht nehmen, wenigstens die ersten 400 Stufen zu erklimmen „Höhenluft“ zu schnuppern.

Die anderen nutzten die Zeit zum „Speed-Shopping“ zu dem die Großstadt die Gelegenheit bietet doch leider die Zeit dafür zu kurz war. Zu Fuß ging es weiter nach Ulm-Söflingen wo in der Kirche St. Elisabeth die Sternsingereröffnung stattfand. Im Gemeindezentrum traf die fast 20-köpfige Gruppe auf hunderte andere Sternsinger, die alle am Programm mit Workshops und Begegnung teilnahmen.

Der Höhepunkt war der Abschlussgottesdienst bei dem Weihbischof Johannes Kreidler die Kinder für ihren wichtigen Dienst als Sternsinger bestärkte. Das Thema Respekt für dich, für mich, für andere wurde aufgegriffen und erlebbar gemacht, eine coole Band gestaltete die Feier mit neuen geistlichen Liedern.

Die Aussendung in dieser großen Kirche mit etwa 400 anderen Sternsingern war ein ganz besonderes Erlebnis. Mit bischöflichem Segen im Gepäck, machte sich die Gruppe auf den Heimweg. Auf der Rückreise mit dem Zug wurde es langsam ruhiger – denn auch Könige werden einmal müde. Die vielfältigen Erfahrungen dieses einzigen Tages nehmen die Kinder mit, von der Großstadt Ulm in ihr „kleines Dorf“ – wenn sie bei ihrer Sternsingeraktion am Dreikönigstag den Segen in die Häuser und Straßen tragen.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 2. Januar 2016 von NRWZ-Redaktion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/kirchliches/105938/105938