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Rottweil
Samstag, 22. Februar 2020

Der Heimkehrerkreuzweg – immer noch aktuell

ROTTWEIL – Die Heilig-Kreuz-Gemeinde hatte am Karfreitag wieder in den Stadtgraben eingeladen, um an den einzelnen Stationen des Heimkehrerkreuzwegs des Leidens und Sterbens Jesu zu gedenken. Aus Dankbarkeit über ihre Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft haben ihn Kriegsheimkehrer nach dem Zweiten Weltkrieg errichten lassen.

Noch immer ist die Welt aber nicht in Ordnung. Viele Staaten missbrauchen ihre Macht und verfolgen und töten ihre eigenen Leute. In den vielen aktuellen Kriegen leiden vor allem Frauen und Kinder und ein friedliches Zusammenleben der Religionen ist in vielen Ländern nicht möglich. Das alles wurde in den Bitten an den einzelnen Stationen vorgetragen – aktueller denn je. 

Info: In den meisten katholischen Kirchen befinden sich an den Seitenwänden Kreuzwegbilder, Stationen genannt. Im Freien sind es oft Bildstöcke. Sie erinnern an die Via Dolorosa in Jerusalem. Durch diese Schmerzensstraße hat Jesus sein Kreuz hinauf nach Golgotha getragen.

Kreuzwege haben eine lange Tradition. Schon im 14. Jahrhundert hielten die Franziskaner für Pilger in Jerusalem Prozessionen auf dem Leidensweg Christi ab. Die 14 Stationen gehen bis auf die Zeit um 1600 zurück. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 die Andachtsform des Kreuzwegs als kanonisch an. Leonhard von Porto Maurizio baute mit päpstlicher Erlaubnis Kapellen mit den vierzehn Kreuzwegstationen in die Arena des Kolosseums ein, was die bis heute begangene Tradition des Kreuzwegs an diesem Ort begründete.

Die einzelnen Stationen zeigen wie Jesus zum Tode verurteilt wird, sein Kreuz trägt, unter dem Kreuz fällt, wie er seiner Mutter und den weinenden Frauen begegnet, wie er seiner Kleider beraubt, schließlich gekreuzigt wird und stirbt. Bei den letzten Stationen sieht man, wie Jesus vom Kreuz abgenommen wird, im Schoß seiner Mutter liegt und dann ins Grab gelegt wird. Als 15. Station gibt es seit dem 20. Jahrhundert auch die Kreuzauffindung durch Kaiserin Helena oder eine Darstellung der Auferstehung Christi.

Als Kreuzweg bezeichnet man aber auch eine Andachtsübung, bei welcher der Betrachter alleine oder in einer Gruppe die einzelnen Stationen abschreitet. Bei einer Kreuzwegandacht betet ein Vorbeter laut Gebete vor und liest Bibelstellen. Es gibt dazu viele Textvorlagen, zum Beispiel auch vom Bund der Deutschen katholischen Jugend, die seit einigen Jahren wieder „Jugendkreuzwege“ organisiert.

 

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