Christi Himmelfahrt mit Öschprozession in Göllsdorf

ROTTWEIL-GÖLLSDORF – An Christi Himmelfahrt feierten die Gemeinden von St. Franz Xaver Göllsdorf, St. Dionysius Neufra und St. Pelagius Altstadt gemeinsam das Hochamt in der Göllsdorfer Pfarrkirche. Diese Verbundenheit der Gemeinden wurde auch durch das kirchenmusikalische Programm deutlich, das vom Kirchenchor aus St. Pelagius unter der Leitung von Dorothee Flaig, der Organistin Monika Siegel und Mario Schneider, einem der Kantoren aus St. Franz Xaver gestaltet wurde.

Neben Liedern aus dem Gotteslob, deren Strophen abwechselnd von Chor und Gemeinde gesungen wurden, brachten die Sängerinnen und Sänger zum Zwischengesang das Chorstück „Völker aller Land“ (A. Lohmann) zu Gehör. Das Credo als Wechselgesang zwischen dem seelenvoll singenden Kantor Mario Schneider und der Gemeinde wurde zu einem wahren Glaubensbekenntnis.

Auf dieses ging Pfarrer Thomas Böbel in seiner Predigt ein. „Aufgefahren in den
Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“ heißt es und er fragte sich und die Zuhörer, warum vom „Herrscher Jesus“ so gut wie nichts in den Nachrichten zu hören ist. Das Königreich Gottes wachse unentwegt, aber verborgen. „Von dort wird er (Christus) kommen“ zum großen Finale Gottes, zum „happy end“. Das anschließende „zu richten die Lebenden und die Toten“ sei für viele ein Problem und doch eigentlich ein positiver Gedanke, der nichts mit Urteilsverkündigungen zu tun habe, sondern eher damit, – nach einem Zitat von Bischof Thomas Wright – die Welt ins Lot zu bringen. Und dann, bei der neuen Schöpfung, dem großen Finale, werde unser Mitwirken am Reich Gottes offenbar.

Im Anschluss an das Hochamt ging es hinaus zu den Göllsdorf umgebenden Feldern und Wiesen. Da der in den Vorjahren begangene Weg entlang der Prim zwischen den Gemeinden aus Göllsdorf und der Altstadt für viele vor allem in der oft schon herrschenden Hitze zu beschwerlich geworden war, hatten sich die Mitglieder der zwei Kirchengemeinderäte im letzten Jahr dazu entschieden, die Öschprozession abwechselnd mit Fronleichnam jeweils im Gottesdienstort abzuhalten. Und so ging es entlang der Leo-Sandel-Straße mit Gesang und Gebet bis zum ersten Wegkreuz am östlichen Rand des Neubaugebietes. Das „Geh aus mein Herz und suche Freud“ des Kirchenchores klang weit über bis zum gegenüberliegenden Dissenhorn.

Pfarrer Böbel betete mit der Gemeinde um Segen für die Arbeit und erteilte den Wettersegen. Den Rosenkranz betend ging es ein kurzes Stück weiter zum zweiten Wegkreuz Richtung nördlichem Waldrand, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die umliegende Gegend hatte. Das vom Chor gesungene „Freut euch der schönen Erde“ verstärkte dieses Empfinden noch. Thema an dieser Station war das Bitten um Vertrauen und Gelassenheit, das Seinlassen von unnötiger Sorge und das Streben nach dem Reich Gottes. Im Anschluss an den dort erteilten Segen ging es betend und singend hinab zur letzten Station am großen Kreuz auf dem Friedhof.

Nach dem „Wie lieblich ist der Maien“ betete die Gemeinde um die Bewahrung und Sicherheit auf allen Wegen. Wer kennt nicht die unzählige Berichte über Unfälle zu Land, zu Wasser und in der Luft und ist froh und dankbar, wenn er unbeschadet an seinem Ziel ankommt! In der nur wenige Schritte entfernten Kirche feierten alle den Abschluss der Öschprozession. Pfarrer Böbel dankte allen Mitwirkenden und lud zur Maiandacht am Nachmittag nach Neufra ein.

 

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