Antje von Dewitz zieht an

Volles Haus bei Marktplatz Kirche Schramberg

586
Klaus Andreae und die Referentin Antje von Dewitz im Albert- Schweitzer-Saal. Fotos: Graf

SCHRAMBERG (him) – Im Rah­men des Jah­res­the­mas „Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit“ von Markt­platz Kir­che Schram­berg hat Dr. Ant­je von Dewitz, die Geschäfts­füh­re­rin des Out­door-Mode­her­stel­lers „Vau­de“ in Tett­nang in ihrem Vor­trag am Mon­tag­abend über die Ver­bin­dung von Wirt­schaft­lich­keit mit Nach­hal­tig­keit gespro­chen.

Im Albert-Schweit­zer-Saal reich­ten die Stüh­le nicht, und so muss­ten unter ande­rem Ewald Graf und Klaus And­reae als Orga­ni­sa­to­ren aus dem Erhard-Jung­hans-Zim­mer noch Stüh­le besor­gen, wäh­rend dort der Stadt­ver­band Sozia­les sei­ne Jah­res­haupt­ver­samm­lung abhielt. Den­noch saßen etli­che Zuhö­rer am Saa­len­de auf Tischen, als die „attrak­ti­ve moder­ne Mana­ge­rin“, so ein Besu­cher, sprach.

Von Dewitz hat­te 2009 die Geschäfts­füh­rung der Fir­ma von ihrem Vater Albrecht von Dewitz über­nom­men. Auch der Seni­or hat­te die öko­lo­gi­sche und sozia­le Ver­ant­wor­tung des Fami­li­en­un­ter­neh­mens im Blick, und die Fir­ma setzt nach eige­nem Bekun­den welt­weit öko­lo­gi­sche und sozia­le Stan­dards.

Als Arbeit­ge­ber unter­stüt­ze das Unter­neh­men sei­ne Mit­ar­bei­ter bei der Ver­ein­ba­rung von Beruf und Fami­lie, so die Fir­ma, zum Bei­spiel durch ein fir­men­ei­ge­nes Kin­der­haus, fle­xi­ble Arbeits­zeit­mo­del­le, Teil­zeit­an­ge­bo­te oder Home-Office-Mög­lich­kei­ten. Der Betrieb ver­fü­ge über ein Schwimm­bad und Sport­an­la­gen, die Mit­ar­bei­ter könn­ten wäh­rend der Arbeits­zeit Sport machen, berich­te­te von Dewitz.

Im Inter­net aller­dings fin­den sich auch ande­re Ein­schät­zun­gen. Bei Kununu, einem Por­tal, das „vol­le Trans­pa­renz am Arbeits­markt“ her­stel­len möch­te, liest man zu Vau­de: „ Inter­ne Struk­tur eine Kata­stro­phe, weder Betriebs­rat noch Ver­trau­ens­per­son. Kei­ne fai­ren Gehalts­ver­hand­lun­gen bezie­hungs­wei­se will­kür­li­ches Gehalt. Gro­ßes Plus, die Kol­le­gen sind toll.“

Bei Markt­platz Kir­che auf den feh­len­den Betriebs­rat ange­spro­chen, ver­wies von Dewitz, die mit vie­len ihrer Mit­ar­bei­ter per Du ist, dar­auf, dass ihre Fir­ma eine Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung ein­füh­ren wol­le.

Antje von Dewitz
Ant­je von Dewitz

Für sein Nach­hal­tig­keits­kon­zept hat der Tex­til­be­trieb aus dem All­gäu schon zahl­rei­che Prei­se erhal­ten. 2015 sei die Fir­ma als „nach­hal­tigs­te Mar­ke Deutsch­lands“ aus­ge­zeich­net wor­den. Mit EMAS habe es ange­fan­gen, unter­des­sen las­se man alle Pro­dukt­grup­pen und die Her­stel­lungs­ver­fah­ren nach und nach zer­ti­fi­zie­ren, so von Dewitz.

In der leb­haf­ten Dis­kus­si­on beant­wor­te­te die Unter­neh­me­rin Fra­gen zu ein­zel­nen von „Vau­de“ ver­wen­de­ten Mate­ria­li­en und deren Umwelt­pro­ble­ma­tik. Gefragt, wes­halb sich ihr Unter­neh­men vor Bewer­bun­gen kaum ret­ten kann, mein­te von Dewitz, bei vie­len ste­he die „Fami­li­en­freund­lich­keit” ganz vor­ne auf der Wunsch­lis­te. Im Publi­kum haben die Ver­an­stal­ter auch vie­le jun­ge Leu­te ent­deckt, die wohl wis­sen woll­ten, was es mit ihrer Sport­klei­dung auf sich hat.

Diesen Beitrag teilen …