Das Schloss der alten Kirche, das noch erhalten und im Tennenbronner Heimathaus ausgestellt ist, spielte eine wichtige Rolle im Streit um die alte Pfarrkirche von Tennenbronn. Foto: pm

TENNENBRONN (pm) – Das „Hei­mat­haus” in Ten­nen­bronn beschäf­tigt sich in die­sem Jahr schwer­punkt­mä­ßig mit der Refor­ma­ti­on. In einem Ein­la­dungs­schrei­ben zu einem Vor­trag heißt es:

Wenn man von einem Ort sagen kann, dass die Refor­ma­ti­on  und deren Fol­gen wich­ti­ger Teil sei­ner Geschich­te sind, so trifft das auf Ten­nen­bronn in beson­de­rem Maße zu. Das Luther­jahr 2017 ist des­halb für die Ten­nen­bron­ner Hei­mat­haus­grup­pe Anlass, in meh­re­ren Ver­an­stal­tun­gen wäh­rend des Jah­res auf die­sen wich­ti­gen Abschnitt  der Ten­nen­bron­ner  Geschich­te zurück zu bli­cken.

Wie span­nend und ein­zig­ar­tig die­se Geschich­te ist, wird an fol­gen­den Fra­gen exem­pla­risch deut­lich:
Wer waren die ers­ten  Ten­nen­bron­ner, die mit Luthers Leh­re Bekannt­schaft gemacht haben und war­um wur­den nicht alle Ten­nen­bronn evan­ge­lisch? Wer war der ers­te evan­ge­li­sche Pfar­rer? Stimmt es, dass man­che Ten­nen­bron­ner im Fort­gang der Ereig­nis­se gezwun­gen waren, mehr­mals die Kon­fes­si­on zu wech­seln? War­um ging der öku­me­ni­sche Ver­such eine Kir­che gemein­sam zu nut­zen schief?

War­um  steht das evan­ge­li­sche Pfarr­haus im Eich­bach und nicht  neben der Kir­che? Was ist dran, dass in die­sem Pfarr­haus   eine Zeit­lang ein Hexen­meis­ter  gewohnt hat, der dann  in Schram­berg hin­ge­rich­tet wor­den ist? Wer war die Ten­nen­bron­ne­rin, die den würt­tem­ber­gi­schen  Her­zog  auf­ge­for­dert hat, sei­ne Majes­tät möge ihre Kin­der  davor schüt­zen, dass deren Vater sie mit Gewalt zum katho­li­schen Glau­ben zwingt. Wie kam es, dass Ten­nen­bronn am Ende in zwei poli­ti­sche Gemein­den  gespal­ten war?

Im ers­ten Vor­trag am kom­men­den Mitt­woch, 15. März 19.30 Uhr im katho­li­schen Pfarr­saal geht es dem Refe­ren­ten Alfred Kunz dar­um, nicht nur die kon­fes­sio­nel­len Tur­bu­len­zen der Geschich­te auf­zu­zei­gen, son­dern auch das ver­söhn­te Mit­ein­an­der der Kon­fes­sio­nen, das in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten in unse­rem Dorf prak­ti­ziert wird, wei­ter zu för­dern.”