Kreuzverehrung am Karfreitag in der Kapellenkirche. Foto: Berthold Hildebrand

ROTTWEIL – Mit dem Grün­don­ners­tag began­nen die drei Tage, an denen die Chris­ten an das Lei­den, Ster­ben und die Auf­er­ste­hung Chris­ti den­ken.

Am Abend vor sei­ner Kreu­zi­gung hielt Jesus mit den 12 Apos­teln das ritu­el­le Mahl zum jüdi­schen Pas­sah­fest. Der Apos­tel Pau­lus hat die Wor­te Jesu an sei­ne Jün­ger auf­ge­schrie­ben. Jesus woll­te im Wein und im Brot bei den Men­schen sein und gab des­halb sei­nen Jün­gern den Auf­trag „tut dies zu mei­nem Gedächt­nis“.

So habe Jesus die Eucha­ris­tie ein­ge­setzt, sag­te Pfar­rer Jür­gen Rie­ger beim Abend­mahls­got­tes­dienst in der Kapel­len­kir­che. Nach dem Glo­ria ver­stumm­te die Orgel und auch die Glo­cken schwei­gen bis zur Auf­er­ste­hungs­fei­er in der Oster­nacht. Die Mäd­chenkan­to­rei Auf­er­ste­hung Chris­ti sang abwech­selnd mit dem Volk den nun von kei­nem Instru­ment mehr beglei­te­ten Gesang.

Nach dem Ende des Got­tes­diens­tes wur­de das kon­se­krier­te Brot in einer Pro­zes­si­on in die Turm­ka­pel­le gebracht. Der Altar wur­de völ­lig abge­räumt. Im Gebet dach­ten die Gläu­bi­gen an die Todes­angst Jesu am Ölberg.

Der Kar­frei­tag ist der höchs­te Fei­er­tag für alle Chris­ten. Bei der Kar­frei­tags­lit­ur­gie in der Kapel­len­kir­che sang der Müns­ter­chor und erst­mals auch der Müns­ter-Jugend­chor. Im Mit­tel­punkt der Fei­er stand die Ver­eh­rung des gekreu­zig­ten Jesus. Die Gläu­bi­gen hör­ten die Wor­te aus der Hei­li­gen Schrift, die von der Gefan­gen­nah­me Jesu, sei­ner Ver­ur­tei­lung und schließ­lich von sei­nem Kreu­zes­tod berich­ten.

Dekan Mar­tin Stöf­fel­mai­er schil­der­te Jesus als einen Men­schen, der für Juden und Römer unbe­quem und unbe­irrt sei­nen Weg ging und damit zum Ärger­nis wur­de. Gott habe sei­nen Sohn aber durch den Tod zum ewi­gen Leben geführt, das er auch uns ver­hei­ßen hat.