Zahlreiche Gläubige beteten den Heimkehrerkreuzweg Foto: Berthold Hildebrand

ROTTWEIL – Die Hei­lig-Kreuz-Gemein­de hat­te am Kar­frei­tag wie­der in den Stadt­gra­ben ein­ge­la­den, um an den ein­zel­nen Sta­tio­nen des Heim­keh­rerkreuz­wegs des Lei­dens und Ster­bens Jesu zu geden­ken. Aus Dank­bar­keit über ihre Rück­kehr aus Krieg und Gefan­gen­schaft haben ihn Kriegs­heim­keh­rer nach dem Zwei­ten Welt­krieg errich­ten las­sen.

Noch immer ist die Welt aber nicht in Ord­nung. Vie­le Staa­ten miss­brau­chen ihre Macht und ver­fol­gen und töten ihre eige­nen Leu­te. In den vie­len aktu­el­len Krie­gen lei­den vor allem Frau­en und Kin­der und ein fried­li­ches Zusam­men­le­ben der Reli­gio­nen ist in vie­len Län­dern nicht mög­lich. Das alles wur­de in den Bit­ten an den ein­zel­nen Sta­tio­nen vor­ge­tra­gen – aktu­el­ler denn je. 

Info: In den meis­ten katho­li­schen Kir­chen befin­den sich an den Sei­ten­wän­den Kreuz­weg­bil­der, Sta­tio­nen genannt. Im Frei­en sind es oft Bild­stö­cke. Sie erin­nern an die Via Dolo­ro­sa in Jeru­sa­lem. Durch die­se Schmer­zens­stra­ße hat Jesus sein Kreuz hin­auf nach Gol­go­tha getra­gen.

Kreuz­we­ge haben eine lan­ge Tra­di­ti­on. Schon im 14. Jahr­hun­dert hiel­ten die Fran­zis­ka­ner für Pil­ger in Jeru­sa­lem Pro­zes­sio­nen auf dem Lei­dens­weg Chris­ti ab. Die 14 Sta­tio­nen gehen bis auf die Zeit um 1600 zurück. Papst Cle­mens XII. erkann­te im Jahr 1731 die Andachts­form des Kreuz­wegs als kano­nisch an. Leon­hard von Por­to Mau­ri­zio bau­te mit päpst­li­cher Erlaub­nis Kapel­len mit den vier­zehn Kreuz­weg­sta­tio­nen in die Are­na des Kolos­se­ums ein, was die bis heu­te began­ge­ne Tra­di­ti­on des Kreuz­wegs an die­sem Ort begrün­de­te.

Die ein­zel­nen Sta­tio­nen zei­gen wie Jesus zum Tode ver­ur­teilt wird, sein Kreuz trägt, unter dem Kreuz fällt, wie er sei­ner Mut­ter und den wei­nen­den Frau­en begeg­net, wie er sei­ner Klei­der beraubt, schließ­lich gekreu­zigt wird und stirbt. Bei den letz­ten Sta­tio­nen sieht man, wie Jesus vom Kreuz abge­nom­men wird, im Schoß sei­ner Mut­ter liegt und dann ins Grab gelegt wird. Als 15. Sta­ti­on gibt es seit dem 20. Jahr­hun­dert auch die Kreuz­auf­fin­dung durch Kai­se­rin Hele­na oder eine Dar­stel­lung der Auf­er­ste­hung Chris­ti.

Als Kreuz­weg bezeich­net man aber auch eine Andachts­übung, bei wel­cher der Betrach­ter allei­ne oder in einer Grup­pe die ein­zel­nen Sta­tio­nen abschrei­tet. Bei einer Kreuz­weg­an­dacht betet ein Vor­be­ter laut Gebe­te vor und liest Bibel­stel­len. Es gibt dazu vie­le Text­vor­la­gen, zum Bei­spiel auch vom Bund der Deut­schen katho­li­schen Jugend, die seit eini­gen Jah­ren wie­der „Jugend­kreuz­we­ge“ orga­ni­siert.